"Christoph 14": So viele Einsätze wie noch nie

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Traunstein/Berchtesgaden - 1471 Mal war der orangefarbene Rettungshubschrauber „Christoph 14“ des Roten Kreuzes im vergangenen Jahr im Einsatz: Das ist ein Plus von 65 Alarmierungen und damit eine Rekordzahl.

Nicht mehr wegzudenken ist das Rettungstau, mit dem verletzte oder erkrankte Bergsteiger aus schwierigem Gelände ins Tal geflogen werden. Bei insgesamt 48 Einsätzen versuchte die Hubschrauber-Crew 2010 Menschen auf diese Weise zu helfen; meist in Zusammenarbeit mit den örtlich zuständigen Bergwachten.

Bei Rettungstau-Flügen wird an der Doppel-Lasthakenanlage des Hubschraubers ein Spezialseil befestigt, das bis zu 90 Meter lang in die Tiefe verlängert werden kann. „Diese Fälle nehmen ständig zu“, resümiert Robert Portenkirchner, leitender Luftrettungsassistent des Roten Kreuzes, „wohl auch, weil immer mehr Bergsportler unterwegs sind; und wo mehr Menschen sind, passiert in der Regel auch mehr.“ Einsätze in den Bergen führt die Hubschrauberbesatzung in enger Zusammenarbeit mit der Bergwacht durch. Über 300 Freiwillige aus dem gesamten Berchtesgadener Land kümmern sich in sechs Bergwachten um den Rettungsdienst im schwierigen und abgelegenen Gelände. Die Bergwacht gehört als eigene BRK-Gemeinschaft zum Kreisverband des Roten Kreuzes und ist somit ein Teil der Körperschaft des öffentlichen Rechts.

Vor vier Jahren wurde der neue Hubschraubertyp „Eurocopter 135 T2i“ am Luftrettungsstandort Traunstein in Betrieb genommen. Seine technischen Daten sind beeindruckend: Die maximale Geschwindigkeit liegt bei 290 Kilometern pro Stunde. Dabei hat die Maschine eine Turbinenleistung von zwei Mal 587 Pferdestärken und mit einer Tankfüllung können bis zu 650 Kilometer zurückgelegt werden.

Bis zu fünf Menschen kann „Christoph 14“ transportieren: Neben der dreiköpfigen Besatzung – das sind ein Pilot der Bundespolizei, ein BRK-Luftrettungsassistent sowie ein Notarzt – können im Notfall zwei Patienten aufgenommen werden. Für ihre Versorgung steht modernste medizinische Ausrüstung zur Verfügung. Dazu zählt ein EKG, das sowohl die Patientenwerte kabellos empfängt, als auch eine umfangreiche Auswertung per Funk an die Klinik senden kann, die gerade angeflogen wird. Diese Zeitersparnis ist dann besonders wichtig, wenn eine schnelle Behandlung, wie etwa bei Herzerkrankungen, nötig ist. Außerdem besitzt der Rettungshubschrauber eine neuartige Navigation, die eine schnellere Orientierung ermöglicht. Ein modernes Lasergerät unter der Kuppel des Hubschraubers warnt den Piloten vor Hindernissen. „Christoph 14“ ist als südlichster Rettungshubschrauber Teil eines flächendeckenden und engmaschigen Luftrettungsnetzes in Deutschland. „Das hat kein anderes Land in dieser Form“, erklärt Portenkirchner. Auch aus dem benachbarten Österreich wird „Christoph 14“ gelegentlich von den zuständigen Leitstellen angefordert. Um auch bei Wartungsarbeiten einen lückenlosen Betrieb zu ermöglichen, stehen für die BRK-Luftrettungsstationen Traunstein und Kempten drei baugleiche Maschinen zur Verfügung.

Der Einsatzradius von „Christoph 14“, der am Klinikum Traunstein stationiert ist, umfasst rund 60 Kilometer in alle Richtungen. Sollten sowohl der reguläre Hubschrauber als auch die Ersatzmaschine nicht zur Verfügung stehen, wird kurzfristig ein blauer Verbindungs- oder Transporthubschrauber der Bundespolizei eingesetzt, der bei Bedarf mit spezieller Zusatzausrüstung zum Rettungshubschrauber umfunktioniert wird. Sollte „Christoph 14“ bereits zu einem Einsatz unterwegs sein und es wird zeitgleich ein weiterer Rettungshubschrauber benötigt, helfen die umliegenden Luftrettungsstationen aus – auch aus dem nahen Österreich. Landet „Christoph 14“ in der Nähe des Notfallortes taucht dort wenig später fast immer auch ein Rettungswagen auf. „Da das Fahrzeug mehr Platz bietet, können wir gerade instabile Patienten dort gut versorgen und für den Transport stabilisieren“, erklärt Portenkirchner. Danach entscheidet der Notarzt, wie der Patient in die Klinik transportiert wird: In sehr eiligen Fällen wird er in den Rettungshubschrauber verladen; ansonsten erfolgt der Transport per Rettungswagen und der Heli ist wieder frei verfügbar für den nächsten Einsatz.

BRK Berchtesgadener Land

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