Ein Konzept, das funktioniert?

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So sieht die ehemalige Kurklinik derzeit aus.

Bischofswiesen - Nach sechs Jahren kommt wieder Bewegung in die Pläne für ein "Wellness, Kurhotel und betreutes Wohnen" auf dem Gelände der alten Kurklinik in der Stanggaß.

Ein Investor möchte ein Vier-Sterne-Hotel mit 280 Betten in der alten Kurklinik errichten. Dabei soll das bestehende Gebäude voll genutzt, also umgebaut werden. Beim alten Schwesternheim sollen außerdem 80 Wohneinheiten für betreutes Wohnen entstehen.

Bei der ersten Vorstellung hatte der Gemeinderat bereits seine Bedenken dem Projekt gegenüber geäußert. Daraufhin hat das Planungsbüro Steinert aus Übersee die Planung noch überarbeitet. Es bleibt allerdings bei vier Gebäuden. Das eine wurde lediglich um 80 Zentimeter abgesenkt und die Tiefgarage erweitert, so das Parkflächen an der Oberfläche wegfallen können.

Wolf Steinert vom Planungsbüro ist sich sicher, dass "dieses Projekt eine Neuorientierung für die Stanggaß bedeutet." Deshalb habe man bereits zu den Nachbarn Kontakt aufgenommen und ihnen die Pläne erläutert. Jetzt ist der Gemeinderat am Zug. "Wir haben die Pläne. Wir könnten anfangen. Wir brauchen nur noch eine Genehmigung", bringt Steinert sein Anliegen auf den Punkt.

Genau diese Genehmigug bereitet aber einigen Gemeinderäten Sorge. Im Blickpunkt zwei Themen: das betreute Wohnen und der Betreiber. "Wer betreut die Senioren in den Wohnungen?" und "bleibt es bei betreutem Wohnen?" wollten die Gemeinderäte wissen. Wolf Steinert: "In dem Hotel wollen wir ebenfalls auf medizinische Betreuung setzen, die natürlich dann auch dem betreuten Wohnen zur Verfügung steht." Auch auf die Frage nach dem betreuten Wohnen gab es eine klare Antwort: "Es muss bei betreutem Wohnen bleiben." Es gebe bereits erste schriftliche Vereinbarungen, die natürlich erst dann vertraglich abgesichert werden könnten, wenn mit dem Bau begonnen werde, so Steinert.

Auch einen Betreiber gibt es noch nicht. Doch sollte keiner gefunden werden, will der Investor das Hotel mit betreutem Wohnen erst einmal selbst betreiben, sich die Option aber offen lassen, einen anderen Betreiber zu finden.

Letzlich einigten sich die Gemeinderäte mit 11:9 Stimmen für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan der Innenentwicklung. Das bedeutet, dass es keine Umweltverträglichkeitsprüfung geben wird, das Verfahren eines vorhabenbezogenen Bebauungsplan aber voll durchgezogen wird.

Christine Zigon

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