Hilfe für den Talkessel

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Josef Obraczka ist zufireden, wie es läuft bei "Berchtesgaden hilft".

Berchtesgaden – „Es läuft bestens“, sagt Josef Obraczka vom Verein „Berchtesgaden hilft“. Der Höhepunkt des Jahres wartet.

Das Jahr neigt sich seinem Ende zu und doch steht der Höhepunkt für die Vereinsarbeit erst an: der „Adventskalender“-Losverkauf während des Berchtesgadener Advents. 15.000 Lose wolle man in diesem Jahr veräußern. 15.000 Lose bedeutet auch: 15.000 Euro Reingewinn, der direkt an den gemeinnützigen Verein fließt. Mit dem Geld wird „Gutes getan“, sagt Obraczka. Die Unterstützung von Schulen gehört ebenso dazu, wie finanzielle Zuschüsse an Kindergärten. „Aber auch an Privatpersonen haben wir schon Gelder gegeben.“ Doch wandle man immer auf einem schmalen Grat. „Wir können es nicht jedem recht machen“, so Obraczka.

Erst vor zwei Jahren wurde die Ausrichtung des Vereins überarbeitet. Ein weiterführendes Konzept sollte her. „Ziel war es, dass wir uns für wohltätige Zwecke innerhalb der fünf Talkessel-Gemeinden engagieren“, sagt Obraczka. Ziel war es aber auch, nicht nur durch den Losverkauf während der Adventszeit Einnahmen zu generieren, sondern ganzjährig. Durch Spenden.

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„Unser Verein gewinnt an Bekanntheit“, weiß der Vorsitzende, der die Arbeit, wie seine zwei Vorstandskollegen, ehrenamtlich macht. Das verlangt viel Zeit und Aufwand – aber es lohnt sich. Heimische Betriebe kommen von selbst auf „Berchtesgaden hilft“ zu, spenden. Die Verteilung der Gelder verläuft nach einem speziellen Grundsatz. Die Projekte, die unterstützt werden, sind im Berchtesgadener Talkessel angesiedelt. „Denn auch hier gibt es viel zu tun“, ist sich Josef Obraczka sicher. In allen fünf Gemeinden wurden Gremien gebildet, die sich wiederum vor Ort absprechen, Notwendigkeiten ermitteln, Anfragen abklären und abwägen, welche Mittel wohin fließen könnten.

„Kürzlich haben wir dem Gymnasium Berchtesgaden einen Betrag für deren MINT-Ausstellung übergeben.“ Ohne die Gelder wären viele schulischen Projekte nicht zu realisieren. Für die Musikschule etwa wurde ein Instrument durch Spendengelder angeschafft, der Integrative Kindergarten erhielt ebenso einen Betrag, der direkt dort ankommt, wo er benötigt wird. „Das ist das allerwichtigste“, sagt Obraczka. Fast jeden Tag erreiche ihn derzeit eine Anfrage. Nicht alle könne man positiv bejahen. Viele aber. Schwierig werde es nur dann, wenn es um gezielte Personenspenden geht.

„Der Grat ist schmal.“ Kommt einer, kommen alle. Also gilt es abzuwägen. In Planung ist ein Basis-Fragebogen, ein Raster, durch das jeder hindurch muss, um festzustellen, ob die Kriterien erfüllt werden. Bauchentscheidungen sind da fehl am Platz. Fehlentscheidungen könnten Obraczkas Ansicht größtenteils aber ausgeschlossen werden, da sich die Gremien vor Ort gut auskennen und wüssten, wo was benötigt werde. Denn „uferlos dürfe das alles nicht werden“. Aber Obraczka macht sich da keine Sorgen: „Die Gemeindevertreter sorgen vor, dass Missbrauchsfälle von vorneherein ausgeschlossen werden.“

Zwischenzeitlich habe man ein finanzielles Polster gebildet, das notwendig sei. Mit der Bekanntheit des Vereins wächst auch die Zahl derer, die die finanziellen Zuschüsse in Anspruch nehmen. „Wir haben hier ein soziales Netzwerk geschaffen, das viel bewegt“, sagt Obraczka. So sei die Zusammenarbeit mit der Berchtesgadener Tafel besonders hervorzuheben. Immer wieder gibt es von dieser Seite Anfragen. Zuschüsse für Heizöllieferungen gab es bereits, auch Mietteilzahlungen. „Wichtig ist, dass man nicht nur Geld gibt, sondern auch Lösungen aus der sozialen Misslage aufzeigt“, weiß Josef Obraczka, der in den kommenden Tagen viel zu tun hat. Denn schon Mitte November startet der Verkauf der Lose des Adventskalenders. An den vier Adventswochenenden, beginnend mit dem 26. November, findet dann jeweils eine Ziehung statt – es winken attraktive Preise, die hiesige Gewerbetreibende zur Verfügung gestellt haben.

kp

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