„Ein Tag für Pakistan“ in Berchtesgaden

Zweiter Bürgermeister und Geschäftsmann Karl Seiberl stellte das Projekt „Ein Tag für Pakistan“ vor den Mitgliedern der Marktgemeinschaft Berchtesgaden vor.

Berchtesgaden – Die Bilder gingen durch Mark und Bein, das Ausmaß sprengt jede Vorstellungskraft: Pakistan, ein Land unter Wasser, Tausende, Millionen ohne Obdach. Die große Flut an Spenden blieb aber aus.

Die große Flut an Spenden blieb aus – zu „unattraktiv“ ist das Land, zu schnell wird es mit terroristischer Bedrohung in Zusammenhang gebracht.

„Ein Tag für Pakistan“ soll den guten Willen zeigen, zehn Prozent des Umsatzes am ersten Adventswochenende, am 27. November, wollen die Mitglieder der Marktgemeinschaft spenden. Für ein Projekt in Pakistan, betreut durch den „Senior Experten Service“ (SES), die Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit und als solche eine gemeinnützige GmbH. „Das ist eine Größenordnung, die machbar ist“, sagt der zweite Bürgermeister Karl Seiberl, der als Geschäftsmann vor den versammelten Mitgliedern der Marktgemeinschaft Berchtesgaden im Allweglehen das neue Projekt vorstellt, vorfühlt, ob es innerhalb der Mitglieder auf Resonanz stößt.

Schwer zu vermitteln sei Pakistan, sagt ein Mitglied, ob die Wahl des Landes als Aufhänger die richtige sei? Es gebe attraktivere Projekte, die man öffentlich unterstützen könne. Eine vergleichbare Aktion habe es – „meines Wissens“ – noch nicht gegeben, sagt Seiberl. Ein Talkessel, der zehn Prozent des Umsatzes eines Tages spendet. „Jeder Kunde spendet indirekt mit“, sagt er. Dadurch würde das Image gestärkt, nicht nur das der Marktgemeinschaft, sondern das des Ortes, all jener, die sich an der Aktion beteiligten. „Das ist eine einmalige Möglichkeit, sich zu engagieren, eine einzigartige Plattform“. Mehr als ein Lippenbekenntnis.

Auch Berni Zauner, Vorsitzender der Marktgemeinschaft Berchtesgaden, begrüßt das Vorhaben. „Wenn wir so etwas machen, muss das Ganze ein Gesicht bekommen“, sagt er. Mit einem Euro pro Tag könne einem Menschen pro Tag bereits geholfen werden. Das erste Adventswochenende eigne sich demnach in besonderer Weise. Wenig zufrieden zeigt sich ein Marktgemeinschaftsmitglied: „Warum helfen wir nicht zuerst bei uns in der Gegend? Da gibt es ausreichenden Bedarf“. Der zweite Vorsitzender Stefan Schlagbauer: „Den Einwand lasse ich nicht gelten. Mit `Berchtesgaden hilft e. V.` haben wir einen Verein, der sich vor Ort engagiert. Finanziell sind wir dort gut aufgestellt. Wer eine Stelle weiß, die Hilfe benötigt, kann sich gerne mit uns in Verbindung setzen“, so Schlagbauer.

Letztlich wird dem Vorhaben, „Ein Tag für Pakistan“ zu veranstalten, zugestimmt. Eine Vorreiterrolle könne Berchtesgaden hierin einnehmen. Man könne Gutes tun, für Hilfebedürftige – auch der Markt profitierte. „Bei guter Vermittlung der Konzeptes sind 20 bis 30 Prozent zusätzlicher Umsatz realistisch“, sagt ein Mitglied der Marktgemeinschaft. Rosige Aussichten für alle Beteiligten.

Zurück zur Übersicht: Region Berchtesgaden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser