Forstbetrieb Berchtesgaden: "ein Bombenjahr"

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Freut sich über das erfolgreiche Geschäftsjahr 2009/2010 des Forstbetriebes Berchtesgaden - Leiter Daniel Müller.

Berchtesgaden - "Es ist das beste Jahr, dass wir je hatten", kann Berchtesgadens Forstbetriebsleiter Daniel Müller bilanzieren. Auch wenn das neue Geschäftsjahr schon seine negativen Schatten vorauswirft.

Der Forstbetrieb Berchtesgaden geht von Siegsdorf bis Berchtesgaden. Sein Geschäftsjahr beginnt im Juli und geht bis Juni des kommenden Jahres.

In der Zeit von Juli 2009 bis Juni 2010 konnte der Forstbetrieb Erträge von 7,8 Millionen Euro erwirtschaften. Bei Aufwendungen von 6,3 Millionen Euro und internen Verrechnungen von rund 450.000 Euro bleibt gut eine Million Euro Betriebserfolg. "Das hätte man den Bayerischen Staatsforsten am Beginn nicht zugetraut, dass sie kontinuierlich schwarze Zahlen schreiben", freut sich Müller über das positive Ergebnis. "Mein Dank geht an die Mannschaft, denn was hier leicht zu präsentieren ist, ist für sie mühsame Arbeit."

Die mühsame Arbeit bestand im vergangenen Geschäftsjahr unter anderem in der Borkenkäfer-Bekämpfung. Rund 23.000 Qubikmeter Holz weisen Schäden durch den Borkenkäfer auf. Das sind 24 Prozent der Gesamtmenge des Schadholzes der Orkane Kyrill und Emma. "Das ist wenig", betont der Forstbetriebsleiter. "In vergleichbaren Wäldern waren Jahre nach einem Orkan die eineinhalbfache Menge des Schadholzes befallen. Diese Prognose ist bei uns ausgeblieben." Außerdem habe es im vergangenen Geschäftsjahr kaum Sturmschäden gegeben. "Die 3000 Festmeter sind nicht der Rede wert", so Müller.

Dafür hat sich der Forstbetrieb Berchtesgaden als zuverlässiger Holzlieferant erwiesen. "Die Privatwaldbesitzer haben wenig Holz gearbeitet. Dadurch entstand eine Holzknappheit. Da wir langfristige Verträge haben, blieb auch der Holzpreis bestehen", weiß der Forstbetriebsleiter. "Dafür haben wir von den Kunden Lob geerntet."

Kurz nach der Freude über das positive Geschäftsjahr ohne Sturm gab es allerdings eine schlechte Nachricht für den Forstbetrieb. Die Rötelbachstraße von Bad Reichenhall ins Lattengebirge wurde Opfer von Murenabgängen und muss für zwei Millionen Euro komplett neu gemacht werden. "Da die alte Straße nicht von den Bayerischen Staatsforsten gebaut worden ist, handelt es sich hierbei um einen Neubau, der uns eine zehnjährige Abschreibung von 200.000 Euro bringt." Deshalb rechnet Daniel Müller im laufenden Geschäfstjahr 2010/2011 noch einmal mit einem postiven Abschluss, "dann könnte es schwierig werden."

Soweit voraus will der Forstamtsleiter aber noch gar nicht schauen. "In diesem Geschäfstjahr stehen neben der konsequenten Käferbekämpfung auch die nachholende Jungdurchforstung an. Außerdem erarbeiten wir mit Bachlor-Studenten aus Freising ein Naturschutzkonzept und wollen die Auerhuhnbiotope verbessern", blickt Müller auf die anstehenden Arbeiten voraus und betont abschließend: "Für die Rundholzabnehmer sollen auch in diesem Jahr die Holzpreise stabil bleiben."

Christine Zigon

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