In der Lederhose zum Waschbrettbauch

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Mit bayerischem Akzent und Lederhose: Klaus Reithmeier möchte mit seinem Fitnesstraining auf den US-Markt vordringen.

Berchtesgaden – Die Kamera ist auf den jungen Mann gerichtet - ein muskelgestählter Körper, viele Monate konsequentes Training. Der Oberkörper ist frei, man würde eine Trainingshose erwarten.

Gekleidet ist der Berchtesgadener aber in Lederhose, Haferlschuhe zieren seine Füße. Auf den ersten Moment scheint dies verwunderlich, das Ganze hat aber System. Klaus Reithmeier hat ein Fitnessvideo gedreht, vor der Watzmann-Kulisse, im Fitnessstudio.

German Absineering“ nennt er das mehrteilige Training, das darauf abzielt, sich in eigenverantwortlicher Weise fit zu halten und bereits auf DVD erschienen ist. Ein „gesundheitsorientiertes Fitnesstraining“ möchte er anbieten und zielt ganz klar auf den amerikanischen Markt ab. Daher auch die Lederhose…

Das Rad könne nicht neu erfunden werden, das weiß Reithmeier, Hochschulabsolvent in den Fächern Sport, Englisch und Italienisch und selbst lizenzierter Personal Trainer mit reichlich Zusatzqualifikationen. Vor einiger Zeit hat er zwei Mitgliedern des saudi-arabischen Königshauses Privattraining gegeben, eigentlich konzentriert er sich derzeit auf sein Referendariat auf dem Weg zum Gymnasiallehrer. Seine Aufmerksamkeit gilt vor allem aber dem „German Absineering“, seinem Workout-Programm.

Eine DVD hat Reithmeier bereits auf den Markt gebracht. Weitere Infos gibt es unter www.german-absineering.com.

„Der Fitness-Markt ist überflutet“, sagt Reithmeier, deshalb müsse man sich auf gewisse Qualitätskriterien konzentrieren. Angelehnt ist die geschützte Wortneuschöpfung an „German Engineering“, das bereits Heidi Klum in der Vergangenheit als „so sexy“ bezeichnete. Um sich auf dem Markt abzuheben, zu beweisen, „muss man einzigartig sein“. So ist die Lederhose eben jenes Merkmal, das den Unterschied ausmacht. Die Lederhose und das Oktoberfest – auch wenn so mancher Amerikaner im schlechtesten Fall nicht wisse, wo Deutschland auf der Landkarte zu verorten sei – jene Schlagworte kenne man mit Sicherheit.

„Ich möchte ein Produkt anbieten, das Lösungsansätze bietet“, sagt Klaus Reithmeier, der voll und ganz hinter seiner Idee steht, davon überzeugt ist. Weil der US-amerikanische Markt jener ist, der angepeilt wurde, hat Reithmeier sein Workout vor der Kamera auf Englisch absolviert. Englisch mit bayerischem Akzent – das gehöre zur Philosophie des „German Absineering“ (abs: Bauchmuskeln). Das klingt im ersten Moment zwar gewöhnungsbedürftig, sprüht aber nur so vor Charme – vor allem dann, wenn während all der englischen Erklärungen ein befeuerndes „Auf geht’s“ in Richtung des Trainierenden dröhnt.

Für den amerikanischen Markt sei es genau das Richtige, ist sich der Berchtesgadener sicher. Klischees würden zwar bestätigt, das treffe aber den amerikanischen Markt. „Wenn Amerikaner an Deutschland denken, verbinden sie dies mit Bayern und Oktoberfest“. Reithmeier wollte seinem Training von Anfang an die Schwere nehmen – ungezwungen sollte es sein, einen Hauch von Leichtigkeit an den Tag legen. Ziel sei, Spaß dran zu haben und auch über eine längere Zeit hinweg durchzuhalten.

„Drei Mal die Woche zu trainieren, wäre empfehlenswert, es gibt meiner Meinung nach kein effektiveres Training in diesem Bereich“, sagt der 27-Jährige, der auf seiner DVD verschiedene Workouts vereint hat, die er vor dem Auge des Zuschauers vorführt, mit Erklärungen versieht – den Beobachter indirekt zum Mitmachen motiviert. Wenn es nach Reithmeier geht, würde er „German Absineering“ gerne um weitere Trainings ausbauen, die Zeit lässt es momentan nicht zu.

Aus dem Ausland wurde man aufmerksam, ein Kunde, der sich die DVD zugelegt hat, kommt aus Australien, äußerte sich positiv über das Training. Mundpropaganda sei daher ein wichtiger Teil. Denn der Fitnessmarkt ist überfüllt, als Personal Trainer in München kann man sich nur dann einen Namen machen, wenn die eigene Kundschaft mit den Leistungen zufrieden ist. Um hauptberuflich in das Gewerbe einzusteigen, bedürfe es aber noch einiges an Vorarbeit. Wichtig sei zunächst, das Referendariat in trockene Tücher zu bringen – dann könne er sich auf das „German Absineering“ konzentrieren. Zuversicht ist sein Begleiter. Reithmeier hat noch viel vor.

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