Füracker besucht Landwirte

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Albert Füracker und Roland Richter (r.) in der Diskussion.

Ramsau - Auf Einladung und im Beisein seines Landtagskollegen Roland Richter traf sich der Vorsitzende des Ausschusses des Bayerischen Landtages für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Albert Füracker, am Hintersee mit Vertretern der heimischen Bauernschaft.

Nach einem früheren Treffen im Bayerischen Landtag war es Füracker wichtig, sich vor Ort von der Situation der Almbauern und der Landwirtschaft im Landkreis ein persönliches Bild zu verschaffen. Aufgrund der extremen Witterung musste auf einen Besuch der Bindalm verzichtet werden. Umso mehr Zeit blieb für einen intensiven Austausch mit den Landwirten.

Der Oberpfälzer Füracker ist gelernter Landwirt und hat nach eigener Aussage "von klein auf nie etwas anderes gemacht". Seit 1990 betätigt er sich in der Kommunalpolitik, wurde 2008 Abgeordneter und schon 2009 aufgrund seiner beruflichen Erfahrung Vorsitzender des Landwirtschaftsausschusses. Die Bauern wissen in ihm einen starken Verbündeten für ihre Anliegen, weshalb ihm eine Fülle konkreter Anliegen vorgetragen wurden.

Themen waren neben vielen anderen die Höhe und Dauer von Sonderförderungen für Almbauern, Formalia zur Buchhaltung bei Überschreiten der Betriebsgröße von 20 Hektar, eine erwünschte Steuerbefreiung von Zuschüssen, die Rolle der EU, Trennung von Wald und Weide sowie das bayerische Waldgesetz. Bevor Füracker auf die Themen im einzelnen einging, skizzierte er die politische Ausgangslage. Allein das Landwirtschaftsministerium sieht sich 2011 aufgrund des angestrebten ausgeglichenen Haushalts mit Einsparungszwängen in Höhe von 50 Millionen Euro konfrontiert.

"Wir haben fünf große Posten" so Füracker, "die Ausgleichszulage, die Investitionen, die Dorferneuerung, den Forst und das Kulturlandschaftsprogramm KULAP. Wenn sie mir sagen, wo wir da sparen sollen, wäre uns geholfen." Er sehe wie das zuständige Ministerium bei letzterem wie bei der Dorferneuerung Sparpotential, das aber allein bei weitem nicht ausreichend sei. Bayern könne bei der Kofinanzierung von Geldern aus Brüssel oder Berlin nicht kürzen, da diese Gelder sonst verloren gingen. Konkret hält er die Berücksichtigung der Belange bayerischer Almbauern durch die EU für "gut". Für ihn gelte "ohne Kuh keine Alm", deswegen sehe er vor Ort keine Alternative zur Milchviehhaltung, wenngleich die Milchwirtschaft bis Ende 2015 durch das Auslaufen der Milchquote vor den größten Herausforderungen stehe. "Ein besseres Steuerungselement als die Milchquote werden wir nicht bekommen" so Füracker.

Untrennbar mit dieser Thematik sei die Erhaltung einer einzigartigen Natur-und Kulturlandschaft verbunden. Belastbare Zahlen liefere erst der Haushaltsentwurf für 2011/2012, der nach der Steuerschätzung vom November erstellt wird, so Füracker weiter zur Finanzsituation. Real seien Einsparungen durch Personalabbau und Umstellung auf Onlineanträge. Für Steuerbefreiungen von Förderungen sehe er keine Chance, forderte aber eine Ausnahme für Almen oder Steillagen. Bei Biogasanlagen gelte es, bäuerlichen einen Vorrang vor industriellen einzuräumen und den Wärmefaktor neben der Stromerzeugung angemessen zu berücksichtigen.

"Dabei stellt sich generell die Frage, wo der Strom der Zukunft herkommen soll." Richter kritisierte in diesem Zusammenhang die Gegner eines Salzach-Wasserkraftwerks, das den gesamten Landkreis Berchtesgadener Land mit 100 Prozent Ökostrom versorgen könnte. Beide Angeordnete sprachen sich für die angeregte Ernährungsaufklärung aus, die Teil einer zu lehrenden "Alltagskompetenz" werden müsse. Über alle Einzelthemen hinaus war es Füracker wie Richter wichtig, politische Entscheidungsprozesse nachvollziehbar zu erläutern, die auf den ersten Blick vielleicht unverständlich erscheinen. "Umso wichtiger ist es, dass solche direkten Gespräche stattfinden, damit für alle Seiten ein unverstellter Informationstransport ermöglicht wird", so Richter.

Pressemitteilung Roland Richter

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