BRK-Wasserwacht trainiert in der Dunkelheit

+

Schönau am Königssee - Einsatzkräfte der BRK-Wasserwacht haben aufgrund der jüngsten Einsätze im Landkreis bei einer Übung die nächtliche Vermisstensuche und Rettung aus der Strömung trainiert.

Es platscht, Wasser spritzt und ein Lichtstrahl durchschneidet die regnerische Nacht , doch es sind keine Bisamratten oder gar Bieber, die bei völliger Dunkelheit in der Königsseer Ache ihr Unwesen treiben: Nein, Einsatzkräfte der BRK-Wasserwacht-Ortsgruppe Berchtesgaden haben aufgrund der jüngsten Einsätze im Landkreis bei einer nicht alltäglichen Übung die nächtliche Vermisstensuche und anschließende Rettung aus der Strömung trainiert.

Das Resultat: Der Einsatz bei Dunkelheit ist schwierig und noch gefährlicher als am Tag, aber mit viel Können und guter Ausrüstung machbar.

Die stellvertretende Ortsgruppenvorsitzende Christl Wagner und Wasserwacht-Canyon- und Wildwasser- Retter Jürgen Klapfenberger frischten zu Beginn kurz die theoretischen Kenntnisse der Übungsteilnehmer auf. Um 21.45 Uhr wurde es dann ernst, wobei bis zuletzt keiner so recht wusste, was tatsächlich auf ihn zukommt: „Suche eines Verunfallten – Person beim Cafe Waldstein in Schönau am Königssee in die Ache gestürzt und von der Strömung abgetrieben!" Einsatzleiter Gerald Stalla teilte sofort entsprechend der so genannten „Zangensuche“ drei Gruppen ein, die über den Streckenabschnitt flussaufwärts dem Vermissten entgegen und flussabwärts mit der Strömung suchen sollten.

Die Wasserretter bewegten sich schwimmend in der Strömung und in flacheren Abschnitten gehend im Flussbett vorwärts, wobei sie immer am Ufer von einem Helfer mit Funkgerät begleitet wurden. „Übungsziel war die möglichst genaue, aber auch rasche Absuche des teilweise recht unübersichtlichen Ufers und der Gumpen im Flussbett“, erklärt der Technische Leiter der Ortsgruppe, Franz Kurz. Nach kurzer Zeit wurden die Einsatzkräfte an der so genannten „Nassen Wand“ auch fündig: Im Schein ihrer Stirnlampen tauchte plötzlich im Wasser Christoph Golser auf, der bei der nicht alltäglichen Übung den Patienten spielen durfte. Er musste gesichert und unter vereinten Kräften über die starke Strömung hinweg an Land gerettet werden. Übungsleiterin Christl Wagner und ihr Kollege Jürgen Klapfenberger achteten besonders darauf, dass ihre Kameraden alle Sicherheitsstandards einhalten, sich selbst nicht unnötig in Gefahr bringen und ihre komplette Schutzausrüstung tragen und einsetzen.

„Einige Nachteinsätze der letzten Jahre zeigten, wie schnell eine umfangreiche Suche im Fließgewässer auch bei Dunkelheit Realität werden kann. Einsatzleiter Gerald Stalla hat den schwierigen Übungseinsatz bestens geführt“, lobte Franz Kurz bei der mitternächtlichen Nachbesprechung im Wasserwacht-Stüberl. Nass wurde dieses Mal auch jeder, denn aktiv im Wasser waren bei dieser Übung auch diejenigen, die sonst häufig als Einsatzleiter den Ablauf nur im Trockenen verfolgen müssen.

Sie sind diejenigen, die in die reißende Strömung steigen, wenn Such- und Rettungsaktionen an Fließgewässern durchgeführt werden: Die Wasserwacht im Bayerischen Roten Kreuz (BRK) und die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) sind auf Basis von Artikel 18 im Bayerischen Rettungsdienstgesetz (BayRDG) mit der Durchführung des Wasserrettungsdienstes im Freistaat beauftragt. Hierzu bestehen überörtliche Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG) Wasserrettung, die innerhalb kurzer Zeit nach Alarmierung durch die Integrierten Leitstellen ausrücken. Sie verfügen über Einsatzfahrzeuge, Motorboote und die notwendige medizinische und rettungstechnische Ausrüstung. An touristisch genutzten Gewässern, aber auch in Freibädern bestehen oft örtliche Wasserrettungsstationen, die in der Badesaison meist von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang besetzt sind. Für das Berchtesgadener Land gibt es einen gemeinsamen Gewässer-Alarmplan, der den Einsatz von BRK-Wasserwacht, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) und Landrettungsdienst bei Wasserrettungseinsätzen regelt.

Pressemitteilung BRK

Zurück zur Übersicht: Region Berchtesgaden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser