"Am 13. Dezember wird vereist"

Schönau am Königssee - Anfang März war es soweit, der untere Teil der Kunsteisbahn am Königssee wurde abgerissen. Der Brand des Kreisels ließ alle Hoffnungen auf die WM schwinden. Doch jetzt will man es schaffen.

Richtfest ist für jeden Bau ein entscheidender Wendepunkt, aber wohl nie so entscheidend wie beim Umbau der Kunsteisbahn am Königssee. Der war von Anfang an sehr ehrgeizig mit einem engen Zeitplan bemessen. Und es dauerte keine zwei Wochen bis die Katastophe eintrat:

"Brand an der Kunsteisbahn am Königssee", war damals für Bahnleiter Markus Aschauer wohl die Horrormeldung. Bei Schweißarbeiten fing die Verschalung des Kreisels Feuer. Sämtliche Feuerwehren des inneren Landkreises waren im Einsatz, um das Schlimmste zu verhindern.

Es ist ihnen gelungen. Nach langem hin und her, sanieren oder Abbruch, gaben Gutachter und Versicherung Entwarnung. Eine Sanierung sei ausreichend und die Versicherung zahle, konnte Landrat Georg Grabner im Juni erleichtert verkünden.

Jetzt, am 20. September, konnte Richtfest gefeiert werden. Der Rohbau des Zielgebäudes steht. Die Betonarbeiten für die Bahnschale haben begonnen. Grabner ist sich sicher: "Wir werden es schaffen."

Richtfest an der Kunsteisbahn

Zu schaffen gilt es, die Bahn am 13. Dezember zu vereisen, so dass erste Trainings dort stattfinden können. Anfang Januar soll bereits der Rodel-Weltcup auf der neuen Kunsteisbahn ausgerichtet werden, bevor dann im Februar die Weltmeisterschaft in Bob und Skeleton ansteht.

Dass das aber gelingt, heißt es jetzt, weiter hoffen, dass alles glatt läuft. "Der Brand hat uns zurückgeworfen", muss der Landrat zugeben. "Und auch als die Erdarbeiten, die Straße und die Arbeiten am Fundament gemacht wurden, kamen Zweifel auf, ob wir fertig werden würden. Jetzt bin ich aber überzeugt, dass wir es schaffen, den Innenausbau des Zielhaus und des Funktionsgebäudes, die Bahn und die Aussenanlagen rechtzeitig fertig zu stellen."

Rechtzeitig heißt bis zur Weltmeisterschaft. Und sobald die vorbei ist, soll wieder gebaut werden. "Wir haben die Umbauarbeiten auf zwei Jahre, also zwei Abschnitte verteilt", erklärt Landrat Grabner. "Kommendes Jahr soll am Rodelstart ein neues Gebäude entstehen und auch die Anschubbahn soll erneuert werden." Für die wird allerdings noch ein Standort gesucht. Auch die Finanzierung ist noch nicht geklärt, aber bis spätestens 2012 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein - und die Kunsteisbahn am Königssee olympiatauglich.

Christine Zigon

Rubriklistenbild: © cz

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