Frischer Wind im Finanzamt

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Die neue Amtsleiterin im Finanzamt Berchtesgaden: Susanne Samborski sorgt für „frischen Wind.“

Berchtesgaden - Trotz eines immer komplizierteren Steuerrechts, zählt für die neue Amtsleiterin Susanne Samborski nur eines: größtmögliche Steuergerechtigkeit.

Die Berge, der Königssee – für Susanne Samborski, neue Amtsleiterin im Finanzamt Berchtesgaden, war schnell klar, dass ihr die Stelle zusagen würde. Deshalb bewarb sich die Juristin, die zuvor im Finanzamt Wolfratshausen Ständige Vertreterin der Amtsleitung war, für den frei gewordenen Posten. Ihre Vorgängerin Annemarie Hoffmann war an das Finanzamt Traunstein gewechselt. „Frischer Wind“ tue jedem gut, sagt Samborski, Mutter zweier Töchter. Das Finanzamt in Berchtesgaden mit der Nebenstelle Laufen sei zwar „klein, die auf mich zukommenden Aufgaben aber spannend.“

Susanne Samborski, studierte Juristin, lebt seit wenigen Tagen in Berchtesgaden. „Ich bin fest umgezogen“, sagt sie. Zuvor hatte sie in München gewohnt, ist dort jeden Tag mit dem Auto 45 Kilometer nach Wolfratshausen in das Amt gefahren. Sechseinhalb Jahre war sie dort. „Irgendwann war die Zeit gekommen, dass man etwas Neues machen möchte“, sagt sie. Der Umzug von der Großstadt in den ländlichen Raum fiel ihr nicht sonderlich schwer. „Ich mag die Berge, den Schnee.“ Skifahren, Berggehen, Wandern, der eine oder andere Klettersteig – allesamt Freizeitaktivitäten, die der 50-Jährigen gut gefallen. Öfter habe sie Berchtesgaden in der Vergangenheit besucht, sie weiß, auf was sie sich einlässt. „Ganz so anonym wie in München ist das Leben in Berchtesgaden aber nicht“, sagt Samborski. Der Ort ist klein, die Menschen kennen sich.

Samborski wusste schon früh, dass sie in die Finanzverwaltung möchte. Nach dem zweiten Staatsexamen hatte sie ihren Karriereweg forciert, hatte die Laufbahn des höheren Dienstes gewählt. „Mein Ziel war schon immer, Amtsleiterin zu werden.“ Station gemacht hat sie bereits am Finanzamt Fürstenfeldbruck, später war sie fünf Jahre lang Sachgebietsleiterin am Finanzamt München für Körperschaften. Im Finanzamt Dachau war sie in gleicher Position. Dann der Wechsel nach Wolfratshausen als Sachgebietsleiterin und Ständige Vertreterin der Amtsleitung – und nun die Amtsleitung im Finanzamt Berchtesgaden. Dass das nicht ihre letzte Arbeitsstelle sein soll, weiß Susanne Samborski ganz genau. „Ich habe ja noch 17 Jahre zu arbeiten“, sagt sie. Mindestens drei Jahre, so viel ist sicher, möchte sie bleiben. Maximal wohl zehn. Das sei üblich. Alles Weitere werde sich zeigen.

Zunächst hat sie es sich aber zur Aufgabe gemacht, dass die Steuergerechtigkeit unter allen Umständen gewahrt bleiben muss. „Jeder muss seine Steuern zahlen, wir sitzen alle im gleichen Boot“, sagt sie. Sie sagt das auch deshalb, weil sie weiß, dass die Steuergesetze in den letzten Jahrzehnten immer komplizierter wurden. Für den Laien nicht nachvollziehbar. Samborski weiß aber, warum das so ist: „Bei der Steuer setzen sich die Steuerpflichtigen gegen sehr viele Dinge zur Wehr.“ Wenn der Bundesfinanzhof zugunsten der Steuerpflichtigen entscheidet, wird in der Folge ein Gesetz erlassen, das zu Lasten des Steuerzahlers geht. Somit folgt eins auf das andere, alles wird komplizierter – vor allem für Finanzbeamte. „Meine Mitarbeiter sind motiviert und fleißig“, sagt Samborski. 64 Menschen arbeiten im Finanzamt Berchtesgaden, 46 in der Nebenstelle Laufen. Sie alle kümmern sich darum, dass in Sachen Steuern alles richtig läuft. Denn momentan sei es gerade „schick“, Steuern zu sparen. Auf unterschiedlichste Art und Weise. Nicht immer am richtigen Ende werde gespart. „Das Unrechtsbewusstsein ist sehr gering“, sagt sie. Jeder Fall sei anders, das Arbeitsumfeld abwechslungsreich. Hatte sie es in Wolfratshausen auch noch mit dem einen oder anderen Super-Verdiener zu tun, bleiben solche Fälle im Landkreis eher überschaubar. „Hier treffe ich dafür auf Grenzpendler und Menschen aus dem Tourismus- Bereich.“ Anders, aber trotzdem reizvoll.

kp

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