Götschen: was nun?

Bischofswiesen - Der Deutsche Skiverband will das Regionalzentrum Alpin und Snowboard am Götschen in Bischofswiesen erweitern. Die Mehrheit des Gemeinderates nicht.

Der deutsche Skiverband will die Beschneiungskapazität und die Pistenfläche erweitern und die Stromversorgung verbessern - für 3,5 Millionen Euro netto. Die Gemeinde Bischofswiesen sollte sich daran mit 20 Prozent beteiligen. Dem hat der Haupt- und Finanzausschuss bereits einen Riegel vorgeschoben.

"Der Haupt- und Finanzausschuss schlägt eine Deckelung der Beteiligung auf 126.000 Euro vor, ohne Beteiligung an den Betreibskosten und ohne die Vollträgerschaft", erklärte Bürgermeister Toni Altkofer dem Gremium vorab. Dann begann die Diskussion.

Paul Grafwallner von der UBB schlug gleich zu Beginn vor, über den Antrag erst einmal nicht abzustimmen. Ihm stieß vor allem sauer auf, "dass die Pisten auf 19 ha erweiter werden sollen, die Beschneiung aber für 25 ha ausgelegt werden soll." Für ihn bedeute dass, das der DSV dort oben nach und nach auch die Pisten auf 25 ha ausbauen könnte. Ein von ihm beantragtes Ratsbegehren, der Bevölkerung die Entscheidung über die Zukunft des Götschen zu überlassen, wurde aber mit fünf zu 15 Stimmen abgelehnt.

Auch wenn einige Gemeinderäte Grafwallner zustimmten, dass die fianzielle Situation der Gemeinde eine Beteiligung am Götschen nicht zuließe, war vielen doch bewußt, dass das Familienskigebiet auch für die Einheimischen und Gäste attraktiv gehalten werden muss. "Wir haben die Möglichkeit, so den Götschen für die kommenden 20 Jahre fit zu machen", gab Michael Lichtmanegger von der CSU zu bedenken. Hans Metzenleitner von der SPD befürchtet dagegen, dass eine Beteiligung am Götschen die Zwangsverwaltung der Gemeinde bedeuten könne.

Grundsätzlich waren sich die Gemeinderäte einig, dass eine Erweiterung der Beschneiungsanlage keine großartigen zusätzlichen Auswirkungen auf die Natur habe. Eine weitere Trasse für die Trainings des DSV fand aber nicht genug Befürworter. Da auch der finanzielle Aspekt eine große Rolle für das Gremium spielte, wurde das Gesuch des DSV letztlich abgelehnt.

Zuerst ließ Altkofer direkt über de Antrag des DSV abstimmen, dass sich die Gemeinde mit 20 Prozent am Ausbau der Beschneiung und der Pisten beteilige. Der wurde mit 5:15 Stimmen abgelehnt. Dann wurde der Vorschlag des Hauptausschusses - eine Beteiligung mit maximal 126.000 Euro - mit 10:10 abgelehnt. Und die Variante Beschneiungserweiterung, aber keine neue Piste wurde mit 5:15 Stimmen abgelehnt.

Demnach ist die Zukunft am Götschen weiter offen.

Christine Zigon

Rubriklistenbild: © Gemeinde Bischofswiesen

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