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Der Kindergarten als Lernwerkstatt

Das Selbstbild stärken: Kindergartenleiterin Magdalena Wenig ist vom neuen, teiloffenen Konzept im Kindergarten Berchtesgaden überzeugt.

Berchtesgaden – Alles neu macht 2010 – zumindest im Kindergarten Berchtesgaden kann man davon ein Liedchen trällern. Und das gleich in zweifacher Hinsicht.

Nachdem die energetische Sanierung mit einem Gesamtinvestitionsaufwand von 885.000 Euro kürzlich abgeschlossen werden konnte, lernen und spielen Berchtesgadens Kleinste nun in einem modernen, auf alle Eventualitäten abgestimmten Gebäude, das den erzieherischen Ansprüchen gerecht wird.

„Den Kindern gefällt es hier sehr gut“, sagt Kindergartenleiterin Magdalena Wenig, die vor allem jenes neue, teiloffene Konzept hervorhebt, das den Kindern mehr Entscheidungsfreiraum bietet. „Zwei Stunden spielen sie gemeinsam in ihrer Stammgruppe, zum Aufbau der sozialen Kompetenz, danach können sie selbst entscheiden, was sie machen wollen“.

Die Gelegenheit am Schopfe packen – dies tat man im Kindergarten: „Wir nehmen die Gelegenheit wahr, um unsere Konzeption in der Kindergartenarbeit zu überdenken“, so dachte man sich in Berchtesgaden. Das Ergebnis ist das sogenannte „Teiloffene Konzept“, eines, das mit den aktuellen Gegebenheiten und Erkenntnissen in der Betreuung von Kindern abgestimmt ist und mit dem Bildungs- und Erziehungsplan konform geht.

Dass das alte Konzept schlecht gewesen sei, nein, darauf lässt sich Magdalena Wenig nicht ein, „es war anders“. Statischer, weniger Entscheidungsmöglichkeiten für die Kinder, die sich die gesamte Zeit über in ihrer Gruppe aufhielten, den Vorgaben der Erzieherinnen nachgingen. Das teiloffene Konzept bietet mehr Freiraum, zusätzliche Möglichkeiten. „Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass unsere Kindergartenkinder immer jünger werden“, so Wenig. Es mache einfach mehr Sinn, wenn sich jüngere Kinder ohne weiteres hin und wieder bei Gleichaltrigen in einer Gruppe aufhalten könnten, dementsprechend die Älteren in einem eigenen Bereich miteinander spielten: „Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren brauchen andere Räume gemäß ihrer Entwicklung“, weiß Wenig, die die offene Arbeit als positive Möglichkeit im Sinne der Raumgestaltung erkennt. So sei es eine regelrechte Chance, „vier Gruppenräume nicht eins zu eins jeweils deckungsgleich zu gestalten, sondern auf ganz unterschiedliche, kindliche Bedürfnisse abzustimmen“.

Alles neu in 2010: Der Kindergarten Berchtesgaden hat eine energetische Sanierung und eine wesentliche Konzeptänderung erfahren.

Künftig wird es unterschiedliche Bereiche geben, welche von den Kindern individuell aufgesucht werden können. Ob Forschen oder Experimentieren, Bauen und Konstruieren, das Künstleratelier, oder der Rollenspielbereich – alles scheint möglich. Dass sich Kinder auf spezielle Bereiche versteifen, andere wiederum vernachlässigen könnten? „Diese Gefahr sehe ich nicht. Kinder sind von Grund auf neugierig“, so Wenig. Die Erfahrung habe gezeigt, dass jeder Einzelne überall hineinschnuppert und das Interesse schließlich auch geweckt wird.

Das Spielen im Freien, der Gartenaufenthalt, gehört darüber hinaus zu den Funktionsbereichen, in welchen unterschiedliche Lernwerkstätten integriert wurden. „Im Sinne der Selbstbildung von Kindern wollen wir sie in ihren Räumen, in ihrer Spiel- und Materialauswahl, nicht begrenzen“, erklärt die Kindergartenleiterin und weiter: „Sie dürfen sich in unserem Kindergarten auf Entdeckungstour begeben – drinnen wie draußen -, sie dürfen ihre Freunde in den anderen Stammgruppen besuchen und können gruppenübergreifend an den unterschiedlichen pädagogischen Aktionen teilnehmen“.

Gründe für die Entscheidung hin zum teiloffenen Konzept gibt es einige, im Kindergarten Berchtesgaden ist man vom neuen Konzept überzeugt, auch die Eltern seien dieser Ansicht: „Bislang haben wir nichts Gegenteiliges vernommen“, sagt Wenig, die die Stammgruppenstruktur als wichtig erachtet: „Der Gruppenraum ist ihr Territorium, der den Kindern vertraut ist und Sicherheit gibt“. In jedem Gruppenraum werde ein angemessen großer Bereich so gestaltet, dass ein vielseitiges Spiel- und Beschäftigungsangebot in der gruppeninternen, täglichen Zeit gewährleistet ist. „Den Morgenkreis können die Kinder als ein wiederkehrendes Ritual erfahren und somit langsam in soziale Strukturen hineinwachsen“, sagt Wenig. Nach und nach fänden die Kinder dann ganz von alleine jene Bereitschaft, sich mit anderen Kindern auseinanderzusetzen und die Angebotsvielfalt im Kindergarten wahrzunehmen.

Zukünftig stehen für 100 Kinder acht Funktionsbereiche zur Verfügung. Im Vergleich: Früher gab es alleine vier Gruppenräume. Der Vorteil liege klar auf der Hand: „Das neue Konzept verringert die Gruppenstärke und ermöglicht so konzentriertes, ungestörtes Spielen und Arbeiten der Kinder“.

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