Mein Unternehmen unverwechselbar

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Innovatorsgespräche: Beste Stimmung herrschte beim informellen Innovators-Talk mit Irene Wagner nach den Vorträgen. In gelöster Atmosphäre tauschten sich die Unternehmer bis weit in den Abend hinein aus.
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Berchtesgaden - Der erste “Innovators Talk” im Haus der Berge, veranstaltet unter anderem von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land, war ein voller Erfolg.

Deutlich wurde in den Vorträgen namhafter Referenten, dass technische Kompetenz und finanzielle Förderungen die Grundvoraussetzungen für Innovationen sind. Darüber hinaus brauchen Unternehmer jedoch die geeigneten Instrumente, um Mitarbeiter zu gewinnen und dauerhaft für ihr Unternehmen zu begeistern.

Wie das gelingt, zeigte Irene Wagner, Geschäftsführerin der psm protech in Marktschellenberg, auf. Vor rund drei Jahren hat sie das Kunststoffspritzguss-Unternehmen übernommen und mit Unterstützung der WFG neu aufgestellt. Heute ist psm protech ein blühender Betrieb. Sein Erfolgsgeheimnis ist ausgerechnet ein „Nullsummenspiel“: Null- Verschwendung, Null-Breakdowns, Null-Bestände und Null-Fehler. Es klingt paradox, doch ihre Ziele erreicht Irene Wagner dadurch, dass ihre Mitarbeiter ohne Angst Fehler machen dürfen.

„Wir fördern Risikobereitschaft und geben unseren Mitarbeitern viel Freiraum“, erzählte die Unternehmerin. Unter anderem ehrt sie regelmäßig die „Idee des Quartals“. Kommuniziert werden bei psm protech klare Vorgaben, vom Methodenkatalog bis zum Kennzahlensystem. „Das habe ich im Konzern gelernt. Ich meine jedoch, dass auch Mittelständler von einer klaren Strategie profitieren“, ermunterte Wagner zur Nachahmung.

Was macht uns besonders?

Dass viele Unternehmen über Fachkräftemangel jammern, es dabei aber auch gerne belassen, kritisierte Professor Markus Stumpf von der FH Salzburg. Durch Argumente wie „Wir stellen gerade nicht ein“ gehe wertvolle Zeit verloren, die innovative Unternehmen nicht haben. Stumpf setzt deshalb auf den langfristigen Aufbau einer Unternehmensmarke. Ein glaubwürdiges und unverwechselbares Bild des Betriebes müsse sowohl im Unternehmen als auch auf dem Markt kommuniziert werden. „Jedes Unternehmen hat Kriterien, die es zu etwas Besonderem machen. Das gilt es herauszustellen“, so der Referent. „Heute legen zum Beispiel junge Mitarbeiter Wert auf die Balance zwischen Arbeit und Freizeit. Das macht die Region Berchtesgadener Land-Salzburg besonders attraktiv.“

Innovationen durch Kritiker im Internet

Mittelständische Unternehmen lassen jedoch nicht nur bei der Suche nach Mitarbeitern Chancen liegen. Auch das Internet werde zu wenig genutzt, so Dr. Markus Lassnig von Salzburg Research. Er begeisterte die Anwesenden mit seinen Ausführungen, wie Bewertungsplattformen im Internet Vorreiter für Innovationen sind. Potenzielle Kunden tauschen sich hier über Vor- und Nachteile von Produkten aus. Dr. Lassnig machte das am Beispiel eines Skischuhs deutlich, der nach konstruktiver Kritik in der Community vom Hersteller verbessert wurde. „Der Vorteil im Internet ist, dass Sie authentische Informationen bekommen. Hier nimmt keiner ein Blatt vor den Mund“, meinte der Referent. Durch eine langfristige Betrachtung der Plattformen kristallisiere sich heraus, wie die Kunden über das Unternehmen denken.

Heimischer Wirtschaftsförderer Lars Holstein (Mitte) im Gespräch mit Unternehmern.

Diese „Steilvorlage“ nutzte Gastgeber Dr. Thomas Birner, um neben den zahlreichen anderen Projekten der Wirtschaftsförderungsgesellschaft auf das Projekt eBusiness- Lotse hinzuweisen, bei dem kleine und mittelständische Unternehmer aus dem Landkreis kostenlos für das Internet fit gemacht werden. Außerdem machte er anhand der Leitbetriebe-Studie die Vorreiterrolle der innovativen Betriebe der Region deutlich: „Nur elf industrielle Leitbetriebe aus dem Berchtesgadener Land verursachen fast 30 Prozent der Wertschöpfung im Landkreis! – diese Zahl muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen“, so Dr. Thomas Birner in seinen Ausführungen.

Dr. Christian Frey von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft stellte schließlich noch das Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union – Horizon 2020 genannt – vor. Hier gibt es zahlreiche Maßnahmen, bei denen auch Mittelständler gefördert und begleitet werden. Informationen dazu erhalten interessierte Unternehmer über die heimische Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

Pressemitteilung WFG BGL

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