„Blöd gelaufen –weiter so?“

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Ute Bischof, Kreissprecherin der Wirtschaftsjunioren Rupertiwinkel Referent Dr. Bernhard Gräf, Senior Economist und Vizepräsident der Deutsche Bank Research Dr. Hans-Joachim Pichler, M.B.L., Landesgeschäftsführer der Jungen Wirtschaft

Salzburg - Unter diesem Motto hielten die Wirtschaftsjunioren Rupertiwinkel und die Jungen Wirtschaft Salzburg einen gemeinsamen Themenabend ab.

„Die Zukunft nach der Finanz- und Wirtschaftskrise kann man nur gestalten, wenn man deren Ursprünge kennt“, so Dr. Bernhard Gräf beim gemeinsamen Themenabend der Wirtschaftsjunioren Rupertiwinkel und der Jungen Wirtschaft Salzburg.

Unter dem Titel „Blöd gelaufen –weiter so?“ setzten sich die jungen Unternehmer und Führungskräfte gemeinsam mit 50 Gästen und dem international gefragten Top-Referenten mit den Hintergründen der derzeitigen Rezession auseinander. Am Ende der lebhaften Diskussion stand ein klares Plädoyer für mehr Verantwortung in Finanzwirtschaft und Politik.

Den Ursprung der Entwicklungen sah Gräf in den gesenkten Leitzinsen am US-amerikanischen Finanzmarkt und dem Mangel an Marktdisziplin im Immobilien- und Hypothekensektor. „Die Schuld jedoch nur einem Akteur in die Schuhe zu schieben wäre zu einfach. Neben den Investmentbanken gibt es eine Vielzahl von Akteuren und Faktoren, welche den Abschwung beschleunigt haben“, so der Referent. Dabei brachte er Licht in die komplexen und verketteten Zusammenhänge: alle wollten mitverdienen und haben ihr Risiko weiterverkauft, indem sie Kredite mit einer Vielzahl weiterer Kredite absicherten.

„Das ganze Konstrukt war fragil und geriet mit dem Anstieg der Leitzinsen ins Wanken. Die Blase platzte und die große Party war zu Ende“, schilderte Gräf die weltweiten Folgen. Als Reaktion flüchteten Banken und Unternehmen in die Sicherheit schärferer Kreditkonditionen und zurückgezogener Aufträge. Was folgte ist bekannt: zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte begann die gesamte Weltwirtschaft zu schrumpfen. Da die private Wirtschaft keine flüssigen Geldmittel mehr zur Verfügung stellte, musste der Staat mit enormen Förderprogrammen einspringen, um den vollständigen Kollaps zu vermeiden.

Am Ende des Vortrags und am Beginn der Diskussionsrunde stand für die jungen Unternehmer und Führungskräfte die Frage nach der Zukunft. „Anstatt auf hochriskante Finanzkonstrukte zu setzen, müssen wir zu den Grundlagen des Bankgeschäfts zurückkehren und brauchen eine stärkere Regulierung“, erklärte Gräf, der als Senior Economist und Vizepräsident der Deutsche Bank Research in Frankfurt am Main die Krise umfangreich analysiert hat. „Im Bereich der Wirtschaft ist eine strengere Verantwortungsethik notwendig, um das Vertrauen in das Wirtschaftssystem nachhaltig zu stärken“.

Nähere Informationen zum Thema bieten die Wirtschaftsjunioren Rupertiwinkel auf ihrer Internetseite www.wj-rup.de

Pressemitteilung Wirtschaftsjunioren Rupertiwinkel

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