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Landkreise - Drei Fragen - 15 Antworten. Antworten der Gemeindeoberhäupter, der Bürgermeister. Das Jahr 2011 hat begonnen, noch ist nicht viel geschehen. Geplant ist hingegen jede Menge.

Die Bürgermeister zeigen sich verhalten optimistisch. Folgende drei Fragen haben wir jedem Gemeindevorsteher gestellt, die Antworten liefern die Bürgermeister persönlich:

1. Welche Erwartungen stellen Sie in Gemeindehinsicht an das Jahr 2011?

2. Welche größeren Maßnahmen/Vorhaben sollen in 2011 beendet respektive in Angriff genommen werden?

3. Eine Prognose: Wie wird es in den kommenden Jahren um den Gemeindehaushalt stehen? Sind finanzielle Spielräume wahrscheinlich oder muss der Gürtel enger geschnallt werden?

Franz Rasp, 1. Bürgermeister des Marktes Berchtesgaden:

1. Bürgermeister des Marktes Berchtesgaden, Franz Rasp

1. Ich erwarte mir für das Jahr 2011 keine Neuverschuldung – wenn möglich wollen wir den Schuldenstand Berchtesgadens leicht reduzieren. Darüber hinaus wollen und werden wir die Dienstleistungsausrichtung der Gemeindeverwaltung verbessern. Der erste Schritt ist unser neues Bürgerbüro im Rathaus, das bislang gut angenommen wird. Dieses wollen wir mit unserem Angebot weiter etablieren. Ein weiterer wichtiger Eckpfeiler für das Jahr 2011 ist unsere Jugendarbeit, die in der Gemeinde seit Bestehen der Jugend AG forciert wurde. Im kommenden Jahr wollen wir diese weiter festigen. Als neuen Schwerpunkt werden wir die Seniorenarbeit angehen.

2. Für das Jahr 2011 stehen einige wichtige Vorhaben auf dem Programm, die wir umsetzen wollen. Etwa die Umbaumaßnahmen beim Schülerforschungszentrum, das im Gebäude des alten Gymnasiums entsteht. Insgesamt wird dort eine Summe von mehr als 1,1 Millionen Euro investiert werden. Der Neubau der Neuhäuslstraße wurde lange geschoben, nun soll er endlich vorangetrieben werden. Auch die Erweiterung des Feuerwehrhauses in der Oberau wird durchgeführt. Der Gemeinderat Berchtesgaden hat das Vorhaben bereits abgesegnet. Der Löschzug Au wird des Weiteren 2011 ein neues Feuerwehrfahrzeug erhalten. Neben dem Neubau der Wasserversorgung für den Ortsteil Landau stehen die Detailplanungen und die Vorbereitung der weiteren noch ausstehenden Kanalbaumaßnahmen auf dem Programm. Wichtig ist uns darüber hinaus eine Intensivierung der Verwaltungszusammenarbeit mit unseren Nachbargemeinden anzustreben.

3. Wenn wir konsequent die richtigen Entscheidungen treffen, können wir uns auch wieder finanzielle Spielräume erarbeiten, die wir derzeit nicht haben. Die Prognosen lassen jedenfalls die Aussage zu, dass es so wie in den letzten Jahrzehnten nicht weiter gehen kann – Investitionen durch neue Schulden können wir uns wegen der jetzt schon enormen Zins- und Tilgungsbelastungen Berchtesgadens nicht mehr leisten. Oberstes Ziel muss die Rückführung unseres Schuldenstandes sein - neue Schulden würden unsere Handlungsspielräume in der Zukunft noch weiter einengen. Deshalb müssen wir zwei Handlungsfelder bearbeiten. Erstens: Die richtigen Dinge tun - wir stehen vor der schmerzhaften Frage, welche Dinge wir uns in Zukunft noch leisten wollen und welche wir uns nicht mehr leisten können. Zweitens: Die Dinge richtig tun – Nutzung der vorhandenen Einsparpotentiale und Optimierungsmöglichkeiten. Wir brauchen den Verzicht auf verschiedene, auch liebgewordene Leistungen, damit wir gezielt investieren können, etwa in den Bereich Bildung.

