„Das ist kein tragbarer Zustand“

Hotelier Peter Hettegger will Maßnahmen ergreifen, um das Lärmproblem bei der Rauchkuchl in den Griff zu bekommen.

Berchtesgaden - Die "Rauchkuchl" im Hotel Edelweiss belebt den Markt Berchtesgaden bis vier Uhr Früh - zu laut und zu lang, wie Anwohner finden. Jetzt reagiert Hotelier Peter Hettegger auf die Vorwürfe und nimmt Stellung.

Ein „südostbayerischer Ballermann“, nein, das sei Berchtesgaden nun wirklich nicht, sagt Hotelier Peter Hettegger. Im Vorfeld hatte es immer wieder Beschwerden gegeben, seitdem die neue Diskothek Rauchkuchl, unterhalb des Hotel Edelweiß gelegen, ihre Pforten geöffnet hatte. In Leserbriefen hatten sich unmittelbare Anwohner darüber beschwert, dass Berchtesgaden zum „rechtsfreien Raum“ werde, in welchem die Disco-Besucher „nach dem Genuss von Alkohol hemmungslos ihre Aggressionen ausleben können“.

Dass es Probleme gebe, „darüber bin ich mir im Klaren“. Intensive Beratungen haben bereits stattgefunden, an vielen Stellschrauben werde es Veränderungen geben. Kommende Woche diskutiert der Hauptausschuss der Gemeinde über die „Lärmsituation Rauchkuchl“. „Der Andrang war anfangs so groß, dass wir regelrecht überfordert waren“, so Peter Hettegger, der andererseits auch Freude darüber zeigt, dass das Angebot so gut angenommen werde. Eine fabelhafte Resonanz, „manchmal war es aber einfach zu viel“.

Im Marktbereich soll es künftig ruhiger werden. Raucher gehen künftig in den Untergrund.

So weitergehen werde es nicht, dafür zeigt der Hotelier Verständnis, gibt sich kooperativ, will Maßnahmen ergreifen, die das Lärmproblem minimieren. Weder wolle er Anlieger in ihrer Nachtruhe stören noch eigene Hotelgäste verschrecken. Mit den Zuständigen der Gemeinde habe man bereits nach Lösungen gesucht. Und bereits solche gefunden. So werde voraussichtlich in der kommenden Woche eine zusätzliche Schallschutztür im unteren Bereich des Postturmes installiert. Dies soll den Lärmpegel weiter minimieren, der Bereich um das Hotel soll wesentlich mehr Ruhe bieten, Anrainer sich nicht mehr gestört fühlen. Darüber hinaus „haben wir uns mit der Gemeinde geeinigt, dass Besucher der Rauchkuchl zum Rauchen nicht mehr nach oben müssen“. Künftig soll unten gequalmt werden, wie die Lösung im Detail umgesetzt wird, muss sich noch zeigen.

Derzeit lotet die Gemeinde Möglichkeiten aus, die Tiefgarage für Rauchkuchl-Besucher kostenfrei anzubieten. Der Markt würde nachts nicht mehr als Parkzone „missbraucht“ – kein lautes Türenschlagen, keine aufheulenden Motoren. „Im Gegenzug würden wir uns, so wie es die Gemeinde gefordert hat, dazu bereit erklären, die öffentlichen Toiletten in der Tiefgarage zu reinigen“, sagt Peter Hettegger. Allerdings müsse die Sache jetzt erst durch den Hauptausschuss gehen, ehe man Nägel mit Köpfen machen könne.

Die Rauchkuchl: „Südostbayerischer Ballermann“?

Ein Lärmgutachter vom Landratsamt Berchtesgadener Land sei eingeschaltet, weitere Maßnahmen würden derzeit eruiert. Denn: „Wir müssen auch unsere Gäste im Haus zufrieden stellen“. So soll etwa die Sperrstunde nach vorne verlegt werden, auf drei Uhr nachts. „Bis vier Uhr soll die Rauchkuchl dann leer sein“, sagt Hettegger. „Für uns ist das so kein tragbarer Zustand. Wir wollen keinen Wirbel“. Wenn man schon derartige Probleme habe, werde man auch wirksame Maßnahmen ergreifen, um das Problem zu lösen. „Es geht nämlich auch gemütlicher“, ist sich Hettegger sicher.

Über längere Zeit sei die Rauchkuchl die einzige Diskothek gewesen, zwei Mitbewerber in Schönau am Königssee hatten geschlossen. Ab Anfang Oktober sind auch jene beiden Lokalitäten wieder geöffnet, „ich denke, dann verteilt sich das alles ein bisschen“, meint Hettegger. Derweil sei die Arbeit mit der Gemeinde und der Polizei konstruktiv, man stehe in ständigem Kontakt, tue alles dafür, dass sich die Situation normalisiert. „Wir arbeiten daran“, sagt der Hotelier, „und werden die Sache in den Griff kriegen“.

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