Klamm-Unfälle: Wer trägt die Verantwortung?

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Gesicherte Wege in der Almbachklamm: Warum passieren dort dennoch so viele Unfälle?
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Marktschellenberg - In der Almbachklamm gab es heuer schlimme Unfälle, ein zweijähriges Mädchen starb sogar. Was ist dort los, fragen sich viele Einheimische und Gäste.

Fakt ist: Es handelt sich um alpines Gelände. Und darin ist immer besondere Vorsicht geboten: Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, jeder Schritt muss gut geplant und überlegt sein. In den Bergen sind all das voraussetzbare Muss-Kriterien - egal, wie man sich fortbewegt.

Aktuelle Fotos aus der Almbachklamm:

Die Almbachklamm in Marktschellenberg

BGLand24 hat sich vor Ort umgesehen: Gleich zu Beginn der drei Kilometer langen Almbachklamm, nachdem der Eintritt entrichtet ist, weist ein großes, übersichtliches Schild auf die Verhaltensregeln und damit jegliche Gefahren hin. Besucher sollen vorsichtig und mit Bedacht gehen, sich an Geländern und Seilen festhalten, auf nasse und dadurch rutschige Stellen achten, Kinder unbedingt an die Hand nehmen und den Weg nicht verlassen.

Unvernunft der Eltern

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In jener Zeit, in der BGLand24 vor Ort ist, passieren rund 25 Familien mit Kindern die gefährlichsten Stellen des Weges durch die mitunter enge Schlucht: Nicht ein einziges Kind geht an der Hand der Eltern oder ist angeseilt. "Es ist oft Unvernunft und Leichtsinn", weiß man auch bei den verantwortlichen Stellen in der Gemeinde: "Die Vorkommnisse in diesem Jahr in der Klamm waren eine zufällige Aneinanderkettung von Unglücken", so Michael Ernst von der Hauptverwaltung im Rathaus Marktschellenberg.

Natürlich bedauern die zuständigen Stellen die Vorfälle, versichern aber, dass es heuer nicht mehr Unfälle in der Almbachklamm gab als sonst auch. Obendrein weist Michael Ernst darauf hin, dass die Wege permanent überprüft werden: "Schadhafte Stellen und Mängel werden somit sofort erkannt und ausgebessert". Auch Wanderer geben schon mal Tipps für Verbesserungen in punkto Sicherheit ab, welche die Gemeinde stets sehr ernst nimmt. Stege und Brücken sind numeriert, so dass im Bedarfsfall schnell gehandelt werden kann.

Vorsicht ist immer geboten

Alle heiklen Stellen sind mit Seilen oder Geländern gesichert, die Brücken ohnehin doppelseitig mit Haltehilfen ausgestattet. Einige abschüssige Wege-Passagen besitzen Seile an den Felsen. Und dennoch ist permanent oberste Vorsicht geboten: Es tropft überall von den Hängen, der Weg ist zum großen Teil nass und rutschig.

Im Winter ist die Klamm aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die schneebedeckten oder vereisten Wege wären dann definitiv zu gefährlich, um von jedermann begangen werden zu können. Von 1. November bis Ostern ist die Almbachklamm offiziell geschlossen.

Zum jüngsten Unglück mit dem tödlich gestürzten Mädchen (2) möchte sich die Gemeinde Marktschellenberg nicht äußern, solange die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft noch andauern. In den letzten Wochen ist in den großen Medien natürlich sehr emotional darüber berichtet worden.

bit

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