"Es g'hört mehr zamg'holfen"

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Berchtesgaden - Vor über 30 Jahren haben Klettersteige in den Dolomiten einen Trend ausgelöst. Jetzt springt auch Deutschland auf diesen Zug auf.

"Vor fünf, sechs Jahren hat es im Berchtesgadener Land noch keine Klettersteige gegeben", berichtet Michael Grassl. Er ist der Ideengeber für die 1. Salewa-Klattersteigschule in Berchtesgaden.

Immer mehr Touristen und Einheimische nutzen die bestehenden Steige, um alleine klettern gehen zu können. "Grundsätzlich schafft das auch jeder, der eine gewisse Grundkondition hat", ist Klettersteigschulen-Leiter Korbinian Rieser überzeugt. Allerdings gehört auch ein bisschen Know-How und Technik dazu.

Genau das lernen "Korbi" und neun weitere Bergführer den Teilnehmern ihrer Klettersteigschule. Dienstags und Freitags werden am Hanauerstein Schnupperkurse angeboten. An Samstagen können die Klettersteig-Neulinge den Grünstein-Klettersteig durchqueren - unter Anleitung versteht sich.

Eröffnung Klettersteigschule

Das haben die Verantwortlichen zu ihrer offiziellen Eröffnung am Dienstag auch mit den geladenen Gästen gemacht. Am Hanauerstein wurde die Schule kurz vorgestellt, die drei Trainigsrouten gezeigt und dann ging's los. Kletter-Material ausgeteilt und auf zum Grünstein.

Lauter Anfänger wagten sich mit den erfahrenen Bergführern in die Wand und waren begeistert. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich das schaffe", sagte eine Teilnehmerin. Doch am Ende kamen alle glücklich am Gipfel des Grünsteins an und hatten sich eine Mahzeit mehr als verdient.

Immer ein Bergführer ging mit zwei Gästen in die Wand. Mit dem Klettersteigset und einem Klettergurt an einem Stahlsteil gesichert, ging es nach oben. Stahlstufen erleichterten den Aufstieg, trotzdem gab es zwischendrin Stellen, an denen Kraft, Ausdauer und Mut gefordert waren. "Ich bin jetzt schon stolz auf mich", war durchaus des öftern zu vernehmen und das mit Recht. Immerhin brachten die Gäste 400 Höhenmeter hinter sich und das in zwei Stunden.

Klettersteig-Schnupperkurs

Mit einem "Berg heil" empfing "Michi" Gassl die verschwitzten Kletterer am Gipfel. Er ist stolz, wie sich die Klettersteigschule in kurzer Zeit entwickelt hat. Von seiner Idee waren Korbi und auch Stefan Höllbacher sofort begeistert. Schnell war auch Salewa von der Notwendigkeit, auf den Trend Klettersteiggehen aufzuspringen, überzeugt. Dann stellte die Gemeinde Schönau am Königssee noch den Hanauerstein hinter dem Gasthaus Unterstein zur Verfügung und es konnte losgehen.

"Wir haben das alles nur schaffen können, weil wir zusammen geholfen haben. Deshalb wollen wir auch ein Zeichen setzen: es ghört einfach wieder mehr zamgholfen", betont Grassl noch einmal, bevor er mit seinen Eröffnungs-Gästen zum gemütlichen Teil des Tages überging.

red-bgl24/cz

Rubriklistenbild: © cz

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