Enthusiasmus vs. Realismus

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"Die Chancen sind völlig offen", meint Bürgermeister Franz Rasp zur Zukunft der Kälbersteinschanzen.

Berchtesgaden - Seit den 60 Jahren wird in Berchtesgaden Ski gesprungen, noch in diesem Sommer könnte es vorbei sein. Eine endgültige Entscheidung könnte heute fallen.

Bis zu zwei Millionen Euro würde die Ertüchtigung der drei Schanzen am Kälberstein für die kommenden vier Jahre kosten. Eventuell steht für die Sanierung der 30- und der 60-Meter-Schanze eine Förderung durch den Freistaat Bayern von 50 Prozent im Raum. Doch wie geht es dann weiter?

Eine Frage die Bürgermeister Franz Rasp in den vergangenen Wochen mit dem Skiklub Berchtesgaden, dem Talentzentrum Berchtesgaden und den Christophorusschulen klären wollte, bevor er am Dienstag, den 15. März als Bittsteller zum Deutschen Skiverband nach Planegg fährt.

Sie sind in die Jahre gekommen, die Kälbersteinschanzen in Berchtesgaden.

"Wir haben kritisch, mit spitzer Feder gerechnet", so Rasp im BGLand24-Interview. "Wir müssten sofort 500.000 Euro in die Hand nehmen." Geld, dass die Marktgemeinde nicht hat. "Offenbar gibt es im Deutschen Skiverband aber ein Umdenken", erklärt der Bürgermeister den Hoffnungsschimmer. Der Generalsektretär Thomas Pfüller habe einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von 40.000 Euro in Aussicht gestellt - für die kommenden vier Jahre. Dieser Zuschuss hat allerdings in den vergangenen Jahren auch nicht verhindert, dass die Gemeinde zwischen 20.000 und 80.000 Euro draufzahlen musste.

"Wir haben im vergangenen Jahr die Schanze homologieren lassen", erklärt der Bürgermeister. "Das heißt zwar, dass sie von den nötigen Sicherheitsmaßnahmen für die Springer her wettkampftauglich wäre, die Standsicherheit ist dadurch aber nicht gewährleistet." Ein Weiterbetrieb ohne sofortige Sanierungsmaßnahmen ist also nicht möglich. Die Marktgemeinde braucht aber eine Perspektive, wie und vor allem wie lange es weitergehen könnte.

"Die Anlage ist gut und wichtig für Berchtesgaden", betont Rasp. "Wir können den Weiterbetrieb aber nicht leisten." Ob es der DSV kann, stellt sich am Dienstag heraus. Danach wird der Marktgemeinderat über die Zukunft der Kälbersteinschanze abstimmen.

Christine Zigon

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