Ein Chauffeur im Eiskanal

+
Manfred Haugg, der Chauffeur von Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, sitzt oft alleine. Im Auto, dem 7er BMW, spielt er hingegen die erste Geige.

Schönau am Königssee – Er ist überaus freundlich, ein charmantes Lächeln hat er im Gesicht, seine Stimmfarbe gleicht jener eines Märchen-Erzählers: Manfred Haugg ist für gewöhnlich im Hintergrund zu finden.

Im Vordergrund steht sein Chef, Christian Ude, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München. Manfred Haugg ist dessen Chauffeur, seit 21 Jahren. Normalerweise fährt er seinen Chef durch die bayerischen Lande, dieses Mal ließ auch er sich kutschieren – im Rennbob-Taxi auf der Kunsteisbahn Königssee.

Sein Chef, der Ude, sei ein äußerst angenehmer Mitfahrer. Wenn das einer sagen kann, ist das Manfred Haugg, 60 Jahre alt und seit zwei Jahrzehnten mit dem Oberbürgermeister von München verbandelt. Dass sich die beiden gut untereinander verstehen, wird schnell offensichtlich. Haugg ist Udes Chauffeur, sein menschlicher „Terminplaner“ und Gesprächspartner in einem.

„Wir verbringen viel Zeit miteinander“, sagt Haugg, der immer dann ran muss, wenn Ude einen Termin hat. Dann steigt das eingespielte Duo in den 7er BMW, „ein fantastisches Auto“, sagt Haugg, und fährt überall dorthin, wo die Person Ude gefragt ist. Kürzlich etwa nach Schönau am Königssee, wo eine Stippvisite der Kunsteisbahn Königssee auf dem Programm stand.

Nicht nur Ude raste den Eiskanal hinunter, auch der OB-Chauffeur, der Manfred, ein angenehmer Zeitgenosse, der sich – wenn der Chef gefragt ist – in Zurückhaltung übt. Schwer fällt ihm das beileibe nicht. Haugg ist einer, der viel zu erzählen hat, wenn er danach gefragt wird. Wie denn so ein typischer Tag im Leben des Ude-Chauffeurs aussehe?

„Ach“, sagt er, „erst einmal muss ich recht früh aufstehen und den OB von zu Hause abholen“. Im Folgenden richte sich alles nach dem Terminplan des Oberbürgermeisters. In jedem Fall müsse Haugg sehr viel warten. Warten, dass ein Termin zu Ende geht, um erneut in die Luxus-Limousine zu steigen und weiterzufahren. „Meistens höre ich meinem Chef zu“. Oder der Chauffeur bestellt sich etwas zu essen, so auch in Schönau am Königssee, während Ude seine Rede hält.

„Meine Freizeit ist relativ knapp bemessen“, sagt der redselige Herr, der sich zeitgleich mit Ude aus dem Berufsleben verabschieden wird, so sagt er. Sein Job ließe sich nur bestreiten, „weil meine Familie da mitspielt“. Ohne deren Unterstützung sei dies überhaupt nicht möglich.

Von vielen Erlebnissen könnte er, Haugg, berichten, aber das würde den Rahmen sprengen. „Als OB-Fahrer erlebt man viel, das können Sie glauben“, sagt er. Viele Mitbringsel gebe es obendrein. Auch aus Schönau am Königssee wird er eines mit nach München bringen, einige blaue Flecken nämlich. „Zugezogen habe ich mir diese während der Rennbob-Taxi-Fahrt. Haugg lacht, dann muss er los. Ude wartet, es geht zurück in die Landeshauptstadt.

Zurück zur Übersicht: Region Berchtesgaden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser