"Kikifü" und Gottesdienst

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Derzeit steckt der Arbeitskreis rund um Pfarrer Peter Demmelmair (l.) noch in der Planungsphase.

Berchtesgaden - Die Planungen zum 1. Berchtesgadener Kirchentag gehen in die entscheidende Phase. Unter dem Motto "Meine Hoffnung und meine Freude" wurde ein Familientag angelegt.

Wohin die Kirche geht? Diese Frage klar und präzise zu beantworten, fällt schwer nach all den „schlechten Dingen der Vergangenheit.“ „Der Weg in einer engagierten Gemeinde führt immer Richtung Zuversicht und Glaube.“ Zumindest nach den Vorstellungen des Arbeitskreises zum „1. Berchtesgadener Kirchentag“. Berchtesgadens Pfarrer Peter Demmelmair und sein Team wollen am Sonntag, 29. Mai, unter dem Motto „Meine Hoffnung und meine Freude“ einen groß angelegten Familientag ausrichten – mit reichhaltigem Rahmenprogramm und deutlicher Ansage: Kirche hat Zukunft.

Am Sonntag, 29. Mai, findet der 1. Berchtesgadener Kirchentag statt.

Die Kräfte sind gebündelt, der Arbeitskreis hat sich im Pfarrheim St. Andreas in Berchtesgaden eingefunden, heute soll das Rahmenprogramm des „1. Berchtesgadener Kirchentags“ besprochen werden, was braucht man, was will man, wie, wer, wann. Die inhaltlichen Eckpunkte müssen abgesteckt werden, der Kirchentag soll an mehreren Orten in Berchtesgaden stattfinden, umfassend ausfallen, für jeden etwas bieten, Alt und Jung, Groß und Klein. Geplant ist ein großer Standlmarkt, ein „Markt der Möglichkeiten“, der jeden Bereich abdeckt, von der Kirchenführung, über die Ehe- und Familienberatung, bis hin zum Fisch- und Weinstand. „Meine Damen vom Frauenbund hätten auch noch gerne einen Stand“, wirft Anita Glossner, Berchtesgadens Nachtwächterin, in die Runde. Soll sie kriegen, entscheidet der Pfarrer, dessen Ohr ist für jeden offen. Große Kinder-Zirkuszelte für den Veranstaltungsbedarf vom Kreisjugendring? Kein Problem. Es dürfen auch zwei sein, entscheidet Demmelmair. „Wir wollen mit wenig Aufwand eine große Wirkung erzielen“, sagt der Pfarrer, inspiriert vom Ökumenischen Kirchentag in München. Diese Idee aufzugreifen, hielt er für richtig, der Effekt, den er mit dem 1. Berchtesgadener Kirchentag erreichen möchte, soll von nachhaltiger Natur sein.

Kirche in allen Facetten, nach einer krisengeschüttelten Zeit, Hoffnung und Freude sollen wieder in den Vordergrund treten, sagt er. Vom großen Festgottesdienst, über den Spontanchor bis zum Geo-Caching, der modernen Schnitzeljagd, soll alles vertreten sein. Ob Schlossplatz, Berengarplatz zwischen Stiftskirche und St. Andreas-Kirche, bis hin zum Kurkino, wo man einen dem Thema entsprechenden Film zeigen möchte. Noch wird an der Programmplanung gefeilt – verschiedene Austragungsorte, sich überlappende Zeiten, das scheint gar nicht so einfach zu sein. „Damit muss man leben“, sagt einer aus dem Arbeitskreis. Die Erwartungshaltung ist groß, bislang rechnet man mit 500 Mahlzeiten, die man an diesem Tag verkaufen möchte.

Da stellt sich die Frage: Kann man Pappteller und Plastikbesteck überhaupt anbieten? Oder spricht das gegen den Umweltgedanken? Man entscheidet sich dafür, wiederverwertbare Utensilien zu besorgen, aus Hartkunststoff, so etwas soll es geben, der Pfarrer hat noch 400 Kunststoffbecher in petto. Eine Kikifü (Kinderkirchenführung) wird es geben, meditativen Tanz, einen Bibel-Parcours, im Bräustüberl wird Rainer Schießerl, der „Wiesnpfarrer“, rund um das Oktoberfest plauschen. Ein jeder soll angesprochen werden, ob regelmäßiger Kirchengänger oder ein solcher, der einmal im Jahr ein Gotteshaus von innen sieht. „Man wird noch lange nicht zum Christ, wenn man in die Kirche geht. Man wird aber auch nicht zum Auto, wenn man in die Garage geht“, philosophiert eine am Arbeitskreis Beteiligte mit einem Augenzwinkern. Draußen donnert es gewaltig, es regnet wie aus Eimern, der Herr scheint gesprochen zu haben. Ein paar Details fehlen noch, es geht um die Kunst in der Kirche, um die geplante Neugestaltung des Tympanons, eine „Schmuckfläche“, im Portal der Stiftskirche.

Hier noch ein paar Worte zur beabsichtigten historischen Kegelbahn, jemand wird über die Kirchensteuer und deren Zweck referieren, Berufe in der Kirche sollen zum Thema gemacht werden. Ein Markt der Möglichkeiten eben. Pfarrer Peter Demmelmair freut sich auf den Kirchentag, in wenigen Tagen schon soll der endgültige Programmplan stehen, dann muss die Werbetrommel gerührt werden, man möchte schließlich gehört werden, keine „Insel-Veranstaltung“ soll es werden, sondern eine mit nachhaltigem Effekt. Mit Nachgeschmack. Positiv soll er sein.

kp

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