Ehrenpreis für guten Ton

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Berchtesgaden - 500 Schüler, 40 Lehrer - die Aula im Gymnasium Berchtesgaden ist am Dienstag gerammelt voll. Der Ehrenpreis des Gymnasiums soll an diesem Tag verliehen werden, im zweijährigen Turnus.

Initiiert wurde dieser im Jahr 2009 von Wibke Gouiaa, ehemalige Lehrkraft, die ebenfalls erschienen war, um den Wanderpreis an zwei verdiente Schüler zu überreichen. Sebastian Werner und Simon Sebold hatten sich in den letzten Jahren einen Namen in der Veranstaltungstechnik gemacht. In der Schule, aber auch bei außerschulischen Veranstaltungen.

Gastredner Thomas Huber von den Huber-Buam fand in seiner Impulsrede deutliche Worte. "Wie kommt man ganz nach oben", fragte Thomas Huber und hat die Antwort gleich parat. "Talent, Ehrgeiz, Disziplin", sagte er. Der Spaß aber sei das Allerwichtigste. "Wenn Ihr keinen Spaß mehr an der Schule habt, müsst Ihr abgehen", rät Huber, mit einem Augenzwinkern zwar, aber dennoch mit ein wenig Ernst verbunden.

Er selbst sei ein Grenzgänger, einer, der das Maximum sucht - unterwegs zwischen Leben und Tod. So benennt er sein Handeln, seine "Leidenschaft". Immer wieder nach Hause zurückzukehren sei sein Ziel. Bislang hat das geklappt, zusammen mit seinem Bruder Alexander hat Thomas Klettergeschichte geschrieben, stets die Herausforderung gesucht, gefunden.

Ein jeder müsse sich eine persönliche Herausforderung stellen, dafür kämpfen - um das persönlich gesteckte Ziel zu erreichen. "Die Abiturienten hatten ein Ziel, das sie jetzt erreicht haben", weiß Huber. Seine Ziele suchte sich der Profi-Bergsteiger immer in den Bergen, dort, wo er aufwuchs. Im Yosemite Valley etwa, eine 1000-Meter-Wand, "ein gewöhnlicher Bergsteiger benötigt dafür drei Tage". Der Rekord aber lag bei zwei Stunden und 48 Minuten.

Der alle zwei Jahre zu verleihende Ehrenpreis des Gymnasiums Berchtesgaden.

Kein Rekord für die Ewigkeit, das hatten sich zumindest die Huber-Buam in den Kopf gesetzt: Speed-Klettern, die radikalste, gefährlichste Form des Kletterns, mit dem Weg als Ziel. Nur wer sein Ziel verfolge, könne ankommen, das erreichen, was man sich vorgenommen habe. "Nicht das tun, was andere von einem erwarten", sagt Huber, der mit seinem Bruder besagten Rekord einstellte. "Das Leben bedeutet aber auch oft, ganz unten zu sein." Darüber müsse man sich im Klaren sein. Und derjenige, der glaubt, sich ganz oben zu befinden, habe im selben Moment auch schon wieder verloren. Oben gestanden ist Thomas Huber schon häufiger, aber auch den Boden der Tatsachen habe er schon erlebt.

"Wer die Grundkriterien von Thomas Huber mit sich bringt", habe gute Voraussetzungen, um etwas zu erreichen, so Wibke Gouiaa, die vor zwei Jahren den Ehrenpreis des Gymnasiums Berchtesgaden ins Leben gerufen hatte. Einsatzbereitschaft, Vorbildfunktion, Kontinuität. Der Preis richte sich nicht nur an Sportler, vielmehr könne dieser auch im kulturellen Bereich seinen Platz finden, im Sozialen, in diesem Fall sei es das schulische Engagement der Gymnasiasten Sebastian Werner und Simon Sebold, das belohnt werde.

"Mit Eurem Engagement habt Ihr Vorbildcharakter bewiesen", sagte Gouiaa, die vor allem den Teamgedanken lobte: "Fähigkeiten des Einzelnen bringen uns nicht weiter." Das Team sei das, auf was man sich stützen müsse.

Lehrkraft Karl-Heinz Repscher, der für die Techniker im Gymnasium Berchtesgaden die Verantwortung trägt, freute sich über die Preisverleihung. "Früher konnten die beiden noch von mir lernen, heutzutage lerne ich von ihnen", so sein Fazit. Sebastian Werner und Simon Sebold kümmern sich seit einigen Jahren in technischer Hinsicht um alle anfallenden Veranstaltungen des Schulalltags. Neben einer Urkunde für besondere Leistungen im Bereich der Veranstaltungstechnik erhielt das Duo von Seiten der Schule eine finanzielle Unterstützung in Höhe von je 200 Euro.

kp

Rubriklistenbild: © kp

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