Kunden legen Wert auf „heimische Bäume“

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„Das ist er.“ Familie Färbinger auf Baumsuche.

Berchtesgaden - Deutsche Weihnachtsbäume finden guten Absatz, denn die Qualität stimmt. Ein Bericht von einem Christbaumverkäufer:

Klein oder groß, dick oder dünn? „Das entscheidet der Kunde“, sagt Alex Horstmann. Seit drei Jahren verkauft er Christbäume, nebenberuflich. „Echte Nordmann-Tannen“, sagt er. Wichtig für seine Kunden: Dass die Tannen aus Deutschland kommen. „Da stimmt einfach die Qualität – und sie halten viel länger.“ Selbst nach dem Einsatz im heimischen Wohnzimmer findet der Weihnachtsbaum noch Verwendung.

In Horstmanns Lager wird man noch fündig. Im hinteren Bereich des Hofes stehen die kleinen Tannen, weiter vorne finden Interessenten die großen Exemplare. Von einem Meter bis hin zu 2,80 Metern reicht das Angebot. Am meisten Nachfrage besteht für das Zwei-Meter-Exemplar. Die typische Wohnzimmer-Variante. Seit drei Jahren verkauft Horstmann Tannen. Den Rest des Jahres über betreibt er ein Rafting-Unternehmen. Mangels warmer Temperaturen hat er sich für den Weihnachtsbaum-Verkauf entschieden. Und festgestellt, dass die Nachfrage doch recht groß ist. Vor allem, wenn das Angebot aus deutschen Landen kommt.

„Unsere Tannen kommen aus der Gegend rund um Würzburg“, sagt Horstmann. „Bayerische Tannen“, scherzt er. Seine Kunden legten darauf viel Wert. Keine Exemplare aus dem hohen Norden, aus Dänemark etwa. Denn die Bäume von dort seien schon lange zuvor geschlagen. Dann stehen sie in großen Hallen, werden befeuchtet. „Die Nadeln verlieren sie aber trotzdem viel schneller“, weiß Horstmann. Hingegen seine Nordmann-Tannen, ein immergrüner, geradstämmiger Baum, werden erst eine Woche, bevor sie geliefert werden, geschlagen. „Wir garantieren Frische“, sagt der Tannen-Mann und verweist auf das Gütesiegel, das jede Tanne als heimisches Exemplar kennzeichnet.

Zusammen mit seinem Mitarbeiter Stephan Kleinschnitz arbeitet er den ganzen Tag über in der Kälte. Von in der Früh, bis abends. Jeden Tag, neun Stunden. Die Woche vor Weihnachten sei besonders viel los. Dann kommen die, die lange warten, teils zu lange. Die Kurzentschlossenen, die sich doch noch für einen Baum entscheiden müssen. Oft habe es die Zeit davor einfach nicht zugelassen.

Bilder vom Christbaumverkauf

Bei Familie Färbinger aus Marktschellenberg war das ähnlich. Jetzt, ein paar Tage vor dem Heiligen Abend, muss alles ganz schnell gehen. Vater und Tochter befinden sich auf Weihnachtsbaum-Suche. Der Vater sagt: „Ich habe nur schnell Mittagspause.“ Keine fünf Minuten dauert der Einkauf, dann hat er sich – zusammen mit Tochter Monika – für einen zwei Meter großen Baum entschieden. „Der ist es“, sagt er, zufrieden, dass er so schnell einen gefunden hat. Viel Beratung war da nicht notwendig. „Unsere Tannen sind doch alle schön.“ Horstmann lächelt. Sein Kollege trägt die Tanne rüber zu einer Vorrichtung, durch die man den Wunsch-Baum hindurch schiebt. Gleichzeitig wird ein Netz um den Baum gelegt.

Der Baum soll seine Form behalten. So verpackt, kann Familie Färbinger das Bäumchen ohne weiteres nach Hause transportieren. Drüben, in einer Garage, warten noch viele andere Bäume. Rund 400 hatte Horstmann dieses Jahr. Er ist guter Dinge, dass er das Lager bis Weihnachten leer kriegt. „Die letzten Jahre konnten wir uns nicht beklagen“, sagt er. Am Heiligen Abend war er ausverkauft. Auch wenn es dieses Mal anders kommen sollte.

Der Tannen-Verkäufer weiß schon, was er mit dem Restbestand machen würde. „Den liefere ich unserem Hackschnitzel-Fernwärme-Kraftwerk in Schönau am Königssee“, sagt er. Dort würden die Bäume angenommen. „Aus der Region, für die Region“, sagt er. „Der Kreislauf schließt sich.“

kp

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