Große Vermisstensuche am Königssee

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Schönau am Königssee - Ein Großaufgebot Rettungskräfte wurden am Freitag gegen 18 Uhr zum Königssee gerufen. Es wurden Badesachen am Steilufer des Königssees gefunden, aber nicht der Besitzer.

Ein Großaufgebot an Einsatzkräften von BRK-Wasserwacht, Feuerwehr und Polizei hat am Freitagabend am Königssee zwischen Königsbach-Wasserfall und Anlegestelle Kessel mit Booten, Wasserrettern, Tauchern und dem Traunsteiner Rettungshubschrauber nach einem vermeintlich vermissten Badegast gesucht. Touristen hatten am Nachmittag einen Schwimmer beobachtet, der im Bereich des Wasserfalls in den See gestiegen war; als der Mann nach über zwei Stunden immer noch nicht zurück war und herrenlose Kleidung am Ufer lag, gingen die Wanderer von einem Badeunfall aus und informierten die Königssee-Schifffahrt.

„Mit einem Notruf haben die Melder dann aufgrund der unklaren Lage absolut richtig gehandelt“, sagte der Technische Leiter der Berchtesgadener Wasserwacht, Franz Kurz. Die Rettungsleitstelle Traunstein alarmierte gegen 17.30 Uhr zunächst den Einsatzleiter Wasserrettungsdienst, die Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG) der BRK-Wasserwacht Berchtesgaden und Bad Reichenhall, die Feuerwehr Königssee und die Tauchergruppe der Feuerwehr Bad Reichenhall, den Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“, den Einsatzleiter Rettungsdienst, einen Rettungswagen des Roten Kreuzes und den Berchtesgadener Notarzt.

Suchaktion am Königssee

Auf Anforderung des Wasserwacht-Einsatzleiters wurden für die Suchaktion die SEG der Wasserwachten Freilassing und Laufen und der Einsatzleiter der Bergwacht Berchtesgaden nachgefordert. Während die Hubschrauberbesatzung die Wasserfläche aus der Luft absuchte, wurden mehrere Wasserretter, Taucher und ein Polizeihundeführer mit Booten ins Suchgebiet gefahren. Nach über einer Stunde ohne Feststellungen brachen die Retter den Einsatz ergebnislos ab, da zwischenzeitlich auch die Kleidung nicht mehr am Ufer lag.

 „Wäre die Kleidung zu Beginn des Einsatzes immer noch dagewesen, hätten wir die Suche mit Tauchern und Unterwasserkameras weiter fortgesetzt. So aber mussten wir davon ausgehen, dass der Mann relativ weit geschwommen war und dann zwischen Alarmierung und Eintreffen der Retter zu Fuß über das Ufer zurückgekommen ist“, erklärt Einsatzleiter Franz Kurz. 30 Einsatzkräfte der Wasserwacht, 25 Feuerwehrleute, drei Polizisten und sechs Rettungsdienst-Mitarbeiter waren rund eineinhalb Stunden lang gefordert.

Vor einigen Jahren hatte die BRK-Wasserwacht bereits einen ähnlichen Einsatz am Königssee: Damals hatte ein Schwimmer eine Strecke von rund fünf Kilometern zwischen Wasserfall und Reitl zurückgelegt. Als ihm dann reichlich kalt war, ging er barfuß am Ufer Richtung Wasserfall, wobei er sich am nassen Palfen total verlief und schließlich wieder auf den See hinausschwamm. Die Wasserwacht war zufällig bei einer Bootsübung unterwegs und entdeckte den total erschöpften Schwimmer, der auf sich aufmerksam machte. Er wurde zurück zu seiner Kleidung und dann zur Seelände gebracht.

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