EuRegio besucht Marktschellenberg

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Marktschellenberg - Bei den EuRegio Dialogen treffen Vertreter des Verbandes regelmäßig lokale Unternehmen. Jetzt ging es für dieses Jahr in die vierte Runde.

Die vierte Veranstaltung des EuRegio Dialogs 2012, in dessen Rahmen die EuRegio sechsmal pro Jahr gemeinsam mit einem Produktionsunternehmen und ihren Partnern aus der Wirtschaftsförderung zu interessanten Betriebsbesuchen einlädt, führte kürzlich zur Firma psm protech GmbH & Co. KG in Marktschellenberg im Landkreis Berchtesgadener Land. psm protech ist ein kompetenter Partner der internationalen Industrie für die Konstruktion und Herstellung komplexer Bauteile und deren Komponenten bis hin zur Fertigung von Stanz-,Kunststoffspritzguss- und Hybridteilen in Großserie.

Geschäftsführerin Irene Wagner freute sich mit ihrem Team, EuRegio-Geschäftsführer Steffen Rubach und Marktschellenbergs 2. Bürgermeister Clemens Wagner, die Gäste aus dem EuRegio-Gebiet im Unternehmen begrüßen zu können. In seinem Grußwort betonte Clemens Wagner die hohe Bedeutung von Wirtschaft und Gewerbe für eine gute Gemeindeentwicklung. „Tourismus und Landwirtschaft sind wichtig, an erster Stelle stehen bei uns aber Handwerk, Industrie und Dienstleistungen.“, so Wagner. Dort entstünden die für die Region so wichtigen Arbeitsplätze und Kaufkraft.

Entsprechend hat Marktschellenberg einen Gemeindeentwicklungsprozess unter enger Einbindung der örtlichen Unternehmen gestartet, bei dem es auch um erschwinglichen Wohnraum, die Nachnutzung leerstehender Gebäude und ein ausgewogenes Flächen- und Gebäudemanagement geht.

Der wichtigste Arbeitgeber und größte Betrieb in der 1.800-Seelen-Gemeinde ist psm protech, ein Unternehmen der Feinmechanikbranche, das sich seit 2010 aus einem insolventen Unternehmen heraus zu einem erfolgreichen Betrieb mit über 220 Mitarbeitern, davon ca. 100 am zweiten Standort in Ungarn, entwickelt hat. „Dabei setzen wir ganz bewusst auf Wertschöpfung und nicht in erster Linie auf Wachstum.“ so Geschäftsführerin Irene Wagner.

Und der Erfolg gibt dieser Strategie recht. Über die Methode „Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP)“, die im Unternehmen im Bereich Produkte und Prozesse verankert ist, konnte der Ausschuss deutlich gesenkt werden. „Und das ist das am leichtesten verdiente Geld!“, freute sich Wagner. Beim Betriebsrundgang mit der Geschäftsführerin wurde die Vielfalt der produzierten Teile deutlich.

Ein Markenzeichen sind dabei die sogenannten Hybridteile. Dies sind gestanzte Metallteile, die unwiederbringlich mit Kunststoff umspritzt bzw. verbunden werden. „Und hier brauchen wir eine Präzision im Bereich von einem tausendstel Millimeter“, verdeutlichte Wagner den Anspruch an die Fertigung. Die internationalen Kunden, schwerpunktmäßig aus der Automobilzuliefererbranche, danken die hochwertige Qualität, und so fahren etwa in jedem Ford weltweit Teile von psm protech mit.

Einen Paradigmenwechsel gegenüber dem früheren Unternehmen hat die Firma in ihrem sozialen Engagement vollzogen. Dies wurde im Vortrag von Irene Wagner mit dem Thema „Fachkräftesicherung in einem mittelständischen Hightech-Unternehmen“ deutlich. Dabei steht für die Geschäftsführung neben der Berücksichtigung der Herausforderungen aus dem demografischen Wandel, dem zunehmenden Wettbewerb oder der unkoordinierten Informationsflut insbesondere die regelmäßige Information und Kommunikation mit der

Belegschaft im Vordergrund. „In einer Firmenkultur, die Wertschätzung, Transparenz oder Einbindung lebt, können zum Beispiel Fehler offen angesprochen und damit die Qualität und Zufriedenheit der Mitarbeiter verbessert werden. Auch das Gehaltssystem steht damit nicht an erster Stelle.“, erläuterte Wagner. Maßnahmen wie quartalsweise Betriebsversammlungen, Angebote zur Gesundheitsvorsorge aber auch eine gezielte Förderung der Methodenkompetenz bei allen Mitarbeitern runden das personalorientierte Management bei psm erfolgreich ab.

Beim abschließenden Imbiss tauschten sich die Gäste intensiv zu Fragen rund um die Mitarbeiterführung aber auch zu logistischen Fragen wie der Abfallentsorgung aus. Dabei wurde so manch neuer Kontakt über die Grenze hinweg geknüpft. Die nächste Veranstaltung des EuRegio Dialogs 2012 findet am 18.10.12 bei der Firma Robel Baumaschinen GmbH in Freilassing statt.

Pressemitteilung EuRegio Dialog

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