Katze misshandelt

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Bischofswiesen/Engedey - Eine Tierfreundin meldete einen Fall von einer misshandelten Katze. Die unbekannte Katze kam oft zum Fressen zu ihr:

Die Katze kam schon seit längerem. „Nicht täglich, aber immer wieder“, erzählt die Leserin aus der Engedey mit betrübter Stimme. Oft hatte die Katze ohne Namen Appetit mitgebracht, fraß das Katzenfutter, das ihr die Tierfreundin hingestellt hatte, mit Hingabe. Zwar blieb die Katze scheu, dennoch baute sich eine Beziehung zwischen Mensch und Tier auf.

Eines Abends stand das rötliche Tier wieder vor der Tür, vor dem Futternapf. Das Fell war mit mehreren Klebebändern verklebt, rundherum gewickelt. Ein grausamer Anblick, der sich der Engedeyerin da bot. Die Katze war misshandelt worden, so die Einschätzung der Leserin.

Genannt werden möchte sie nicht. Sie ist selbst Katzenbesitzerin und hat die berechtigte Befürchtung, ihre Katze könnte selbst zum tierischen Opfer werden. „Ich habe die ganze Nacht geweint, als die Katze mit dem Klebeband vor mir stand“, erzählt sie, traurig. Paketband und festes Band war um den Vierbeiner gewickelt worden. Der Anblick sei „furchtbar“ gewesen. Da die Katze grundsätzlich scheu ist und wohl wegen des Vorfalls auf Distanz ging, gelang es der Leserin nicht, diese einzufangen, sie vom Band zu befreien. Also verschwand sie wieder in der Nacht. „Ich hatte Angst, dass sie nicht wiederkommt.“ Sie kam wieder, zwei Tage später, das Klebewand war noch immer um sie gewickelt, Teile hatte sie abstreifen können. Wie eine Schlinge lag ein Streifen um den Hals der Katze. Ein Ohr fehlte zwischenzeitlich. „Das hatte sie sich augenscheinlich abgerissen. Ich musste da etwas tun“, sagt die Dame immer wieder.

Es gelang ihr abermals nicht, die Katze einzufangen. „Vielleicht hätten wir sie dann noch retten können“, meint sie im Nachhinein. Es habe bereits nach Verwesung gestunken – wegen des verletzten Ohres. Zwischenzeitlich hatte die Mittsechzigerin den Tierschutzverein Berchtesgaden aufmerksam gemacht. Vorsitzender Stephen Mockler hatte sich ihrer angenommen, eine Katzentransportbox vorbeigebracht. Falls der nächste Versuch, die Katze zu fangen, klappen sollte. „Ich glaube, sie kommt nicht wieder“, sagt die Engedeyerin, die seit zwei Tagen auf den Vierbeiner wartet - und wartet. Die Sache lässt ihr einfach keine Ruhe.

Ob solche Taten häufiger vorkommen? Stephen Mockler sagt, ihm sei in letzter Zeit nichts bekannt geworden. „Das können Halbwüchsige sein, die sich einen Spaß erlauben, aber auch richtige Katzenhasser.“ Wer wisse das schon. Er rät, Tieren grundsätzlich einen Chip einsetzen zu lassen. Dann sind diese registriert, mit Nummer und Name, und können ohne Weiteres per Chip-Lesegerät zugeordnet werden. „Das würde vieles erleichtern“, weiß der Tierfreund. 15 Euro einmalig koste ein solcher Chip.

Ob Tierschutz oder Tierarzt: Wer im Besitz eines Lesegerätes sei, könne in kürzester Zeit feststellen, um wessen Katze oder Hund es sich hierbei handelt. Die Katzenfreundin hat indessen ihre Hoffnung aufgegeben, dass sie das verletzte Tier noch einmal zu Gesicht bekommen wird. „Sie wird wahrscheinlich an ihren Verletzungen sterben“, sagt sie. Stephen Mockler sagt, Katzen seien „zähe Tiere“. Sofern keine inneren Verletzungen vorlägen, sei auch eine Genesung denkbar.

Über Tiermissbrauchsfälle weiß man bei der Polizeiinspektion Berchtesgaden nicht Bescheid. „Die letzten Jahre ist da nichts bei uns gemeldet worden“, so das offizielle Statement. Auch wenn über den Täter nichts bekannt ist - die Dame hat einen Hinweis erhalten. Vom Postboten, der einen Verdacht geäußert hatte. „Wir müssen dem nachgehen“, sagt sie. „So etwas darf nie wieder passieren.“

kp

Rubriklistenbild: © dpa

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