Franz Halmich, 1. Bürgermeister der Gemeinde Marktschellenberg:

1. Bürgermeister der Gemeinde Marktschellenberg, Franz Halmich

1. Ich würde das nicht Erwartungen nennen, das erscheint mir zu hoch gegriffen. Wünsche und Hoffnungen wären die treffenderen Bezeichnungen. Dazu gehören meiner Ansicht nach verschiedene Dinge. In jeder Hinsicht hoffe ich, die Erwartungen der Bürger als solche erfüllen zu können. Was ich mir wünsche, ist gutes Wetter – und eine bessere Saison, gerade im Hinblick auf unser Schwimmbad. Bei der Almbachklamm und unserer Eishöhle hoffen wir natürlich auch wieder auf zahlreiche Besucher im nächsten Jahr. Auch wäre eine baldige, zufriedenstellende Lösung bezüglich unseres fehlenden Lebensmittelnahversorgers sowie der Gaststättensituation im Ortskern wünschenswert. Bislang hat sich hier noch nichts getan. Ebenso können wir nur hoffen, dass der Winter kein zu kostspieliger wird. Ein zeitnäherer Zufluss der ausstehenden Zuwendungen vom Freistaat würde Marktschellenberg gut tun, darüber hinaus hoffe ich auf ein Ausbleiben des befürchteten Einnahmeeinbruchs aufgrund des zeitverzögerten „Ankommens“ der Konjunkturkrise in den kommunalen Haushalten.

Erstrebenswert wäre auch eine weiterhin anhaltend hoch bleibende Geburtenzahl - heuer wurden bisher 19 Kinder geboren, was eine sehr positive Entwicklung im Hinblick auf unseren Kindergarten und unsere Grundschule darstellt. Man kann sich nur wünschen, dass das Miteinander in der Dorfgemeinschaft und der Zusammenhalt in Marktschellenberg so anhält, wie ich diese heuer erlebt habe.

2. Abgeschlossen wird im Frühjahr die Ortskanalisation im Bereich Glockenweg – hier kam es leider zu Verzögerungen bei der Achen-Unterquerung, wo eine Spülbohrung zwei Meter unterhalb des Flussbettes der Ache umgesetzt wird. Auch wird im Frühjahr unser aktuelles Dorferneuerungsverfahren zum Abschluss kommen. Dieses läuft seit 1996. Es beinhaltet unter anderem die Neugestaltung unseres Marktplatzes sowie weitere kleinere Maßnahmen. Ein neues ländliches Entwicklungsprojekt wird angestrebt. Geplant ist für das kommende Jahr der Kanalbau Köpplschneid in Kombination mit einer Straßenerneuerung auf einer Länge von circa 800 Metern. Auch in Sachen Brandschutzkonzept in unserer Grundschule wird sich etwas tun.

3. Hauptaufgabe ist wie immer das Zustandebringen eines ausgeglichenen Haushalts, also die üblichen kommunalen Haushaltsthematiken und die sich daraus ergebenden Problematiken. Die sinkende Finanzkraft für 2011 weist eigentlich schon den Weg - Spielräume sind so gut wie keine zu erwarten. Ob wir 2011 „Zeit zum Luftholen“ haben, bezweifle ich. Im Hinblick auf die geplanten Kanalbaumaßnahmen leistet die Gemeinde bereits ihr Möglichstes. Neuinvestitionen werden auf das Unumgängliche beschränkt sein beziehungsweise die wichtigen Infrastruktur-Projekte werden in den Vordergrund gestellt. Der eine oder andere „Wunsch“ wird sicherlich aufgeschoben werden müssen. Der Markt wird aber seine Aufgaben erfüllen können. Gelingen kann und wird das natürlich nur, weil alle gemeinsam – Bürger und Gemeinde – gut zusammenarbeiten.

Toni Altkofer, 1. Bürgermeister der Gemeinde Bischofswiesen:

1. Bürgermeister der Gemeinde Bischofswiesen, Toni Altkofen

1. Wir werden uns bemühen, im Rahmen der Möglichkeiten, das Beste für die Gemeinde zu schaffen. Aufgrund der angespannten Finanzlage aller Kommunen ist dies eine große Herausforderung. Wir hoffen auf mehr Einsicht bei den politisch Verantwortlichen in Bund und Land bezüglich der notwendigen Verbesserung der kommunalen Finanzausstattung.

2. Im Jahr 2011 soll die Sanierung der Schulen – Grundschule, Mittelschule und Berufsfachschule für Kinderpflege – abgeschlossen werden. Die Investitionssumme in diesem Bereich betrug etwa zwei Millionen Euro. Der Neubau des Kindergartens Insula kann voraussichtlich vollständig umgesetzt werden. Die Investitionssumme beträgt hier etwas mehr als eine Million Euro. Als weiteres großes Projekt soll 2011 der Neubau des Feuerwehrhauses in Bischofswiesen realisiert werden. Die Kosten liegen voraussichtlich bei etwa 2,4 Millionen Euro.

