BRK: Fahrzeug-Unterbringung unzureichend

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BRK-Bereitschaftsleiter Walter Söldner: „Die bisher von der Gemeinde gemachten Lösungsvorschläge waren entweder aus rechtlichen Gründen nicht umsetzbar oder schlicht vom BRK nicht zu finanzieren.“

Berchtesgaden – BRK-Bereitschaftsleiter Walter Söldner zeigt sich höchst unzufrieden mit der aktuellen Unterbringung der Einsatzfahrzeuge: Die Angebote der Gemeinde seien unzureichend.

Zur diesjährigen Jahreshauptversammlung der BRK Bereitschaft Berchtesgaden (Bayerisches Rotes Kreuz) lud kürzlich Bereitschaftsleiter Walter Söldner. Das Jahr 2010 sei eines, in dem „wir bei vielen Sanitätsdiensten benötigt“ wurden, insbesondere während der über 70 Sanitätsdienste an der Kunsteisbahn Königssee Anfang sowie Ende des vergangenen Jahres. In seinem Bericht ging Söldner im Speziellen auf die unzureichende Situation hinsichtlich der Fahrzeugunterbringung der BRK-Bereitschaft ein. „Bis 2008 waren wir zu unserer vollsten Zufriedenheit in den drei ehemaligen Feuerwehrgaragen im Rathaus untergebracht.“ Dann mussten diese nach und nach geräumt werden.

Im Gedenken an die Toten gedachten die Anwesenden dem Vorsitzenden des BRK- Kreisverbandes Franz Etschberger, der vor wenigen Wochen verstorben war. Besonderen Dank richtete Bereitschaftsleiter Söldner an Florian Halter, der an der Kunsteisrodelbahn am Königssee unterstützend für die Personalsuche und die Diensteinteilung der BRK-Bereitschaft mitgewirkt hatte. „Dank der Mithilfe der Bereitschaft Bad Reichenhall und der Bereitschaft Freilassing konnten wir die Dienste, die teilweise von neun Uhr bis 22 Uhr dauerten, komplett mit ehrenamtlichem Personal besetzen“, so Söldner. Einen Schritt weitergekommen sei man hinsichtlich der Ersatzbeschaffung für den Vier-Tragen-Krankenwagen. Ende November habe die BRK-Bereitschaft die Auskunft erhalten, im März 2011 das neue Fahrzeug übernehmen zu können. Mitte März habe die Übergabe dann in Bonn stattgefunden.

Weniger erfreulich sei die derzeitige Situation bei der Unterbringung des eigenen Materials sowie der BRK-Fahrzeuge. „Bis 2008 waren wir zu unserer vollsten Zufriedenheit in den drei ehemaligen Feuerwehrgaragen im Rathaus untergebracht.“ Einen schriftlichen Mietvertrag habe es zwar nie gegeben, so Söldner, man habe sich aber auf eine mündliche Zusage des ehemaligen Bürgermeisters Rudolf Schaupp verlassen, die Garagen nicht „kurzfristig und auch nicht ohne Alternative verlassen zu müssen.“ Genau dieser Fall sei aber nun zwischenzeitlich eingetreten. Im Jahr 2008 musste die BRK-Bereitschaft Berchtesgaden zunächst die rechte Rathaus-Garage räumen. Im Herbst 2009 kam die Mitteilung, innerhalb von zwei Wochen müsse eine weitere Garage geräumt werden. „Gott sei Dank wurde daraus nicht sofort etwas, sonst hätten wir bei den Sanitätsdiensten an der Kunsteisbahn Königssee und während des Berchtesgadener Advents ein echtes Problem gehabt“, ist sich Bereitschaftsleiter Söldner sicher. Der Verlust der ersten Garage sei noch verkraftbar gewesen, wenngleich die Bedingungen alles andere als optimal waren: „Wir mussten unseren Umkleidebereich abbauen und hinter den Fahrzeugen platzieren.“ Dadurch sei es gefährlich eng geworden.

Als Alternative für die zweite Garage wurden der Bereitschaft Stellplätze im Bahnhofstunnel angeboten. Wie zunächst zugesagt, wurde ein Stellplatz direkt am Bahnhofsausgang nicht zugewiesen. „Damit waren nächtliche Einsätze in dem nicht beleuchteten Tunnel eigentlich nicht zu verantworten“, so Söldners rückblickendes Fazit. Weil der Tunnel nicht abgesperrt werden kann, „wurde zunächst unsere mobile Wache verwüstet.“ Vor zwei Monaten wurde dann auch noch bei BRK-Fahrzeugen die Seitenscheibe eingeschlagen. Eine weitere Unterbringung von Fahrzeugen im Bahnhofstunnel sei daher weder im Hinblick auf die Sicherheit des Einsatzpersonals, noch der Einsatzfahrzeuge möglich. Nichts anderes biete sich, als die Fahrzeuge momentan im Freien stehen zu lassen. Sichtlich enttäuscht zeigte sich Söldner aufgrund der Umstände: „Die bisher von der Gemeinde gemachten Lösungsvorschläge waren entweder aus rechtlichen Gründen nicht umsetzbar oder schlicht vom BRK nicht zu finanzieren.“

Zeichne sich nicht bald eine einvernehmliche Lösung ab, wisse Söldner nicht, wie lange die Mitglieder noch mitmachten. Berchtesgadens Bürgermeister äußerte sein Bedauern aufgrund der sich darlegenden momentanen Situation, bot aber weitere Gesprächsbereitschaft an.

kp

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