"Die Salzprinzessin" im Bilde

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Die Berchtesgadener Puppenspielerin Mia Kaiser-Wenig hat sich an die Erstellung eines Bilderbuches gewagt. Das Ergebnis liegt nun mit „Die Salzprinzessin“ vor.

Berchtesgaden - Es ist das erste Projekt als Bilderbuch-Autorin, aber Mia Kaiser-Wenig macht es nicht des Geldes wegen. Sie erfüllte sich damit einen Traum.

Mit ihrer ersten Buch-Publikation „Die Salzprinzessin“ hat sich die Berchtesgadener Puppenspielerin Mia Kaiser-Wenig einen persönlichen Traum erfüllt. Ein Bilderbuch, „etwas, das bleibt.“ Nichts, mit dem sie Geld verdienen würde. Dazu sind die Margen zu gering, die Auflage zu klein, die Zielgruppe zu überschaubar.

„Wenn es plus minus Null ausgeht, wäre ich schon glücklich“, sagt sie. Zusammen mit ihrem Sohn Kilian hat Mia Kaiser-Wenig ihre selbst gebastelten Puppen ins rechte Licht gerückt und an Orten im Berchtesgadener Talkessel fotografiert, die dem zugrunde liegenden Märchen würdig sind.

Puppen wie diesen Troll fertig Mia Kaiser-Wenig in Eigenregie.

Vor zwei Jahren hatte Kaiser-Wenig die Idee, ein Buch zu machen. Kein großes sollte es sein. Keines, in dem viel Text vorkommt. Vielmehr ein bilderreiches, eines, das schöne Hintergründe mit Lokalbedeutung mit den Figuren der Puppenspielerin kombiniert und in Einklang bringt.

Vor fünf Jahren habe Kaiser-Wenig schon Erfahrungen mit einem Kniebuch gemacht, ein Bilderbuch mit Spiralbindung, das – meist Kindern - sitzend auf den Knien des Vortragenden präsentiert wird. „Die Arbeit daran hat mir schon viel Spaß bereitet“, erinnert sich Kaiser-Wenig zurück.

Und das Märchen der Salzprinzessin? Auch das hat die Puppenspielerin schon häufig inszeniert, etwa auf dem romantischen Spazierweg durch den Zauberwald in der Ramsau.

Dort hat sie vor Kindergruppen Puppentheater gespielt, im Freien, hinter mächtigen Steinen, vor großen Bäumen. „Das sind doch hervorragende Landschaftsbilder, die sich für ein Bilderbuch eignen könnten“, dachte die Künstlerin vor zwei Jahren und war von der Idee, ein Bilderbuch zu machen, hingerissen. Eine Kamera musste her, denn Sohn Kilian belegte ja sowieso einen Fotografie-Kurs in der Schule.

Die Berchtesgadener Puppenspielerin Mia Kaiser-Wenig hat sich an die Erstellung eines Bilderbuches gewagt. Das Ergebnis liegt nun mit „Die Salzprinzessin“ vor.

Er konnte also helfend zur Hand gehen. Große Unterstützung bei den Vorarbeiten erhielt sie von ihm, der für die Motive im Bilderbuch auf den Kamera-Auslöser drückte. „Für ihn war das Projekt ein Ansporn und für mich die Umsetzung eines persönlichen Wunsches“, sagt Mia Kaiser-Wenig, die eigens für die Fotoproduktion Puppen kreierte. Keine Handpuppen, die sie sonst bei ihren Vorführungen zum Einsatz bringt, sondern Puppen mit Gliedmaßen, die man kameragerecht positionieren kann.

Die Vorarbeit lag in der Skizzenerstellung, erzählt die Bilderbuch-Autorin, die sich auf Szenensuche begab. Eine private Villa im Berchtesgadener Talkessel eignete sich etwa, auch der Zauberwald, den sie sowieso bei ihren Puppenspiel- Wanderungen immer wieder gerne besucht. Darüber hinaus sollte es die mit viel Elan ausgestattete Bastlerin in das Schloss in Berchtesgaden führen.

Vor herrschaftlichen Treppenaufgängen, in einer großen Halle, dem herzoglichen Rosengarten oder dem historischen Musikzimmer würden sich die selbstgefertigten Puppen gut machen, meinte Kaiser-Wenig – und hatte Recht. „Das war eine Mordsarbeit“ – der Rückblick schafft Klarheit, aber zeigt auch deutlich, dass sie solch ein Projekt wiederholen würde, „vielleicht ein Trollmärchen“. Etwas Zeit sollte aber dennoch ins Land ziehen bis dahin.

„Es hat viel Spaß gemacht, mein Sohn hat Geduld mit mir bewiesen.“ Die Bilderbuch-Autorin lacht.

Mit viel Aufwand wurden die Hintergründe dann mit den separat fotografierten Puppen miteinander verschmolzen – per Hand. Dazu kamen die eigens inszenierten, selbst geschriebenen Texte, die kompakt gehalten wurden. „Schließlich ist es ein Bilderbich“, sagt Kaiser-Wenig. Und: „In technischer Hinsicht kenne ich mich nicht aus“, gesteht sie, die sich anfangs vor einer schier unlösbaren Aufgabe sah.

Später hat sie es dann doch geschafft, das Bilderbuch „Die Salzprinzessin“ liegt druckfrisch vor. Für die Herstellung verantwortlich zeichnet eine kleine Druckerei, fern der Heimat. Die Auflage ist klein, die Druckkosten waren teuer. Geld verdienen werde sie mit dem Projekt keines. Die Künstlerin wollte es sich beweisen, dass sie nicht nur das Puppenspiel kann, sondern auch das Bilderbuch im Griff hat. Hat sie.

Kürzlich fand die offizielle Vorstellung des Buches statt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

kp

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