Geschichte geschrieben

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Schönau am Königssee – Sichtlich stolz ist Wolfgang Aschauer, Vorsitzender der Schönauer Weihnachtsschützen, auf die kürzlich in Buchform erschienene 100-jährige Geschichte der Schönauer Weihnachtsschützen.

„50 Jahre soll das Buch Bestand haben“, sagt Aschauer, der das 200-Seiten-Machwerk durchblättert, nach ausgewählten Inhalten stöbert, dem Besucher die nach Themengebieten zusammengestellte Publikation präsentiert. In den vergangenen fünf Jahren habe sich langsam aber stetig der Gedanke verfestigt, eine Geschichte der Schönauer Weihnachtsschützen vorzubereiten. Denn: eine Festschrift zu einem Jubiläum weise beinahe jeder Verein vor. Eine Geschichte in Buchform hingegen sei eher die Ausnahme, soll Bestand haben, vor allem für Vereinsmitglieder, aber auch für jene, die bloßes Interesse zeigten – für einen lokal fest verwurzelten Verein, der „Geschichte schrieb“.

Dass die Schönauer Weihnachtsschützen überhaupt in der Lage sind, eine Geschichte der letzten 100 Jahre schreiben zu können, „verdanken wir unseren Vorgängern“, die so gut wie alle Aufzeichnungen archiviert und somit für die Nachwelt festgehalten haben. „Seit unserer Gründung im Jahr 1910 gibt es Aufzeichnungen, Protokolle der Vereinsgründung lägen noch im Original vor, sagt Wolfgang Aschauer, der um alle noch existierenden Aufzeichnungen Bescheid weiß. Im Archiv des Gemeindekellers lagerten diese und wurden im Verlauf der letzten Monate häufig ans Tageslicht geholt, durchgesehen, analysiert, gekürzt, für die Weihnachtsschützen-Geschichte gesammelt. Viele Dokumente, noch in altdeutscher Schrift, nicht immer einfach zu entschlüsseln, 2000 Seiten Protokollbüchlein, sagt Schriftführer Martin Hofreiter, der einen Großteil jener im Buch gedruckten Farbfotos beisteuerte, die er im Laufe der letzten Jahre bei Festlichkeiten und Jubiläen aufgenommen hat.

Etwa 20 Mal sei man in großer Gruppe zusammengekommen, habe über das Konzept des Buches gesprochen, die Richtung festgelegt, in die es gehen soll. Dabei herausgekommen ist ein themenorientiertes Machwerk, das von der Vereinsgründung über das Mitgliederwesen, das Schießen an und für sich, bis hin zum Hanauerstein reicht, wo auch der Vereinskaser der Schönauer Weihnachtsschützen zu finden ist. Ein bilderreicher Rückblick auf die vergangenen Vereinsjubiläen, beginnend von 1960 an, komplettiert die Publikation in ihrem allumfassenden Anspruch, eine lesenswerte Lektüre für Vereinsmitglieder und Interessierte zu sein. Besonderen Wert legt Vorsitzender Wolfgang Aschauer darauf, den Verein fest in seiner Gemeinde verwurzelt zu sehen. Gesehen habe man das erst kürzlich, als im Sommer die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Gründungsjubiläum mit einem eigens dafür errichteten Bierzelt abgehalten wurden. Im Gemeindeleben sei man etabliert, so Aschauer. Gut besuchte Veranstaltungen wie das Hanauerstoamandl belegten dies. Besonders stolz ist der Vorsitzende auf das Schlusswort von Pfarrer Miroslav Gombita: „Die Weihnachtsschützen sind noch immer eng mit der Kirche verbunden.“ Derzeit baue man auf 400 Vereinsmitglieder, einer der größten Weihnachtsschützenvereine überhaupt. Die Geschichte der Weihnachtsschützen gibt es ab sofort im Handel zu kaufen. Erhältlich ist sie in der Verkaufsstelle des Berchtesgadener Anzeigers, bei der Metzgerei Kastner, bei Krippenställe Koll, bei der Berchtesgadener Haarschneiderei Hallinger, beim Autohaus Benischke und in der Tourist-Info Unterstein.

kp

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