"Vorbereitung ist alles"

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„Facebook wird unterschätzt“, sagt Personalmanager Michael Wirth, der Jugendlichen nützliche Infos in Sachen Bewerbung gibt.

Berchtesgaden - Beim Projekttag zum Thema Berufsorientierung im Kongresshaus spricht Personalmanager Michael Wirth klare Worte zur Berufswahl.

„Vorbereitung ist alles“, sagt Michael Wirth, der während des Projekttages zum Thema Berufsorientierung als Gastreferent im Kongresshaus vor Ort ist, Jugendliche darüber aufklärt, auf was es im Vorfeld eines Vorstellungsgespräches ankommt. So seien es die einfachen, aber wesentlichen Dinge, die oftmals entscheidend sind. Facebook hingegen „wird unterschätzt“.

Was ist ausschlaggebend bei der Berufswahl?

Michael Wirth: Auf jeden Fall sollte man sich im Klaren sein, was man machen möchte. Es ergibt keinen Sinn, einen Beruf auszuüben und sich dafür zu bewerben, wenn man sich mit der Tätigkeit nicht zu identifizieren weiß. Als Berufseinsteiger sollte man sich auch vor Augen führen, ob es Alternativen gibt. Darüber hinaus wäre eine klare Abwägung einzelner Aspekte von Vorteil: Was bringe ich für meinen Beruf mit, was wird allgemein gefordert, wo bin ich weniger geeignet? Diese Fragen sollte man sich stellen.

Sie sagen: „Vorbereitung ist alles“.

Wirth: Ohne Vorbereitung hat man schlechte Karten. Hat man sich richtig beworben, besteht grundsätzlich die Chance, dass man zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wird. Meistens sind es dann die einfachen, eigentlich selbstverständlichen Dinge, die oft entscheidend sind. Etwa die Selbstdarstellung und das Auftreten in der Öffentlichkeit. Eine gebückte Haltung ist unvorteilhaft. Wichtig ist auch der feste Händedruck beim künftigen Arbeitgeber. Bei jedem zweiten bis dritten Bewerber mangelt es in dieser Hinsicht. Solchen „Kleinigkeiten“ wird oft nicht ausreichend Aufmerksamkeit gewidmet. Wünschenswert wäre es auch, wenn ein Bewerber im Vorfeld eine Stärken-/Schwächenanalyse durchführt, um festzustellen, wo persönliche Vorteile und Nachteile liegen. Ein Fragen- und Antwortenkatalog ist auch eine gute Möglichkeit, um für das Gespräch mit dem eventuellen Arbeitgeber gewappnet zu sein.

Wie schaut es in Sachen „Facebook“ aus?

Wirth: Jugendliche unterschätzen das Thema häufig. Auf den Facebook-Profilen wird öffentlich häufig das ganze Leben ausgeplaudert. Die Leute denken, niemand würde mitlesen. Personalentscheider durchforsten die sozialen Netzwerke mitunter aber ganz genau und schauen, wie öffentlich ein potentieller Arbeitnehmer lebt, was er schreibt und über sich preisgibt. Ich hatte erst letztens wieder einen Fall mit unschönen Konsequenzen für eine junge Frau. Nach eigenen Angaben war die Dame erkrankt, konnte nicht in die Arbeit kommen. Über Facebook ist sie aber öffentlich auffindbar, mit entscheidenden Personen „befreundet“. Ein Blick auf ihr Profil machte dann schnell klar, dass die Erkrankung gar keine war. Sie hatte geschrieben: „Kein Bock auf Arbeit - bei dem schönen Wetter.“

kp

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