B20-Sperre zu Pfingsten sorgt für Unmut

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Berchtesgaden/Bischofswiesen - Aufgrund von Bahngleisarbeiten war die B20 über die Pfingstferien gesperrt. Nicht nur die Urlaubsgäste haben sich darüber geärgert.

Lothar Bernhard (Name geändert) ist sauer auf die Deutsche Bahn. „Die hat mir den Start in den Urlaub gründlich versaut“, sagt er. Bernhard reiste während der Pfingstferien mit dem Auto an, wie beinahe jedes Jahr. Doch kam er anfangs nicht weit. Am Hallthurm war Schluss – weiträumige Umleitung wegen einer Vollsperrung aufgrund von Bahngleisarbeiten. „Hakt‘s bei der Bahn“, fragt er nun. Und fordert eine Erklärung.

Lothar Bernhard kommt gerne nach Berchtesgaden. Regelmäßig, wie er erzählt. Der Frührentner ist Naturfreund, er und seine Frau wandern viel. „Wir lieben die Berge“. Endlich mal das Auto stehen lassen und die Ruhe genießen, so war sein Plan. Wenn der Urlaub dann aber mit einer Umleitung beginnt, ist die Vorfreude getrübt.

„Ich begreife nicht, wie man eine Bundesstraße in der Ferienzeit sperren kann“, ärgert er sich. Weder hatte er selbst die Information gelesen, dass die Einfahrt nach Berchtesgaden über den Hallthurm gesperrt war, noch wurden die Bernhards von ihren Vermietern informiert. Natürlich war alles beschildert. Dennoch sagt der verärgerte Gast: „Das lief nicht glatt“ – ein Seufzen begleitet seine Stimme.

Landrat Georg Grabner war nicht zufrieden mit dem gewählten Zeitraum für die B20-Vollsperrung.

Lothar Bernhard hat dann die Umleitung über das Wachterl in der Ramsau genommen und kam so nach Berchtesgaden. „Das hat uns zusätzliche Zeit gekostet.“ Die Urlaubsfreude ist dem Naturfreund scheinbar gehörig vergangen. Vielleicht doch nur eine Lappalie? „Nein, der Denkansatz der Deutschen Bahn ist falsch“, sagt er. Wenn die Saison begonnen hat, dürfe man keine Bundesstraße wegen Bahngleisarbeiten sperren.

Isabel Stöck, verantwortlich für die Pressearbeit bei der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH, sagt, dass man sofort nach Bekanntgabe der Sperrung auf der eigenen Homepage für Gäste darauf hingewiesen habe. Auch bei den Tourist-Informationen im Talkessel bestätigt man, dass Hinweise zur Sperrung rechtzeitig erfolgten. „Bei uns gab es keine Beschwerden“, so die Information aus der Tourist- Info Schönau am Königssee. Dass sich trotzdem nicht jeder mit der Informationspolitik der Deutschen Bahn zufrieden zeigt, äußerte kürzlich Bischofswiesens Bürgermeister Toni Altkofer am Rande der Einweihung des neuen Bischofswieser Feuerwehrgebäudes: „Mehr als unglücklich“ sei der Termin für die Wartungsarbeiten gelegt worden.

Die Gemeinde habe nach Bekanntgabe versucht, Einfluss zu nehmen. „Wir wollten den Termin anders legen“, so der Bürgermeister. Auf Gehör bei der Bahn stieß man dabei allerdings nicht: „Bei denen hat man darauf erst gar nicht reagiert“. Der Bürgermeister zeigte im Vorfeld der Bauarbeiten am Hallthurm wenig Verständnis für den Termin. Und Landrat Georg Grabner scherzte Anfang der Woche am Rande eines Termins in Berchtesgaden, dass die Bahn generell etwas zu kurzfristig plane. Wobei in diesem Fall den Landrat die Strecke über den Hallthurm nicht betrifft: „Ich fahre immer über Marktschellenberg nach Berchtesgaden“. Nachdem nun die erste Bauphase abgeschlossen wurde, stehen schon die nächsten Arbeiten am Bahngleis in Bischofswiesen/Winkl an. Von Freitag, 15. Juni, bis Mittwoch, 20. Juni, wird die B20 dann erneut vollständig gesperrt sein.

kp

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