Causa Götschen: Druckmittel Jenner

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Nicht mehr zum Lachen findet Bischofswiesens Bürgermeister Toni Altkofer die Angriffe im Causa Götschen.

Bischofswiesen - Die Zukunft des Götschen ist seit Monaten großes Diskussionsthema in Bischofswiesen. Jetzt nimmt Bürgermeister Toni Altkofer Stellung und auch der DSV kommt langsam aus der Deckung.

Vor gut zwei Monaten hat der Bischofswieser Gemeinderat den Ausbauplänen des DSV am Götschen eine Absage erteilt. Seitdem wird über die Zukunft des Trainings- und Leistungszentrum des Deutschen Skiverbandes am Bischofswieser Hausberg diskutiert.

Bereits während der Sitzung im September äußerten Gemeinderäte die Gefahr, der DSV könnte sein Leistungszentrum an den Jenner verlagern. "Das ist vor 2023 gar nicht möglich", betont Altkofer jetzt im Gespräch mit BGLand24 und versucht somit der künstlich geschürten Rivalität zwischen Bischofswiesen und Schönau am Königssee die Brisanz zu nehmen. "Wir haben mit dem DSV einen Vertrag, da gibt es kein Hintertürchen." Auf diesen Vertrag hätte er vor acht Jahren bestanden, so der Bürgermeister weiter. "Deshalb kann der DSV den Jenner jetzt auch nicht als Druckmittel einsetzen." Für ihn sei es völlig verständlich, dass der Skiverband sein Angebot mit den steileren Pisten am Jenner ausbauen wolle, betont das Gemeindeoberhaupt weiter. Doch Götschen UND Jenner seien die Zukunft, nicht nur ein Gebiet.

Schlüssiges Konzept 'Jenner'

"Das Konzept muss aber in sich schlüssig sein", gibt Altkofer zu bedenken. Diese Bedenken teilt offensichtlich auch der Deutsche Olympische Sportbund. Wie DSV-Pressesprecher Ralph Eder gegenüber BGLand24 erklärte, habe der DOSB in einer Sitzung grundsätzlich das Konzept Jenner gut geheißen, jetzt müsse aber weiter ins Detail geplant werden, damit Ende des Jahres eine endgültige Entscheidung gefällt werden kann.

Aber wie sieht das Konzept Jenner aus? Keiner weiß es, zumindest offiziell. Da lässt sich der DSV nicht in die Karten schauen. Klar scheint, dass das Angebot am Jenner tatsächlich parallel zum bestehenden Trainingszentrum am Götschen genutzt werden soll. Doch wie genau, mit welchem finanziellen Aufwand, das steht in den Sternen.

Lösung für den Sport

Der finanzielle Aufwand hat zumindest erstmal die Ausbaupläne des DSV am Götschen gestoppt. Doch Toni Altkofer hofft auf eine Lösung des DSV für den Sport. "Ich habe den Skiverband um einen geänderten Antrag gebeten, mit dem die Gemeinde leben könnte", erzählt er im Interview. "Allerdings hat sich der DSV momentan zurückgezogen." Bevor das Konzept Jenner ausgearbeitet ist, wird sich das wohl auch nicht ändern.

Altkofer ist es dennoch wichtig zu betonen: "Soweit möglich unterstütze ich seit Jahren das Image der Sportgemeinde Bischofswiesen. Dies kann aber nicht so weit gehen, dass wir über die schon bestehenden Leistungen und Lasten vor allem im Ski- und Snowboardbereich auch noch die Verantwortung für den Sprungbereich übertragen bekommen sollen." Damit bezieht er sich auf einen Antrag der Marktgemeinde Berchtesgaden 'auf Übernahme der Trägerschaft für die Kälberstein-Sprungschanze'.

Berchtesgaden kann sich die Schanze nicht mehr leisten, da diese auf Bischofswieser Grund steht, wäre das die einfachste Lösung für den Markt. Doch Bischofswiesen hat noch weniger Geld als Berchtesgaden. Dementsprechend ist dem Antrag am Dienstag in der Gemeinderatssitzung eine Absage erteilt worden.

Sportstättenkonzept überdenken

Altkofer regt in diesem Zusammenhang an, das Sportstättenkonzept an sich zu überdenken: "Es wird höchste Zeit, dass sich die Verantwortlichen zu einem neuen und nachvollziehbaren Trägerschaftskonzept zusammenraufen. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, weil die Sportstätten wie z.B. der Götschen überwiegend bis ausschließlich aus öffentlichen Mitteln gebaut sind."

Christine Zigon

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