3. Im Hinblick auf die verbesserte Einkommenssituation dürfte sich die Finanzlage der Gemeinde Bischofswiesen im Jahr 2010 entspannen. Mit weiteren Verbesserungen ist im Jahr 2011 zu rechnen, sodass die notwendige Mindestzuführung voraussichtlich erreicht werden kann.

Stefan Kurz, 1. Bürgermeister der Gemeinde Schönau am Königssee:

1. Bürgermeister der Gemeinde Schönau am Königssee, Stefan Kurz

1. Da in der Gemeinde Schönau am Königssee im ablaufenden Jahr 2010 sehr viel umgesetzt wurde, erwarte ich mir vom Jahr 2011 nicht sehr viel. Spannend wird es nicht nur für unsere Gemeinde sondern für die ganze Region, wenn am 6. Juli 2011 über den Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2018 entschieden wird. Es wäre für die ganze Region ein „Highlight“ wenn 2018 auf der Rodel- und Bobbahn am Königssee olympische Wettkämpfe ausgetragen würden.

2. Beendet werden soll der Ausbau des Busparkplatzes am Königssee und in Angriff genommen wird der Kanalbau im Bereich der Richard-Voss-Straße und Malerweg und der Anschluss verschiedener Einzelgebäude. Ich erhoffe mir, dass im nächsten Jahr die Planung des Hotelprojektes am Königssee durchgeführt werden kann und dass die Gemeinde der Planung entsprechend den Bebauungsplan ändert.

3. Die Finanzkrise ist bei keiner Kommune spurlos vorbeigegangen. Auch die Gemeinde Schönau am Königssee hat finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. Gott sei Dank ist der finanzielle Einbruch nicht so stark wie zunächst befürchtet wurde. Ich habe deshalb keine Befürchtungen, dass wir in den nächsten Jahren den Gürtel enger schnallen müssen. Da die Konjunktur in unserem Land ansteigt, werden wir auch in den nächsten Jahren finanzielle Spielräume haben, um zum einen die freiwilligen Leistungen aufrecht zu erhalten und zum anderen notwendige Investitionen zu tätigen.

Herbert Gschoßmann, 1. Bürgermeister der Gemeinde Ramsau:

1. Bürgermeister der Gemeinde Ramsau, Herbert Gschoßmann

1. „Erwarten“ ist nicht der treffende Begriff, „wünschen“ und „hoffen“ sicherlich schon. Und ich wünsche und hoffe für meine Gemeinde und alle Gemeindebürger, dass wir in 2011 von Unglücken und Katastrophen verschont bleiben.

2. Größere Maßnahmen sind ohne Zweifel die Fertigstellung der in 2010 begonnenen Kanalbaumaßnahmen am Hintersee. Im Rahmen dieser Maßnahmen die Verlegung des Fußweges am südlichen Ufer des Hintersees direkt an den See. Derzeit verläuft in diesem Bereich zwischen Fußweg und Hintersee die Staatsstraße 2099. Nach dieser Verlegung verläuft der Wanderweg um den Hintersee vollständig mehr oder weniger nah am See. Ein weiteres Vorhaben ist der Abwasserkanal von der Blaueishütte. Nachdem in 2009 im Ortsbereich knapp 6.000 Quadratmeter Grund erworben wurden und auch eine Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich „Sägewerk Dieterich“ bis Gewerbegebiet „Im Reichlfeld“ beschlossen wurde, sollte es für 2011 Aufgabe sein, die Planungen beziehungsweise die Voraussetzungen hierfür weiter voran zu treiben, damit diese Flächen mittelfristig einer Bebauung zugeführt werden können. Dabei geht es um Flächen für eine Wohnbebauung genauso wie für gewerblich nutzbare Flächen.

3. Das Problem an Prognosen ist, dass diese in die Zukunft gehen und die Zukunft kennt bekanntermaßen niemand. Trotzdem, ich glaube, dass die finanzielle Situation in 2011 sich wohl besser darstellen wird als in 2010. Insofern sollten sich etwas mehr finanzielle Spielräume ergeben als in 2010. Das heißt aber keineswegs, dass nicht sehr genau zu prüfen sein wird, für was Mittel in welcher Höhe ausgegeben werden.

Pfeiffer

Rubriklistenbild: © Pfeiffer

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