Magerl im BGL: 'widersprüchlich und schlimm'

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Hörte den Anliegern in Marzoll/Türk gespannt zu: Grünen Landtagsabgeordneter Christian Magerl.

Bischofswiesen/Bad Reichenhall - Der Grünen Landtagsabgeordnete Christian Magerl hat das Berchtesgadener Land besucht, um sich vor Ort einen Eindruck von zwei Dingen zu verschaffen: dem Böcklmoos und MSP.

Magerl, der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Gesundheit im Bayerischen Landtag, kam auf Einladung des Bund Naturschutz in die Region. Er empfand die Dinge, die er im Böcklmoos in Bischofswiesen gesehen hat, als 'ziemlich schlimm'. Er wollte sich vor Ort ein Bild über den Natur- und Umweltschutz machen. "Man hat die Straße unten drunter mit Dolomit, also mit kalkhaltigem Gestein, neunzig Zentimeter aufgekoffert und Drainage-Rohre reingelegt. Das heißt: es wurde massiv entwässert", kreidete er die Straßensanierungsmaßnahme im FFH-Gebiet an.

Die Straße durchs Böcklmoos bei den Bauarbeiten.

"Dass die Straße sanierungsbedürftig war, darüber brauchen wir nicht diskutieren", gab Paul Grafwallner vom Bund Naturschutz zu. "Aber, dass das Bankett dabei ausgebaut wurde, ist ein Verstoß gegen mehrere Gesetze." Deshalb will der Bund Naturschutz auch das Umweltschadengesetz anwenden, um einen Rückbau und ein Monitoring zu erreichen, dass die seltenen Tierarten im Biotop wie den Bergmolch und die zwölf verschiedenen Orchideenarten dauerhaft schützt. 

Auch Magerl möchte eine Anfrage im Landtag stellen, um möglichen Verfehlungen auf den Grund zu gehen. Außerdem wird der Landtagsabgeordnete eine Anfrage an das Bayerische Umweltministerium richten, ob ein Betrieb, wie die geplante Müllentsorgungsanlage in Bad Reichenhall/Türk in einem Gewerbegebiet überhaupt möglich ist. "Wir brauchen solche Anlagen", betonte er beim zweiten Ortstermin. "Aber sie sind am besten in Industriegebieten aufgehoben."

Machten gegenüber Magerl ihrem Ärger Luft: die Anwohner in Türk

Deshalb verstehe er die Betroffenheit der Bürger vor Ort. "Der Fall MSP liegt schon länger auf meinem Schreibtisch", gab Magerl zu. Da das Verfahren im Moment aber Ruhe, habe er noch abgewartet. Jetzt möchte er die Grundsatzfrage vom Ministerium beantwortet haben und auf den nachgebesserten Antrag von MSP warten, bevor er möglicherweise weitere Schritte einleitet.

Die Firma MSP will von Bayerisch Gmain nach Bad Reichenhall umziehen. Ein erster Plan mit Betonbrecher- und Holzschredderbetrieb im Freien wurde vom Landratsamt nicht genehmigt. Jetzt will die Firma nachbessern.

cz

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