Erfasst von der Zumba-Welle

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Ausgebuchte Kurse, flotte Rhythmen zu südamerikanischer Musik – Zumba ist in Fitnessstudios derzeit auf dem Vormarsch.

Schönau am Königssee/Freilassing – Montag und Donnrestag ist Zumba-Tag – und wenn es nach Maria Lenz vom Vita Club in Schönau am Königssee geht, die ganze Woche.

Die Fitnesstrainerin aus Berchtesgaden, so auch ihre Kollegin, „Zumba Instructor“ Damaris Toth, die in Ainring und Freilassing unterrichtet, sind vom mit Latino-Lebensgefühl gespickten Tanz- und Fitness-Programm begeistert. Zumba avancierte in den vergangenen Monaten zum weltweiten Phänomen, gewinnt immer mehr Anhänger, die die leicht erlernbaren Bewegungsabläufe zu größtenteils südamerikanischer Musik verinnerlichen. Über 12 Millionen Menschen aller Fitnessstufen, Größen und Altersgruppen nehmen wöchentlich an Zumba-Kursen an über 110.000 Standorten in mehr als 125 Ländern teil. Auch in Berchtesgaden, in Bad Reichenhall sind die Kurse voll.

Warum Zumba? „Weil es Spaß macht“, sagt eine Teilnehmerin aus Berchtesgaden. Wenn so einfach die Erfolgsformel ist, hat Alberto „Beto“ Perez scheinbar alles richtig gemacht. Der Kolumbianer, selbst Fitnesstrainer, hat Zumba erfunden. Weil er seine Musik vergessen hatte, als er einen Aerobic-Kurs geben wollte. Also kombinierte er aus Salsa- und Merengue-Musikbändern einen Mix – und kreierte auf diese Weise eine neue Art von Tanzfitness. Maria Lenz, die erst kürzlich selbst ihren Schein zur Zumba-Trainerin erfolgreich abgelegt hat, weiß von was sie spricht. „Die Leute aller Alterskategorien sind begeistert.“ Leicht erlernbar, schnell umzusetzen, Musik, Sport, Tanz. Dass Zumba bestens ankommt, bestätigt auch Damaris Toth, die als lizenzierter, mobiler Zumba Instructor im Landkreis und im benachbarten Salzburg unterrichtet (siehe Interview), und die sich von der Resonanz seitens der Mitwirkenden begeistert zeigt. In Berchtesgaden steht Zumba drei Mal pro Woche auf dem Trainingsprogrammplan. Drei Mal die Woche sei man „so gut wie voll“. Am vergangenen Montag zählte Maria Lenz 28 Zumba-Teilnehmer – und das am frühen Morgen. Die Abend-Stunde ist noch besser besucht, 33 Mädchen, Frauen, Herren sind mit von der Partie. Von der 16-Jährigen bis zum 60-Jährigen. „Zumba funktioniert bei allen“, weiß Lenz. Von der Stimmung, die bei Musik und Tanz rübergebracht wird, lassen sich die Teilnehmer bereits nach wenigen Takten vereinnahmen. Vorkenntnisse sind nicht notwendig, sagt auch Toth. Tiziana, die Zumba-Trainerin aus Berchtesgaden, steht nun vor einer großen Gruppe von Tanzwilligen, entscheidet sich für die Musik, bei der die Teilnehmer gleich ins Schwitzen kommen sollen. „Aber ja nicht lachen“, sagt ein männlicher Teilnehmer mit einem Schmunzeln. Zumba scheint ihm Unterhaltung zu bieten, sportliche Ausdauer ist gefordert, 55 Minuten lang geht es zur Sache, einige kurze Pausen bringen Erholung. Schwitzen garantiert. Als die Musik dann südamerikanisch den Rhythmus vorgibt, wird schnell klar, dass hier kein Bein ruhigbleiben wird. Links, rechts, vor, zurück, ein paar Mal in die Hände klatschen. Dann ein Sprung mit 90 Grad versetzter Landung. Und das gleiche nochmal. Häufige Tempowechsel, ungezwungene Atmosphäre – da gehört es durchaus dazu, dass man aus dem Rhythmus kommt, mit dem falschen Bein den Schritt nach vorne wagt. „Es macht Spaß“, bestätigt auch ein teilnehmender Judoka: „Zumba bringt etwas, wenn man Judo macht“, weiß er. Der Unterhaltungsfaktor scheint bei den Zumba-Anhängern ausschlaggebend zu sein. Dabei vereint das Programm darüber hinaus grundlegende Elemente von „Aerobic, Intervalltraining und Krafttraining.“ Auf Kalorienverbrennung, Ausdauer und Figurformung soll die rhythmische Dauerbewegung auch Auswirkungen haben, wenn man Damaris Toth und den Versprechungen der Zumba-Bewegung im Allgemeinen vertraut. Diese ist zwischenzeitlich zu stattlicher Größe herangewachsen. Zumba ist nicht nur mehr in Fitnessstudios ein Thema, auch zu Hause lässt sich über Videospielkonsolen der Schweiß aus den Poren treiben. „In der Gruppe macht das Training aber am meisten Spaß“, sagt eine Teilnehmerin, die am liebsten drei Mal die Woche gehen würde. Doch das lässt die Zeit nicht zu. So bleibt Zumba der sportliche Höhepunkt der Woche – bei so gut wie jedem.

kp

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