„Die schönste Polizeidienststelle Deutschlands“

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Polizeilicher Smalltalk beim Weißwurstfrühstück in Berchtesgaden: Innenminister Joachim Herrmann.

Berchtesgaden – Angefahren kommt er in einer BMW-Limousine, leicht verspätet, mit Personenschützern an Bord: Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann ist zu Gast in Berchtesgaden.

Es steht ein Besuch der Polizeiinspektion an. Eingeplant ist eine Stunde, „die Zeit nehme ich mir gerne“, sagt Herrmann zur Begrüßung, während er Polizeihauptkommissar Günther Adolph die Hand reicht. Dieser hat eingeladen, auch zum Essen. Eigens für den Innenminister sind zwei Tische gedeckt worden: Der eine mit einem typischen Weißwurstfrühstück samt Brezen, der andere mit Kaffee und Kuchen. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Herrmann entscheidet sich für die Wurst.

CSU-Landtagsabgeordneter Roland Richter, Günther Adolph, Joachim Herrmann und Polizeivizepräsident Peter Mauthofer (v. l.).

Doch zunächst wird der Polizeisitz in Berchtesgaden von außen inspiziert. „Sie haben es wirklich schön hier“, sagt der Innenminister und begutachtet das Anwesen mit direktem Blick auf den Watzmann mit einem Nicken. Obligatorisches Pressefoto vor dem Gebäude, dann geht es hinein, „in die gute Stube“. Der Minister schüttelt viele Hände. Ein Besuch wie dieser ist nicht alltäglich – zumindest nicht für die Polizeimitarbeiter. Herrmann bringt ein wenig frischen Wind mit. Die Zeit drängt, also ab auf die Terrasse. Günther Adolphs persönliches Lieblingsplätzchen im Dienstgebäude. Neben seinem Büro im obersten Stockwerk, versteht sich. Bis dort hinauf, wo der Ausblick besonders schön ist, schafft es Joachim Herrmann aber nicht. Die Zeit drängt. Also begnügt er sich mit der Terrasse weiter unten, ein beschauliches Örtchen dank Springbrunnen, von Bäumen umrahmt. Es offenbart sich der Blick auf den Watzmann – vormals unverbaut, erkennt man dort nun die Gemäuer des zukünftigen „Hauses der Berge“. Für Adolph bedeutet das verbaute Aussicht. Nicht weiter tragisch. Staatsminister Herrmann äußert Worte voll des Lobes. Nicht nur wegen des Ausblicks, auch wegen der Innenausstattung des Gebäudes. Ein holzvertäfelter Raum, Besprechungszimmer, heute: Weißwurstzimmer.

Herrmann mag Weißwürste. „Sehr gut, es gibt den originalen Händlmaier Senf“, sagt Herrmann, während er sich eine Serviette zurechtlegt und in den Small-Talk einsteigt. Adolph erzählt vom Alltag der Berchtesgadener Polizei, dass er selbst nur ungern in Berlin arbeiten würde, davon, dass im Talkessel der „Vandalismus verstärkt stattfindet“. Früher habe es so etwas nicht so gehäuft gegeben. Die Eltern wären nun gefragt. Herrmann nickt, hört zu, fragt nach. Dann geht es um die Wurst. Ob es Schwerkriminalität in Berchtesgaden gebe? „Nein“, entgegnet Adolph, eher Ordnungsstörungen, weniger tragisch. Die Stunde des Weißwurstfrühstücks neigt sich ihrem Ende zu. „Ich komme wieder“, sagt Herrmann. „Im nächsten Jahr möchte ich mir den Königssee und den Obersalzberg anschauen“, so der Innenminister. Jederzeit willkommen sei er, erwidert Adolph. Dann gehen sie gemeinsam nach draußen, Herrmanns Mannschaft wartet. Ein letzter Händedruck. „Sie haben die schönste Polizeidienststelle Deutschland“, sagt er. Günther Adolph freut sich, er nickt. Eigentlich wusste er das schon immer.

kp

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