Ein Freizeitcenter am Bahnhof?

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Ein Freizeitcenter am Bahnhof? Der Bauausschuss sagt deutlich nein.

Berchtesgaden - Am Bahnhof in Berchtesgaden sollte ein Freizeitcenter entstehen - eine Spielothek, 23 Stunden am Tag geöffnet. Der Ausschuss diskutierte nun darüber.

Das Anliegen der Projektentwicklung Schöb: Zwei Spielhallen sollen auf gut 300 Quadratmetern entstehen. „Das wäre dann eine Vergnügungsstätte“, so Bürgermeister Franz Rasp. Auf einer Reihe von Geldspielgeräten würden die Kunden 23 Stunden am Tag die Stätte aufsuchen können. Eine Gaststätte sei nicht angedacht. Der Thekenbereich würde auf ein Minimum beschränkt werden, es gäbe nur antialkoholische Getränke. Bislang sei der Bahnhof als Sondergebiet gekennzeichnet. „Faktisch handelt es sich aber um ein Mischgebiet, weil im Gebäude auch Wohnungen zu finden sind.“ Wenn der Bauausschuss zur Überzeugung käme, dass es sich um ein Mischgebiet handelt, wäre eine Zustimmung des Projektes gar nicht mehr möglich, erläuterte Rasp. „Wenn wir aber der Überzeugung sind, dass es sich um ein Gewerbegebiet handelt, müssen wir der Nutzungsänderung zustimmen“, so der Bürgermeister. Michael Widmann (Grüne) sagte, dass Vergnügungsstätten derzeit einen großen „Boom“ erführen.

Jedoch seien Spielotheken häufig in den Gemeinden unbeliebt. „Man versucht, ihnen entgegenzuwirken.“ Das Ortsbild würde durch eine Vergnügungsstätte nicht aufgewertet. Außerdem ist Widmann überzeugt davon, dass man die leerstehenden Räumlichkeiten einer anderen Nutzung zuführen sollte. „Wir wissen ja noch nicht einmal, was mit der Kurdirektion geschehen soll“, so Widmann. In der Vergangenheit war es zu Überlegungen gekommen, eine Info-Stelle im Bahnhofsgebäude einzurichten. „Unsere Entwicklungsmöglichkeiten wären mit einer Vergnügungsstätte am Bahnhof deutlich eingeschränkt.“ Überzeugt, dass es sich faktisch um ein Mischgebiet handelt, ist auch Karl Seiberl (Parteilose Gruppe). Dem hatte der Bauausschuss nichts mehr hinzuzufügen.

Einstimmig lehnte dieser den Antrag ab.

kp

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