Lieber 'rot-weiß-rot' statt Putin

Schönau am Königssee - Das Biomasseheizkraftwerk in Schönau am Königssee ist feierlich eingeweiht worden. 

Neben Lobeshymnen hörten die 250 Gäste auch Äußerungen, die den Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen sollten.

"Wenn man sich die andere Energie wie den Schah von Persien oder Wladimir Putin anschaut, dann werden den Einheimischen über kurz oder lang die paar Rot-Weiß-Roten lieber sein, die sich in der Region zu Hause fühlen und die größten persönlichen und finanziellen Einsatz in dieses Projekt eingebracht haben", lächelt Gesellschafter Peter Hettegger bei der Begrüßung. Fakt ist, dass neben den Bayerischen Staatsforsten und Gesellschafter Ludwig Rambichler aus Waging die österreichischen Bundesforste die Biomasse an das Kraftwerk liefern.

Bis es aber soweit war, mussten einige Hürden genommen werden. Die Ideengeber und ursprünglichen Gesellschafter mussten aus finanziellen Gründen den Rückzug antreten. Trotzdem weiß Hettegger, was ihr Einsatz wert war: "Das was sie gemacht haben, war gut", dankte ihnen der Gesellschafter im BGLand24-Interview. Doch auch die sehr kurze Bauzeit von einem Jahr mit 16 Kilometern Wärmetrasse forderte die ausführenden Firmen. Dazu kam, dass das komplette Grundstück verankert werden musste.

Alle Sorgen waren am Sonntag aber vergessen. "Wir sind froh, dass wir jetzt Wärme liefern können", so Peter Hettegger - und zwar bis zu 60 Millionen Kilowattstunden und acht Millionen Ökostrom, unter anderem an die Großabnehmer die Schönklinik in Schönau am Königssee, die Watzmanntherme und das Hotel Edelweiss in Berchtesgaden sowie die Kaserne in Bischofswiesen/Strub. "Diese Abnehmer werden für die Auslastung des Kraftwerks benötigt", erklärte Geschäftsführer Arnold Fellinger. Natürlich seien auch parallel dazu die Einzelhaushalte in Schönau am Königssee, Berchtesgaden und Bischofswiesen angeschlossen worden.

Einweihung  Biomasse-Heizkraftwerk Schönau am Königssee

Seit sechs Wochen ist das Biomasseheizkraftwerk in Schönau am Königssee jetzt in Betrieb. Bei einem an die Einweihung anschließenden Tag der offenen Tür konnten es sich die Einheimischen näher anschauen. "Wir arbeiten 100 Prozent wärmegeführt", so Fellinger. "Das heißt, es wird keine Energie vergeudet. Die bei der Stromproduktion anfallende Energie wird komplett ins Fernwärmenetz eingespeist." Bei anderen Großkraftwerken würden 80 Prozent der Wärme weggekühlt. "Wir haben sogar bei der Fernwärmeverrohrung doppelt vertärkt isoliertes Material benutzt, um den Fernwärmeverlust so gering wie möglich zu halten", so der Geschäftsführer weiter.

Derzeit sind ungefähr 45 Prozent der möglichen Abnehmer mit Energie versorgt. Das Leitungsnetz soll im kommenden Jahr noch ausgebaut werden.

Christine Zigon

Rubriklistenbild: © cz

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