Großübung in wilder Klamm

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Marktschellenberg - Durch tiefe Schluchten und wilde Fluten kämpften sich die Bergretter aus Bayern und Österreich: Simuliert wurde eine Rettung in der Almbachklamm. **NEU: Fotos**

Es ist eine der ersten gemeinsamen Rettungsübungen der Bergrettungen im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet zwischen Salzburg und Berchtesgadener Land. Ein Wildwasserunfall in schwerzugänglichen Wildwasserbächen und Klammen, in tiefen Schluchten und Gräben, in Hochalpinen Gelände fordert die Rettungskräfte immer besonders.

Ist in Bayern aber auch in Österreich der Ausbildungsstand, der ausschließlich ehrenamtlich tätigen Bergretter, einer der höchsten, so sind gerade im Bereich der Wildwasserrettung nochmals spezielle Ausbildungen, als sogenannte Canyoning Retter, nötigt, um zu dieser Spezialeinheit zu gehören.

Erstmals führten die Bergretter aus beiden Ländern eine grenzübergreifende Rettungsübung in der Marktschellenberger Almbachklamm durch.

Mussten zunächst die Retter aus schwindelnd erregender Höhe von 120 Metern in die Klamm abseilen, um dann dort einen Abgestürzten und Verletzten zu retten.

Nach dem die Retter dann in der Klamm angekommen waren, hieß es den Verletzten zu retten und mittels Bergetrage, welche Schwimmkörper hat, ein ganzes Stück die wunderschöne Klamm flussabwärts zu bringen.

Was eine bei gerade 8 Grad kaltem Wasser nicht nur technische Herausforderung, sondern auch eine Physische ist.

Die Almbachklamm, an dessen Ende die weltberühmte Kugelmühle steht, hat ihren Ursprung etliche Kilometer bergwärts an den Hängen des Untersberges. Fast alle Quellen zwischen Ettenberg und Maria Gern unterhalb des Berchtesgadener Hochthrones führen in die Almbachklamm.

Zu früheren Zeiten wurde von der Klause weg das Wasser gestaut und noch über den Wildbach geschlägertes Holz zu Tal gebracht. Heute ist es eines der größten touristischen Naturschauspiele der Region und wunderbar ausgebaut, um zu Fuß die Klamm zu begehen.

Über etliche Brücken und Steige kann das Naturschauspiel begangen und erlebt werden.

Aber auch jedes Jahr haben die Bergretter aus Marktschellenberg etliche Einsätze in der Klamm, weil Wanderer erkranken oder gar in die Klamm stürzen.

Durch die sehr vielen Touristen, die die Klamm begehen, ist sie auch ein Unfallschwerpunkt für die Rettungskräfte geworden und so bot sich natürlich für eine gemeinsame Übung das Gelände bestens an.

Viele der höheren Wasserfälle können die Retter samt Opfer nur mittels Seilrutschen bewältigen.

Seilrutschen sind ein Seil, welches oberhalb und unterhalb des Wasserfalles angebracht und fixiert wird. Dann wird der zu Bergende, welcher in der Trage liegt, an diesem Seil so schonend wie irgendwie möglich an dem Seil abgelassen.

Für die Retter war die Übung erst am Ausseilpunkt vorbei, an dem mittels einer Seilwinde das Opfer samt Retter aus der Klamm gebracht werden konnte und an gerade diesen Positionen sind dann die Bergretter gefragt, die diese Bergung durchführen müssen.

Nach rund 4 Stunden hatten die 18 Retter ihre gestellten Aufgaben erledigt.

Rettung in der Almbachklamm

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