100 Jahre Berchtesgadener Schutzgebiet

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„Helfen Sie mit, diese einzigartige Landschaft zu erhalten!“ So empfing das Naturschutzgebiet Berchtesgaden zwischen 1922 und 1978 seine Gäste. Im Rahmen der Winter-Vortragsreihe des Nationalparks blickt Dr. Hubert Zierl, ehemaliger Leiter der Nationalparkverwaltung, zurück auf 100 Jahre Naturschutzgeschichte rund um Watzmann und Königssee. Der Vortrag beginnt am 11. November um 20 Uhr im Nationalpark-Haus Berchtesgaden.

Berchtesgaden - Am Mittwoch beginnt um 20 Uhr im Nationalpark-Haus Berchtesgaden die traditionelle Winter-Vortragsreihe des Nationalparks.

Bei der Auftaktveranstaltung lässt Dr. Hubert Zierl, ehemaliger Leiter der Nationalparkverwaltung, Erinnerungen wach werden. Im Jahre 1910 dämmte die Einrichtung des „Pflanzenschonbezirks Berchtesgadener Alpen“ den damals weit verbreiteten Handel mit Alpenpflanzen ein. So konnten die Bestände von Edelweiß, Alpenrose und Alpenveilchen auf einer Fläche von rund 8600 Hektar vor allzu eifrigen Sammlern geschützt werden. Doch nur wenige Jahre später drohte der Region rund um Watzmann und Königssee weiteres Ungemach: Im ersten Weltkrieg tauchte der Plan auf, in die Falkensteiner Wand am Königssee als Kriegerdenkmal einen assyrischen Löwen einmeißeln zu lassen. In der Bevölkerung regte sich heftiger Widerstand gegen diesen „Anschlag auf den Königssee“. Die Ausweisung des „Naturschutzgebiets Königssee“ im Jahre 1921 verhinderte die Pläne, sehr zur Freude der engagierten Berchtesgadener Heimat- und Naturschützer. Doch die Region sollte auch nach diesem Meilenstein in der Naturschutz-Geschichte nicht zur Ruhe kommen: Im Jahre 1967 wurden alte Pläne zur Errichtung einer Seilbahn auf dem Watzmann wieder aktuell. Daraufhin riefen Vertreter des Naturschutzes, allen voran der Verein zum Schutz der Bergwelt und der Alpenverein, zum „Kampf um den Watzmann“ auf – mit Erfolg. Mit der Gründung des Nationalparks Berchtesgaden im Jahre 1978 blieb das Wahrzeichen Berchtesgadens vor dem Massentourismus verschont. Auf rund 21.000 Hektar ist die Natur bis heute sich selbst überlassen – ein ständiger Kreislauf aus Wachsen, Reifen und Zerfallen und immer wieder neuem Entstehen bestimmt das Bild. Dr. Hubert Zierl war der erste Leiter des Nationalparks Berchtesgaden und kennt die Herausforderungen des „neuen“ Schutzgebietes so gut wie kein Anderer. Der engagierte Wissenschaftler berichtet vom „Yellowstone Park der deutschen Alpen“ und geht der Frage nach, warum gerade Berchtesgaden zu einem Vordenker und Wegbereiter des Naturschutzes im Alpenraum wurde.

Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr, der Eintritt kostet 2,50 Euro.

Pressemitteilung Nationalpark Berchtesgaden

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