Letztes Heimrennen: Abschied mit Tränen?

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So wollen Patric Leitner und Alexander Resch bei ihrem letzten Heimweltcup noch einmal jubeln.

Berchtesgaden – Mit dem Rennschlitten geht es im Berchtesgadener Land rasant ins Neue Jahr. Heute startet an der Kunsteisbahn am Königssee der 5. Viessmann Rennrodel Weltcup.

Angeführt wird das deutsche Aufgebot von den Lokalmatadoren im Doppelsitzer, den viermaligen Weltmeistern und Olympiasiegern von 2002 Patric Leitner und Alexander Resch. Der 32-jährige Patric Leitner freut sich sehr auf sein letztes Rennen auf der Heimstrecke: „Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass wir nach dieser Saison mit dem Leistungssport aufhören und so werden es am 2. und 3. Januar unsere letzten Fahrten auf der Heimbahn sein. Sicher spielt da ein bisschen Wehmut mit bei dem Gedanken“, sagt der Schellenberger Doppelsitzer-Spezialist vorab.

Am Königssee mit dabei sind auch die Vizeweltmeister und Olympia-Zweiten aus Thüringen und Sachsen, André Florschütz und Torsten Wustlich. Sie führen mit 25 Punkten Vorsprung das Weltcup-Klassement vor dem Duo Leitner/Resch an. Das dritte deutsche Doppel mit Tobias Wendl aus Berchtesgaden und dem Reichenhaller Tobias Arlt, liegt derzeit auf Rang sieben im Gesamtweltcup und möchte auf der Heimbahn am Königssee punkten, um im Ranking noch weiter nach vorne zu kommen. Beim Weltcup im Januar 2009 landeten die jungen Bayern hinter Leitner/Resch auf dem Silberrang. Am Samstagmittag um 13 Uhr geht es für sie alle in den Eiskanal.

Zwölf Jahre ist es her, seit mit der Österreicherin Andrea Tagwerker keine Deutsche Rennrodlerin im Weltcup gewann. Das war am 29. November 1997 ausgerechnet auf der Kunsteisbahn am Königssee. Doch auch für den Damen-Weltcup am Samstag, 2. Januar 2010 um 10.40 Uhr ist es unwahrscheinlich, dass der Sieg ins Ausland geht. Bei den Damen favorisiert ist die zweifachen Weltmeisterin Tatjana Hüfner als Weltcupspitzenreiterin und Vorjahressiegerin am Königssee. Hüfner hat bereits drei von vier Rennen in diesem Winter für sich entschieden.

Fast zuhause ist die Miesbacherin Natalie Geisenberger an ihrem Trainingsort Königssee.

Eine Bayerin kann Hüfner den Weltcupsieg am Königssee streitig machen, Vizeweltmeisterin Natalie Geisenberger aus Miesbach. Bundestrainer Norbert Loch traut auch der Deutschen Meisterin Anke Wischnewski aus Oberwiesenthal einen Sieg zu: „Wenn Anke einmal auch im Rennen ihre guten Trainingsleistungen bestätigen kann, dann hat sie gute Chancen“, so der Chef-Coach. Der Lokalmatadorin Steffi Sieger vom WSV Königssee attestiert er bei ihrem ersten Weltcup-Einsatz in diesem Winter, Außenseiterchancen.

Den Sieg des Männer-Rennens am Sonntag, 3. Januar (9.45 Uhr) werden wohl vier Herren unter sich ausmachen: ein Italienisch-Deutsches Duell mit russischer Beteiligung könnte es werden, wenn der zweifache Olympiasieger Armin Zöggeler aus Südtirol gegen den Lokalmatador, Weltmeister Felix Loch, den ebenfalls zweimaligen Weltmeister aus Thüringen David Möller und den aktuell in der Weltcup-Rangliste auf Platz drei geführten Russen Albert Demtschenko antritt.

Für Zuschauer wird während der Weltcups am Königssee neben den spannenden sportlichen Wettbewerben ein attraktives Rahmenprogramm geboten. Mit Mountainbike-Trail-Shows und Durt-Jumps beeindrucken junge Biker die Zuschauer in den Rennpausen. Im Kreisel wird es ein Publikumszelt zum Aufwärmen, Speisen und Trinken und mit Eiskanalspielen auf PC und Spielekonsole geben.

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