BSD: Ehrenpräsident Klaus Kotter verstorben

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Berchtesgaden - Knapp zwei Wochen nach seinem 76. Geburtstag starb der Ehrenpräsident des Bob- und Schlittenverbandes. Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis am kommenden Mittwoch statt.

Der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) trauert um seinen Ehrenpräsidenten. Knapp zwei Wochen vor seinem 76. Geburtstag verstarb Klaus Kotter heute Mittag gegen 13.40 Uhr im Krankenhaus in Traunstein. Die Beisetzung soll am kommenden Mittwoch im engsten Familienkreis stattfinden. Eine Woche später wird der BSD ein Requiem für alle Freunde und Weggefährten abhalten. "Mit Klaus Kotter verlieren wir eine außergewöhnliche Führungspersönlichkeit im BSD. In seiner letzten Funktion als Ehrenpräsident war er uns immer ein wichtiger und guter Ratgeber.

Unter der Führung von Kotter hat sich der BSD kontinuierlich zu einem der modernsten und erfolgreichsten Sportverbände der Welt entwickelt", so BSD-Generalsekretär Thomas Schwab. Über 40 Jahre Sportfunktionär Klaus Kotter wurde am 27. Mai 1934 in Prien am Chiemsee geboren, machte 1954 am humanistischen Gymnasium in Traunstein sein Abitur und studierte anschließend bis 1960 Betriebswirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Von 1960 bis 1994 war Klaus Kotter als selbstständiger Steuerberater in Eggenfelden in Niederbayern tätig. Zuletzt wohnte er wieder in seinem Geburtsort Prien am Chiemsee. Klaus Kotter war seit 1962 mit Ehefrau Paula, geb. Haas, verheiratet.

Das Ehepaar hat eine Tochter (Petra). Klaus Kotter begann seine „Laufbahn“ als Sportfunktionär 1968 mit der Wahl zum Kassenprüfer des Deutschen Bob- und Schlittensportverbandes (DBSV), wurde bereits ein Jahr später DBSV-Schatzmeister, dann zunächst kommissarischer und im Herbst 1986 als Nachfolger des verstorbenen Richard Hartmann Präsident der deutschen Bob- und Schlittensportler. Seine internationale Karriere hatte der engagierte Bayer bereits zehn Jahre früher (1976) als Vizepräsident für Finanzen und Recht der Fédération Internationale de Bobsleigh et de Tobogganing (FIBT) begonnen. 1980 wurde er zum FIBT-Präsidenten gewählt und führte den internationalen Verband bis 1994. Mit der Ernennung zum FIBT-Ehrenpräsidenten wurde sein erfolgreiches Wirken für den Bobsport gewürdigt. Klaus Kotters sportliches Engagement führte aber weit über seine für Deutschland international so erfolgreiche Sportdisziplin hinaus. Von 1972 bis 1990 war er Mitglied des Bundesausschusses Recht, Sozial- und Steuerfragen des Deutschen Sportbundes, anschließend vier Jahre (1990 bis 1994) DSB-Schatzmeister, seit 1986 ist er Präsidiumsmitglied des NOK für Deutschland.

Von 1980 bis 1994 wirkte er als Vertreter der internationalen Wintersportverbände in der Solidaritätskommission des IOC. Mit welcher Zielstrebigkeit und auch der notwendigen Härte Klaus Kotter seine Vorstellungen durchsetzen kann, bewies er in vielen Ämtern - so als Schatzmeister des DSB in seinem Bemühen um eine solide Finanzierung, so beim Kampf um den Erhalt aller vier deutschen Kunsteisbahnen gegen die Streichungsabsichten des Bundesrechnungshofes 1999, vor allem aber, als im IOC vor zwei Jahrzehnten darüber beraten wurde, den Bob- und Schlittensport als olympische Disziplin zu streichen. Klaus Kotter kämpfte mit Erfolg wie ein Löwe für seine Sportart, gewann neue Mitgliedsverbände auf internationaler Ebene dazu und rekrutierte selbst im karibischen Jamaica neue Bobsportanhänger.

Im Rahmen der IOC-Session 1995 in Budapest wurde er für seine Verdienste mit dem Olympischen Orden ausgezeichnet.

Pressemeldung BSD M.Dengler

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