Die "Christbaum-Heizung"

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Berchtesgaden – Wie viel Wärme können Christbäume für Haushalte liefern? Diese ungewöhnliche Frage stellten sich die Verantwortlichen des Schönauer Heizkraftwerks.

Beginnt der Baum einmal zu nadeln, hat der Besitzer keine große Freude mehr. Der Christbaum muss raus, entsorgt werden. Doch wohin damit?

Arnold Fellinger

„Wir dachten uns, dass wir die Bäume sammeln“, sagt Fellinger, der seit eineinhalb Jahren die Geschäfte des Schönauer Heizkraftwerks lenkt und auf Holz angewiesen ist. Dass man mit Christbäumen, die meisten nicht höher als zwei Meter, nicht sonderlich weit kommt, ist ihm klar. „Die Menge macht’s“, sagt er aber. Berchtesgaden, Schönau am Königssee, Bischofswiesen, Ramsau und Marktschellenberg – die Bewohner der fünf Talkessel-Gemeinden sind dazu aufgerufen, Bäume zu sammeln. „Beim örtlichen Bauhof können diese abgegeben werden“, sagt Fellinger. „Oder auch direkt zu uns ins Biomasse-Heizkraftwerk gebracht werden.“ Der Aufwand ist zwar enorm, wenn jeder Baumbesitzer sein nadeliges Bäumchen persönlich abliefert, „aber es wird schon gut gehen“, zeigt sich der Geschäftsführer optimistisch.

Alle Bäume, die gesammelt werden, werden zerhackt, um diese verheizen zu können. „Wir rechnen dann aus, was die gesammelten Bäume am Ende gebracht haben“, erklärt er – und wie viele Haushalte mit Energie versorgt werden konnten.

Ein wenig Erfahrung hat Fellinger im Bezug auf das Bäumchen-Sammeln bereits. Im vergangenen Jahr erhielt das Heizkraftwerk alle Tannen des Berchtesgadener Advents. 500 Stück an der Zahl. „Da kam dann schon ganz schön was zusammen“, erinnert er sich zurück. Weil er davon ausgeht, dass dieses Jahr viele Einzelpersonen ihre ausrangierten Christbäume vorbeibringen werden, ist er guter Dinge, dass der Energieertrag deutlich höher ausfallen wird. „Es waren bereits einige Leute da, die gefragt hatten, ob wir deren Nadelbäume auch annehmen.“ Auch abgegeben wurden schon einige.

In der Gemeindeverwaltung in Berchtesgaden hat man sich zu festen Baum-Annahmezeiten entschieden. An den Samstagen des 7. und 14. Januars hat der Bauhof von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Und auch am Freitag, 13. Januar, dürfen die nunmehr unschönen Christbäume abgegeben werden. Alle Einwohner der anderen vier Gemeinden können ihre Bäume entweder zu den gewöhnlichen Öffnungszeiten des örtlichen Bauhofs abgeben, oder diese direkt zum Heizkraftwerk bringen. Damit es in

so mancher an das Fernwärmenetz angeschlossenen Wohnung auch künftig warm bleibt…

kp 

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