Die Geschichte vom "Waze"

Ramsau - Seit 200 Jahren gehört Berchtesgaden zu Bayern. Ein Grund für Max Reichenwallner, sich einen Wunschtraum zu verwirklichen - die Nationalpark-Festspiele im Klausbachtal.

Im 12. Jahrhundert kam der Augustinermönch Eberwein Frymann mit einigen Brüdern in den "Gaden", um ein Kloster zu gründen. Die Gräfin Irmengard von Sulzbach hatte den "Berchtes-Gaden" durch ein Gelübde den Augustinern gewidmet. Dort hatte aber der Spisar Waze von Falkenstein das Sagen. Er herrschte mit Willkür und Unterdrückung. Waze war über die Ankunft der Mönche gar nicht begeistert und schreckte selbst vor Mord nicht zurück.

So beginnt die Geschichte des Watzmanns. Zumindest wenn man der "Martinsklause" von Ludwig Ganghofer Glauben schenken darf. Am Ende des Stücks soll nämlich der Zuhörer wissen, wie der Berg entstanden ist.

Wer neugierig geworden ist, ist ab 24. Juni in Ramsau richtig. Hinter dem Klausbachhaus ist am Waldrand eine Bühne entstanden, auf der schon fleißig geprobt wird. "Wir haben an die 40 Schauspieler - alles Laien", verrät Regisseur Max Reichenwallner. Er hat sich mit der Freilicht-Inszenierung von der "Martinsklause" einen Wunschtraum erfüllt. "Ich wollte das Stück schon lange inszenieren. Nur die Örtlichkeit war immer das Problem."

"Die Martinsklause" in der Probephase

Mitten im Nationalpark hat Reichenwallner das gefunden, was er gesucht hat. Eine irrsinnige Kulisse mit eingebautem Naturschauspiel. "Sollte es sehr stark regnen, werden wir bei den Aufführungen abbrechen müssen", weiß der Regisseur. "Aber wir haben Regenumhänge vorbereitet und hoffen auf gutes Wetter."

Verständlich, denn immerhin passen auf die Zuschauertribüne - die noch aufgebaut werden muss - 600 Personen. Bei zehn Aufführungen können also bis zu 6000 Karten unter die Leute gebracht werden. "Wir haben schon sehr viele Karten verkauft", freut sich Fritz Rasp von der Tourist-Info in Ramsau. Für ihn und die Gemeinde war es sofort klar, das Projekt "Martinsklause" zu unterstützen. Und auch der Nationalpark hat fleißig mitgeholfen. "Dass wir hier spielen dürfen, ist wirklich der Wahnsinn", Max Reichenwallner weiß den Ort mehr als zu schätzen.

Viele fleißige, freiwillige Hände haben mitgeholfen, das Theaterstück umzusetzen. Die Bühne wurde von Ramsauern gebaut - ehemalige Holzknechte und Schreiner. Einen Teil der Kostüme hat Reichenwallners Frau mit einer Freundin genäht und auch die Schuhe und Requisiten sind großteils Handarbeit. Jeder Einzelne hilft mit, dass "Die Martinsklause" ein Erfolg wird.

Gespielt wird ab 24. Juni immer donnerstags und freitags um 19 Uhr. Die letzte  Vorstellung ist am 24. Juli. Die Karten kosten 19 bzw. 12 Euro im Vorverkauf und je drei Euro mehr an der Abendkasse. In der Pause gibt es von den Ramsauer Vereinen Brotzeit und Getränke.

red-bgl24/cz

Rubriklistenbild: © cz

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