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Flutwelle in Höllentalklamm: So sind Almbach- und Wimbachklamm gesichert

„Wenn derartiger Starkregen prognostiziert wird, dann sperren wir!“

Links: Die Wimbachklamm bei Ramsau bei Berchtesgaden. Rechts: Schild am Eingangsbereich der Almbachklamm bei Marktschellenberg.
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Links: Die Wimbachklamm bei Ramsau bei Berchtesgaden. Rechts: Schild am Eingangsbereich der Almbachklamm bei Marktschellenberg.
  • Heinz Seutter
    VonHeinz Seutter
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Am Montagnachmittag ereignete sich in der Höllentalklamm bei Grainau ein furchtbares Unglück, als eine durch Starkregen ausgelöste Sturzflut diese durchflutete und zwei Menschen samt der Brücke, auf der diese standen, mitriss. BGLand24.de hat sich erkundigt, wie für den Bergsport erschlossene Klammen in der Region für Unwetterereignisse gesichert sind.

Grainau/Marktschellenberg/Ramsau bei Berchtesgaden - „Wenn derartiger Starkregen prognostiziert wird, dann sperren wir die Klamm!“, schickt Helfried Unterberger von der Touristinfo von Marktschellenberg, in deren Gemeindegebiet sich die Almbachklamm befindet, im Gespräch mit BGLand24.de gleich voraus. „Es bleibt eigentlich immer genügend Zeit, um zu reagieren“, betont auch Martin Willeitner, Geschäftsführer der Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden, zu der auch die Wimbachklamm gehört. „Binnen einer Viertelstunde kann das in der Regel umgesetzt werden. Alleine, weil oberhalb der Klamm Bäume stehen, von denen Äste oder der ganze Baum herabstürzen könnte, ist das bei Unwettern unbedingt geboten.“

Gemeindeverwaltungen betonen: Almbach- und Wimbachklamm werden bei Unwetter umgehend gesperrt

Eine Klamm ist ein in Festgestein eingeschnittenes, schmales Tal, bei dem durch Fels-Überhänge die Breite in der Höhe teilweise geringer ist als am ganz vom Fluss oder Bach ausgefüllten Talgrund. Durch die Almbachklamm führt seit 1984 ein drei Kilometer langen Wanderweg. Dieser überwindet 200 Meter Höhenunterschied und beinhaltet einen Tunnel, 29 Brücken und 320 Stufen. Die etwa 200 Meter lange Wimbachklamm wiederum ist durch Brücken und Stege erschlossen.

Die Brücken der Almbachklamm wurden beim Hochwasser im Juli stark beschädigt.

„Wenn man sich alleine die Größenverhältnisse betrachtet ist klar, dass die Chancen relativ gering sind, dass sich in der Wimbachklamm eine derartige Sturzflut wie im Hammersbach ansammeln kann. Die Wegstrecken der Höllentalklamm erstrecken sich ja über etwa 700 Meter, das ist mehr als das Dreifache der Wimbachklamm“, bemerkt der Ramsauer Gemeinde-Geschäftsleiter Willeitner. „Zumal Regenwasser sich relativ gut im Wimbachgries verteilen und abfließen kann.“ Die Brücken und Wege der Almbachklamm seien so angelegt, dass nur bei besonders starkem Hochwasser, wie etwa 2013 oder im Juli diesen Jahres, etwas passieren könnte, so Helfried Unterberger von der Touristinfo von Marktschellenberg. „Aber wie gesagt: Bei anstehenden Unwettern wird ohnehin gesperrt.“

Starkregen sorgt am Montag für Sturzflut in Höllentalklamm mit mindestens einer Toten

Starker Regen hatte am Montagnachmittag, gegen 15 Uhr, in der Höllentalklamm im Zugspitz-Massiv bei Grainau eine Flutwelle ausgelöst. Gegen 15.45 Uhr wurde ein Großaufgebot von über 150 Einsatzkräften von Bergwacht, Wasserwacht, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei nach Hammersbach alarmiert. Insgesamt acht Personen konnten in der Folge, weitgehend unverletzt, in Sicherheit gebracht werden. Sechs von ihnen wurden direkt aus der Schlucht gerettet, wo sie vom Wasser eingeschlossen waren. Zwei weitere wurden weiter oben aus der Klamm in Sicherheit gebracht. Über 100 Personen wurden außerdem aus Berghütten evakuiert.

Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm

Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa
Fotos von Rettungseinsatz nach Flutwelle in Höllentalklamm
Rettungseinsatz nach Flutwelle in der Höllentalklamm. © Peter Kneffel/dpa

Doch zwei Personen, die laut der Meldung eines Wanderers mitsamt einer Brücke von den Wassermassen mitgerissen wurden, konnten zunächst nicht gefunden werden. In den frühen Morgenstunden wurde die Suche am Dienstag wieder aufgenommen. Gegen 8.30 Uhr wurde schließlich eine leblose Person im Wasser gesichtet. Diese wurde durch die Canyoning-Gruppe von Polizei und Bergwacht geborgen. Für die Frau kam jedoch jede Hilfe zu spät, sie war bereits tot. Laut einem Polizeisprecher handelt es sich „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ um eine der beiden vermissten Personen.

DAV: Sperrfrage stellt sich bei Starkregenereignis wie am Montag in Höllentalklamm gar nicht

Die Staatsanwaltschaft München II teilte am Dienstag gegen Mittag mit, dass sie Vorermittlungen aufgenommen habe, um zu prüfen, ob eine Straftat im Raum stehe, wegen Verdacht der fahrlässigen Tötung. Gegen konkrete Personen richteten sich die Überprüfungen bisher aber nicht. „Die Klamm ist kein Freizeitpark, zu dem ich einfach ein Tor zumache“, betonte gegenüber unserem Partner-Portal merkur.de Thomas Bucher, Sprecher des Deutschen Alpenvereins (DAV). Dieser hat die Verkehrssicherungspflicht in der Klamm inne, was bedeutet dass der Verein dort Wege und Brücken in Stand hält und an der Höllentaleingangshütte Eintritt kassiert.

Die Klamm sei grundsätzlich rund um die Uhr offen, so Bucher gegenüber merkur.de weiter. Das müsse sie sein, schließlich würden viele Wanderer von oben kommend durch sie hinab ins Tal steigen und auch Rettungskräfte müssten jederzeit Zugang haben. Sperren würde man mit Hilfe von Schildern nur, wenn die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet ist, zum Beispiel, weil Brücken beschädigt sind. Der Kassierer in der Eingangshütte weise deutlich darauf hin, wenn sich ein Unwetter anbahnt. Bei einem sehr lokalen Starkregenereignis wie am Montag „stellt sich die Sperrfrage gar nicht“. Zudem liege es in der Verantwortung jedes Einzelnen, sich als Teil der Tourenplanung über die Wetterverhältnisse zu informieren. Dies empfiehlt auch die Bergwacht, wie ein Sprecher der Sektion Chiemgau gegenüber chiemgau24.de betonte (Plus-Artikel chiemgau24.de).

hs

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