Linienbus kollidiert mit Pkw - Eine Übung

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Berchtesgaden - 120 Rettungskräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Technischem Hilfswerk beteiligen sich an Einsatz-Großübung auf dem Salzbergwerk-Parkplatz.

Es ist ein schauriges Bild: Ein Linienbus ist mit einem Pkw kollidiert, beide Fahrzeuge sind die Böschung nach unten gerast, es gibt Tote und Verletzte. Verstörte Unfallbeteiligte laufen hilflos über den Betriebsparkplatz des Salzbergwerkes in Berchtesgaden, auf der Suche nach Freunden und Familienangehörigen. Allerdings ist der Unfall glücklicherweise nur ein Szenario für jene 120 aktiven Rettungskräfte, deren professionelle Herangehensweise Respekt verdient.

Linienbus kollidiert mit Pkw - Eine Übung

Schreie hallen über den Parkplatz, ein Linienbus liegt auf der Seite, die Scheiben sind zertrümmert. Im Bus selbst befinden sich noch Personen. Viele Verletzte, einige wurden herausgeschleudert, verharren bei Minustemperaturen im Schnee, teils schwer verletzt. Der verunfallte Pkw liegt an der Böschung, er hat sich überschlagen, der Fahrer ist eingeklemmt. Jede Minute zählt. Der auf dem Salzbergwerk-Parkplatz dargestellte Unfall entspricht einem Großeinsatz, noch ist nicht klar, wie viele Personen beteiligt sind. Dass ein solcher Unfall durchaus im Bereich des Möglichen liegt, zeigt ein Blick auf die Nachrichten der vergangenen Wochen. Im österreichischen Sölden war ebenfalls ein Reisebus verunfallt, ein Junge bezahlte das Unglück mit seinem Leben.

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass das Szenario in allen nur erdenklichen Details gestaltet und umgesetzt wurde. Der Notruf eines Mitbürgers ist bei der Integrierten Leitstelle in Traunstein eingegangen, bereits nach wenigen Minuten erscheinen Rettungsdienst und Feuerwehr. Nach und nach treffen weitere Rettungsfahrzeuge ein, Personal wird nachgefordert. Eine erste Bestandsaufnahme ergibt, dass das Unfallausmaß größer scheint, als zunächst angenommen. Die groß angelegte Einsatzübung von Freiwilliger Feuerwehr Berchtesgaden, Bayerischem Roten Kreuz und Technischem Hilfswerk soll auch in praktischer Hinsicht Einblicke in ein Feld neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse bieten. Mit Hilfe der Galileo Test- und Entwicklungsumgebung (GATE) soll vergegenwärtigt werden, was der Fortschritt der Technik den Rettungskräften im Einsatz heutzutage bieten kann.

Bei der Unfallstätte indes herrscht aktives Arbeiten, die Einsatzleiter der beteiligten Hilfsorganisationen koordinieren mit Funkgeräten ausgestattet das Geschehen. Mit schwerem Gerät rücken die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden an, schneiden sich durch das Chassis des Pkws, um an den Verletzten zu kommen. Scheinwerfer spenden Licht und ein bisschen Wärme. Das Technische Hilfswerk ist zwischenzeitlich vor Ort, der Katastrophendienst mit mobiler Einsatzzentrale. Ein Kranwagen hievt eine riesige Scheinwerfer-Wand dutzende Meter in die Höhe. Von dort oben strahlt sie hell über den Platz.

Das ganze Augenmerk ist auf den umgestürzten Linienbus gerichtet, in dessen Inneren sich Verletzte befinden. Die Rettungskräfte haben sich ihren Weg in den Bus gebahnt, leisten erste Hilfe und die Vorarbeit für das, was nun kommt. Die am schwersten Verletzten bedürfen besonders schneller Hilfe, das Bayerische Rote Kreuz wartet mit zahlreichen Einsatzwägen, Notarzt-Teams arbeiten an mehreren Stellen, das Technische Hilfswerk leistet vorbildliche Arbeit, schafft die Rahmenbedingungen für ein optimiertes Vorgehen. Hand in Hand handeln Feuerwehr, Rotes Kreuz und THW, sichern die Unfallstellen, keine Eventualität wird außer Acht gelassen, Arbeitsschritt um Arbeitsschritt arbeiten insgesamt 120 Einsatzbeteiligte an „mehreren Baustellen“.

Eine „Herausforderung“ sei das, so ein Einsatzleiter, man gebe sein Bestes. Alltag geht anders. Im Fall der Fälle darf man sich aber gewiss sein, dass man sich auf die Rettungskräfte verlassen kann.

kp

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