CJD: Kaderschmiede des Leistungssports

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Erinnert sich lachend an seine Schulzeit zurück - der ehemalige Skispringer Michael Uhrmann.

Berchtesgaden - Sie heißen Hilde Gerg, Georg Hackl und Michael Uhrmann und haben nicht nur gemeinsam, dass sie Spitzensportler waren - sie haben auch die gleiche Schule besucht.

Seit 40 Jahren betreiben die CJD Christophorusschulen in Berchtesgaden Leistungssportförderung. Viele Talente sind durch ihre Schule gegangen und haben so die Grundlage nicht nur für eine erfolgreiche Sportlaufbahn, sondern auch für ein Leben danach vorgesorgt.

Mit einem großen Festakt haben die Verantwortlichen am Mittwochmittag auf die Geschichte der Schulen am Dürreck zurückgeblickt und auch einige Sportler haben sich an ihre Zeit in der Obhut des CJD erinnert. "Im Haus Königssee waren die Damen untergebracht", grinst Karl-Heinz Frosch, der ehemalige Nordische Kombinierer. "Und Herr Schröder hat sie behütet wie seinen Augapfel. Trotzdem haben wir mehrmals nach neun versucht in das Haus zu kommen - ohne Erfolg." Zu den 'Damen' ging nämlich eine Holztreppe und sobald die nur ansatzweise geknarzt hat, stand Herr Schröder auf der Matte.

Erfolgreicher war da schon die ehemalige Skirennläuferin Monika Berwein-Schmid: "Es gab Wochenenden, an denen hätten wir nicht nach Hause fahren dürfen. Wir hatten aber ein Geheimversteck für ein Auto. Also haben wir uns verkleidet und sind trotzdem weggefahren. Nur einmal sind wir aufgeflogen, da wir bei einem Wettbewerb waren, der im Fernsehen übertragen wurde."

40 Jahre Leistungssportförderung am CJD

Auch Skispringer Michael Uhrmann war im Internat der CJD Schulen untergebracht und musste dort nach einer ausgiebigen 1. Mai-Feier über ein kleines Klofenster einsteigen, damit er nicht erwischt wurde. Ansonsten scheint er eher ein braver Schüler gewesen zu sein und erinnert sich mehr an seine erste Erfahrungen auf der Kälbersteinschanze: "Wir sind noch mit Mattenanlauf gesprungen und als ich das erste Mal da runter musste bin ich auf eine Art Tür zugefahren, da hatte ich furchtbar Schiss, dass ich sonstwo lande."

Wie alle anderen Leistungssportkollegen hat Uhrmann seinen Schiss vor der Schule, dem Leistungssport und dem Leben abgelegt. "Das CJD ist eine riesen Chance für alle Leistungssportler", sind sich die Ehemaligen einig. Denn die vielen Fehlstunden der angehenden Leistungssportler sind vor 40 Jahren in den staatlichen Schulen schon nicht akzeptiert worden, im CJD hilft man den Sportlern aber, alles nachzuarbeiten und den Anschluss an die Klasse nicht zu verpassen. Gleichzeitig sind die Trainingsbedingungen für den Wintersport optimal.

Natürlich hat sich in diesen 40 Jahren über den Dächern Berchtesgadens trotzdem einiges verändert. Beispielsweise konnte im Rahmen des Festaktes auch die neue Doppelturnhalle mit Kraftraum eingeweiht werden. Aber der Geist der CJD Christophorusschulen ist geblieben. "Diese Schule ist in Deutschland einzigartig", brachte es Peter Müller vom Bayerischen Kultusministerium auf den Punkt, bevor die geladenen Gäste am Buffet Erinnerungen austauschten.

Auf die nächsten 40 Jahre...

Christine Zigon

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