Ein Jugendhaus für Berchtesgaden?

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Diskutieren über die Räumlichkeiten (v. l.): Bürgermeister Franz Rasp, Gemeinderätin Rosi Plenk (PLG), Josef Wenig (PLG) und Marktbaumeister Helmut Graßl.

Berchtesgaden - Auf der Suche nach einem Nachfolger für das Jugendheim stellen sich viele Probleme in den Weg. Finanzielle Unterstützung wird es wohl auch nicht geben.

So viel ist klar: Wenn es einen „Nachfolger“ des Jugendheims geben soll, wo offene Jugendarbeit praktiziert werden kann, muss ihn der Markt Berchtesgaden alleine stemmen. Etwa in einem Nebengebäude des Berchtesgadener Schlachthofes, bislang Unterkunft für Obdachlose. Kürzlich fand dort eine Ortsbegehung mit Gemeinderat, Bürgermeister Franz Rasp und Jugend AG statt. „Vollkommen unverbindlich.“ Ein Lage-Check. Bischofswiesen, Marktschellenberg, Ramsau und Schönau am Königssee zeigen bislang kein Interesse, sich finanziell an einer eventuellen gemeinsamen Umsetzung zu beteiligen.

Das Gebäude an der Bergwerkstraße steht leer. Genutzt wurde es unter anderem zur Unterbringung Obdachloser, die hier ein Dach über dem Kopf hatten, sich ein warmes Essen kochen konnten. „Wir schauen uns das Haus heute mal an und können dann sagen, ob es für die Jugendlichen überhaupt in Frage kommt“, sagt ein Gemeinderat.

Das Gebäude liegt direkt an der Bergwerkstraße und könnte in Zukunft ein neues Haus für die Jugend werden.

Grundsätzlich gäbe es mehrere Möglichkeiten, die Talkessel-Jugend unterzubringen. Das Jugendheim, jetzt „Haus der Vereine“, stünde zur Verfügung. Neben dem Jugendheim-Saal, in dem zukünftig Vereine proben können, stehen die meisten Räumlichkeiten leer. „Ob das gut ist, dort, wo wir gerade aufgehört haben, gleich wieder weiterzumachen“, fragt einer. Auch das alte Berchtesgadener Gymnasium böte sich an, „wo die Bands momentan üben“, sagt Bürgermeister Franz Rasp. Drei Räumlichkeiten, zu wenig. Der Rest des Gebäudes, das ausreichend groß dimensioniert ist, steht nicht zur Verfügung. Ein moderner Brandschutz fehlt. Investitionskosten, die für die Gemeindekasse nicht möglich erscheinen. „Wir können es uns in einem Vor-Ort-Termin gerne mal anschauen“, sagt Bürgermeister Rasp.

Also dann doch das Schlachthof-Nebengebäude, als letzte Variante, die von Seiten der Gemeinde angeboten werden kann. Zentrumsnah ist das Gebäude, vom Markt schnell zu erreichen. Auch der Busbahnhof liegt nur einige Hundert Meter entfernt. „Das wäre ideal“, sagt Sabine Wimmer, die Jugendreferentin, die das Objekt vorgeschlagen hat. „Schauen wir es uns doch mal an“, sagt Bürgermeister Rasp. Ein schmaler Aufgang, viele Treppen. Oben angekommen präsentieren sich den Besuchern Räumlichkeiten, dem Alter des Baus entsprechend. Alle eingerichtet – eine Wohnung mit einem Wohnzimmer, einem Schlafzimmer, einer Küche. „Dass hier einiges getan werden muss, ist klar“, sagt einer. Zwischen 5000 Euro und 300000 Euro sei alles möglich. „Je nachdem was wir alles umsetzen würden.“ Falls das Gebäude für die Jugend überhaupt infrage kommt.

 „Wir machen uns heute ein erstes Bild“, sagt Rasp. Marktbaumeister Helmut Grassl sagt, dass die Elektrik im Haus neu gemacht werden müsste. „Da kommen wir nicht drumherum.“. Baustellen werde es dort mehrere geben. Allerdings müssten die tatsächlichen Kosten erst ermittelt werden. Auch einige Mitglieder der Jugend AG sind mit vor Ort, begutachten das Gebäude. Grundsätzlich sei das schon in Ordnung. Die Lage stimme, „aber ein bisschen wenig Platz“, sagt eine. „Man kann nicht alles haben“, sagt ein Zweiter. Und einer, der bei der Freiwilligen Feuerwehr dient, erklärt, dass es wohl kaum möglich wäre, im Brandfall mit der Drehleiter hier gute Arbeit leisten zu können.

Jugendreferentin Sabine Wimmer schlägt vor, nochmals nach Bad Reichenhall hinauszufahren, dort das „Haus der Jugend“ zusammen mit der Jugend AG anzusehen. „Eine gute Idee.“ Der Vor-Ort-Termin ist beendet, für den Gemeinderat geht es nun in das Rathaus. Zur weiteren Lage-Besprechung. In der Hoffnung, gemeinsam eine gute Lösung zu finden.

kp

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