Kriseninterventionsdienst bekommt Verstärkung

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Berchtesgaden - 13 Freiwillge haben ihre Grundausbildung beim Kriseninterventionsdienst (KID) abgeschlossen. Vier der Teilnehmer werden nach ihren weiteren Ausbildungen im Landkreis Rosenheim tätig sein.

Der Kriseninterventionsdienst (KID) des Roten Kreuzes bekommt Verstärkung: 13 Freiwillige haben an sechs Wochenenden die zeitintensive Grundausbildung zum Kriseninterventionshelfer durchlaufen – pünktlich zum Jubiläum, denn am 13. März feiern Fachdienstleiter Helmut Langosch und sein Team ihr zehnjähriges Bestehen. Seit der Gründung konnten die Ehrenamtlichen bei rund 700 Einsätzen Menschen in ihren schwersten Stunden Beistand leisten.

Vier der Teilnehmer kommen aus dem Landkreis Rosenheim und werden auch dort tätig sein. Neun Männer und Frauen sind aus dem Berchtesgadener Land. „Sie sollen in Zukunft unseren heimischen KID verstärken“, erklärt Langosch. Doch bis die neue Gruppe auch zu Einsätzen ausrücken kann, dauert es noch. Langosch: „Qualität zählt mehr als Quantität, zumal es um einen extrem sensiblen Arbeitsbereich geht, der die Intimsphäre und das Privatleben der Menschen tangiert; ohne ausreichend Erfahrung könnten die Helfer hier viel kaputtmachen.“ Kriseninterventionshelfer dürfen sich die Ehrenamtlichen erst nennen, wenn sie nach ihrer Grundausbildung einen Funklehrgang sowie die Sanitätsausbildung A und B abgeschlossen und bei mindestens zehn Einsätzen hospitiert haben; erst dann verfügen sie über ausreichend Erfahrung, um selbständig bei akuten psychischen Krisen helfen zu können. Mit den Neuen besteht der KID Berchtesgadener Land nun aus 26 aktiven Einsatzkräften.

Unter dem Oberbegriff Notfallnachsorge bieten die ehrenamtlichen BRK- Helfer derzeit drei verschiedene Leistungen an: Basisnotfallnachsorge (BNN) soll möglichst bald nach dem traumatischen Ereignis beginnen und das therapiefreie Intervall von rund 30 Minuten bis zum Eintreffen geeigneter Fachkräfte überbrücken. Diese grundlegende psychische Erste Hilfe kann nach einem Wochenendlehrgang jeder Ersthelfer und jede Einsatzkraft anwenden.

Krisenintervention beginnt ebenfalls möglichst während oder kurz nach einem Notfallereignis; die Krisenberater sind durchschnittlich zwei bis drei Stunden im Einsatz und stellen die Weichen für den weiteren psychischen Werdegang des Betroffenen, zielen also auf Nachhaltigkeit ab. Die speziell geschulten Kriseninterventionshelfer haben eine längere Ausbildung und ein Praktikum an der Seite eines erfahrenen Kollegen durchlaufen.

Critical Incident Stress Management (CISM) oder Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen (SbE) ist eine speziell auf traumatisierte Einsatzkräfte zugeschnittene Betreuung. CISM bedeutet hauptsächlich Prävention, um Helfern konkrete Anleitungen zur kompetenten Selbsthilfe innerhalb ihrer Einsatzorganisation zu geben.

Pressemitteilung Bayerisches Rotes Kreuz

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