"Sollte etwas passieren, haben wir ein Problem"

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Berchtesgaden – Die Afrika-Abenteurer Bernhard Etzl und Christian Dinkel sind weit gereist, über 20 Mal haben sie den afrikanischen Kontinent besucht. Die Afrika-Experten waren in Berchtesgaden als Referenten zu Gast.

Frage: Sie bereisen alles andere als typische Urlaubsländer – darunter Niger oder den Tschad auf dem afrikanischen Kontinent.

Bernhard Etzl: Ja, das ist wahr. Allerdings haben wir das jetzt schon sehr oft gemacht, insgesamt über 20 Mal, häufig mehrere Monate lang, in denen wir komplett auf uns alleine gestellt waren. Der Einzige, der uns zur Hilfe stand, war unser Begleiter, ohne den wir diese Expeditionen niemals erfolgreich hinter uns hätten bringen können. Kennengelernt haben wir Sidi während eines Afrika-Trips. Per Handschlag haben wir ein halbes Jahr zuvor ausgemacht, dass wir uns wiedersehen werden, wenn wir in Richtung Tschad aufbrechen, er uns begleiten wird. Zwei Tage länger als vereinbart haben wir warten müssen, dann war er da. Er hat sein Versprechen gehalten.

Frage: Mehrere Monate am Stück sind Sie während einer Expedition alleine unterwegs, oft im Nirgendwo… Wie beschäftigt man sich?

Bernhard Etzl: Wir haben genug zu tun, das können Sie uns glauben. Die meiste Zeit geht alleine schon dafür drauf, zu navigieren, den Weg zu suchen. Dort, wo wir unterwegs sind, sind keine anderen Europäer, die sich auf Reisen befänden. Den größten Teil der Zeit ist man im Nichts. Mitten in der Wüste, oft auf 700 Kilometer sandiger Leere. Man ist mit sich beschäftigt, verlässt sich auf seinen fahrbaren Untersatz. Im Notfall muss man reparieren, einen Platten flicken, am Auto herumschrauben. Wir haben die notwendigsten Ersatzteile immer mit dabei. Sollte etwas passieren, haben wir ein Problem, Hilfe gibt es in weiten Teilen der Länder aber keine. Das Wichtigste ist die Vorbereitung, wenn man so ein Abenteuer angeht. An alle Sachen muss gedacht sein, vergisst man etwas, steht man vor echten Schwierigkeiten. Kontakte dort sind natürlich das A und O.

Frage: Keine Angst vor Gefahren, etwa bewaffneten Rebellen, denen Sie bereits begegnet sind?

Christian Dinkel: Das ist so eine Sache. Natürlich gibt es Momente, wo man Angst verspürt. Allerdings ist es nicht so, dass etwa der gesamte Niger und der Tschad eine Gefahr darstellen. Natürlich soll man sich an Reisewarnungen halten. Wenn man das Land aber kennt, weiß man, was man zu erwarten hat. Bewaffneten Rebellen sind wir in der Vergangenheit bereits begegnet. Das konnten Sie auf unseren Bildern sehen. Nur zu gut, dass diese in friedlicher Absicht unterwegs waren und nichts weiter wollten, als ein Foto. Sie baten uns, dieses in der Heimat herumzureichen, à la „Seht her, so gefährlich sind wir gar nicht“.

kp

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