Grüne wollen Energiewende beschleunigen

Berchtesgaden - Nach Ansicht des Kreisvorstandes von Bündnis 90/Die Grünen kann das Tempo bei der Energiewende durchaus noch beschleunigt werden.

Grünen-Kreisvorsitzender Prof. Dr. Bernhard Zimmer lobte auf der jüngsten Kreisvorstandssitzung der Ökopartei, dass man im Berchtesgadener Land in den letzten Jahren in einigen Bereichen durchaus in die richtige Richtung vorangekommen sei. So sei die Entwicklung etwa bei der Solarstromerzeugung beachtlich. Auch in Sachen Biomasse seien einige Projekte verwirklicht worden. Im Bereich der Windenergie habe der Landkreis aber erheblichen Nachholbedarf. Auch bei der Wärmedämmung gebe es Handlungsbedarf. Es sei daher richtig, dass der Kreistag vor kurzem beschlossen habe, eine Bestandsanalyse vorzunehmen und daraus weitere Handlungsschritte ableiten möchte. Zimmer verteidigte die Energiewende vor der vielfach zu hörenden Kritik in Sachen Strompreise. Es sei zwar kurzfristig und auf mittlere Sicht mit Strompreiserhöhungen zu rechnen.

Allerdings sei der Glaube an den billigen Atomstrom ein „Ammenmärchen“. Der vermeintliche Preisvorteil des Atomstromes ergebe sich daraus, dass die Milliarden Subventionen, die in den letzten Jahrzehnten in die Atomenergie geflossen seine, ebenso wenig in den Atomstrompreis einflössen wie der allergrößte Teil der Endlagerkosten und der Kosten eines möglichen Atomunfalls. Diese Endlagerkosten könnten heute noch gar nicht seriös berechnet werden, weil es weltweit noch gar kein Atommüllendlager gebe. Und welche gigantischen Kosten bei einem Atomunfall entstünden, könne man zur Zeit in Fukushima erleben.

Mittel- und langfristig werde die Energiewende den Strompreis im Vergleich zur Atomstromerzeugung oder zur Erzeugung aus fossilen Quellen preiswerter machen. Unsere Volkswirtschaft werde ausserdem einen Innovationsschub erleben. Zimmer warnte davor, zu glauben, dass die Energiewende ohne Konflikte umzusetzen sei. Auch Erneuerbare Energien hätten ihre Schattenseiten. Sicherlich gebe es beispielsweise für Windkraftanlagen Standorte, die eher nicht in Frage kämen. Man müsse aber die Nachteile dieser Techniken aber immer in den Vergleich beispielsweise zur Atomenergie setzen. Weiter machte Zimmer deutlich, dass ein zentrales Problem bei der Energiewende das Thema Stromspeicherung sein werde.

Strom aus Erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne stehe nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit gleichmässig zur Verfügung. Deshalb müsse ein Teil des so erzeugten Stromes gespeichert werden. Zu diesem Thema plant der Grünen-Kreisverband im nächsten Jahr eine Informationsveranstaltung über den Stand der Dinge.

Mit dieser Veranstaltung wolle man sich auch in die laufenden Debatte um das Thema Pumpspeicherwerke einbringen. Kreisvorstandsmitglied Edwin Hertlein bestätigte die Ausführungen Zimmers in Bezug auf die positiven Entwicklungen in den Bereichen Solarstromerzeugung und Biomasse im Landkreis. Gerade in seiner Heimatgemeinde wäre auf diesen beiden Felder einiges geschehen. Bei der Solarstromerzeugung sei aber beispielsweise noch Luft nach oben. Mit 823 Watt pro Einwohner an installierter Leistung belege Teisendorf zwar mit deutlichem Abstand vor der zweitplatzierten Landkreisgemeinde den ersten Platz in der Landkreiswertung. Im Nachbarlandkreis Traunstein wäre man mit dieser Zahl aber lediglich auf Platz 14 gelandet.

Pressemitteilung Edwin Hertlein

Rubriklistenbild: © dpa

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